Rohrinstallation · Rotguss
Winkel, Bögen und T-Stücke lenken und verzweigen die Rotguss-Leitung. Ein Winkel setzt den klassischen 90°-Richtungswechsel, ein Bogen führt die Strömung mit größerem Radius sanfter um die Ecke, und ein T-Stück zweigt eine zweite Leitung ab. Entscheidend ist neben der Bauform die Gewinderichtung: Innengewinde (IG) und Außengewinde (AG) müssen zum Gegenstück passen. Vom günstigen Winkel 15×½″ über die lösbare Winkelverschraubung am Geräteanschluss bis zur winkeligen Wanddurchführung für den festen Wandanschluss.
Rotguss-Winkel 90° mit Außengewinde (DVGW)
Winkel, Bögen und T-Stücke gehören zu den Formstücken der Rotguss-Installation. Sie ändern die Richtung der Leitung oder erzeugen einen Abzweig — überall dort, wo eine gerade Verbindung mit Muffe oder Nippel nicht ausreicht. Rotguss ist eine Kupfer-Zinn-Zink-Legierung, korrosionsbeständig und für Trinkwasser geeignet; viele dieser Fittings tragen eine DVGW-Zulassung.
Der Winkel ist der klassische 90°-Richtungswechsel, der Bogen führt die Leitung mit größerem Radius sanfter um die Ecke, und das T-Stück verzweigt die Leitung in eine zweite Richtung. Entscheidend ist neben der Bauform die Gewinderichtung: Innengewinde (IG, „Muffe") und Außengewinde (AG) müssen zum jeweiligen Gegenstück passen.

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Über passende Gewinde eingedichtet, lenkt der Winkel die Leitung um 90° oder das T-Stück erzeugt einen Abzweig.
Bei der Bauform unterscheidest du im Wesentlichen vier Grundformen. Der Winkel 90° macht den Richtungswechsel — als IG/IG (beide Innengewinde), als IG/AG (ein Innen-, ein Außengewinde, oft „Anschlusswinkel") oder als AG. Der Bogen erfüllt denselben Zweck mit größerem Radius und dadurch etwas geringerem Strömungswiderstand.
Das T-Stück zweigt die Leitung ab, häufig mit Innengewinde an allen drei Seiten (z.B. 15x½x15), auf Wunsch mit reduziertem Abgang. Die Winkelverschraubung ergänzt den Winkel um eine lösbare Überwurfmutter — praktisch am Geräteanschluss, wo du die Verbindung später wieder öffnen willst. Und die Wandscheibe bzw. die winkelige Wanddurchführung schafft mit ihrer Befestigungslasche den festen Anschlusspunkt in der Wand.
Formstücke sind die richtungsgebende Ebene der Installation: Der Winkel oder Bogen führt die Leitung um die Ecke, das T-Stück verteilt sie auf zwei Wege, die Winkelverschraubung schafft einen lösbaren Anschluss am Gerät oder Ventil, und Wandscheibe bzw. Wanddurchführung setzen den festen Endpunkt in der Wand. Damit planst du den Verlauf einer Rotguss-Leitung von der Steigleitung bis zur Armatur.
Die Bauform folgt der Aufgabe. Für den reinen Richtungswechsel nimmst du einen Winkel 90° oder — wo Platz ist — einen Bogen. Soll die Leitung abzweigen, brauchst du ein T-Stück. Willst du die Verbindung später wieder lösen können, ist die Winkelverschraubung mit Überwurfmutter die richtige Wahl. Für den festen Anschluss in der Wand sorgt eine Wandscheibe oder eine winkelige Wanddurchführung.
Innengewinde (IG, „Muffe") und Außengewinde (AG) müssen zueinander passen. Für den Richtungswechsel am Rohrende passt meist ein Winkel IG/AG: Das Innengewinde nimmt das Außengewinde des vorhandenen Fittings auf, das Außengewinde führt weiter. Ein IG/IG-Winkel verbindet dagegen zwei Teile mit Außengewinde, ein AG-Winkel wird in zwei Muffen geschraubt. Lege dir vor dem Kauf fest, welches Gewinde das Gegenstück trägt.
Die gängige Größe in der Hausinstallation ist 15 (½″). Beim T-Stück beschreiben drei Zahlen die Anschlüsse in der Reihenfolge Durchgang – Abgang – Durchgang (z.B. 15x½x15). Ein reduzierter Abgang ist möglich, wenn die abzweigende Leitung dünner ist. Miss lieber nach, bevor du bestellst — ein zu großer oder zu kleiner Abgang lässt sich nur mit zusätzlichen Reduzierungen retten.
Endet die Leitung an einer Wand, gibt die Befestigungslasche der Wandscheibe der Armatur festen Halt und hält Zug von der Leitung fern. Die winkelige Wanddurchführung (z.B. die SANPRESS-Ausführung aus Rotguss) führt die Leitung zusätzlich sauber durch die Wand und stellt Innen- und Außengewinde in unterschiedlichen Einbaulängen bereit. Wähle die Länge passend zur Wandstärke bzw. zum benötigten Überstand.
Formstücke unterscheiden sich vor allem in Bauform (Winkel, T-Stück, Verschraubung, Wanddurchführung) und Gewinderichtung (IG/AG). Die drei Grundaufgaben — Richtung wechseln, abzweigen, anschließen — decken die folgenden Modelle ab; die Tabelle stellt echte Fittings mit Artikelnummer, Bauform, Gewinde/Größe und Preis gegenüber.
Der klassische 90°-Wechsel — als IG/IG, IG/AG oder AG. Auch als Bogen mit größerem Radius für weniger Strömungswiderstand.
Winkel mit Überwurfmutter — lässt sich am Geräteanschluss wieder öffnen. Mit IG oder AG auf der Anschlussseite.
Verzweigt die Leitung, oft mit IG an allen drei Seiten (z.B. 15x½x15). Auf Wunsch mit reduziertem Abgang.
Mit Befestigungslasche für den festen Anschluss in der Wand; die winkelige Wanddurchführung führt die Leitung nach außen.
| Fitting (MPN) | Bauform | IG/AG · Größe | Preis | |
|---|---|---|---|---|
| 94090 ★ | Winkel 90° | IG · 15 (½″) | 1,33 € | Zum Produkt |
| 94092 ★ | Winkel 90° | AG · 15 (½″) | 1,33 € | Zum Produkt |
| 3092 | Winkel 90° · 1 Muffe (DVGW) | IG · AG · ¼″ | 1,91 € | Zum Produkt |
| 94130 ★ | T-Stück | IG · 15x½x15 | 1,87 € | Zum Produkt |
| 94098 | Winkelverschraubung | AG · 15 (½″) | 4,25 € | Zum Produkt |
| 94096 | Winkelverschraubung | IG · 15 (½″) | 8,27 € | Zum Produkt |
| 94490 | Wandscheibe T-Stück | IG · 15x½x15 | 6,98 € | Zum Produkt |
| 94476-926 | Anschlusswinkel | 18 × ½″ × 65 mm | 15,84 € | Zum Produkt |
| 279301 | Wanddurchführung (winkelig) | IG ½″ · AG ¾″ · L25 | 22,06 € | Zum Produkt |
| 279318 | Wanddurchführung (winkelig) | IG ½″ · AG ¾″ · L35 | 25,05 € | Zum Produkt |
| 279288 | Wanddurchführung (winkelig) | IG ½″ · AG ¾″ · L55 | 34,66 € | Zum Produkt |
| 279295 | Wanddurchführung (winkelig) | IG ½″ · AG ¾″ · L65 | 36,45 € | Zum Produkt |
Preise brutto, tagesaktuell aus dem Shop.
Der häufigste Fehler ist die falsche Abzweiggröße beim T-Stück. Wer die drei Anschlüsse (Durchgang – Abgang – Durchgang) nicht sauber ausliest, bestellt schnell einen zu großen oder zu kleinen Abgang und muss dann mit Reduzierungen nacharbeiten. Lies die Größenangabe wie „15x½x15" genau und prüfe, welchen Durchmesser die abzweigende Leitung wirklich braucht.
Der zweite Klassiker ist die nicht passende IG/AG-Kombination. Zwei Innengewinde lassen sich nicht direkt verbinden, ebenso wenig zwei Außengewinde — dazwischen fehlt dann ein Nippel oder eine Muffe. Plane die Gewinderichtung des Winkels von vornherein passend zum Rohr bzw. Fitting am Gegenstück, dann sparst du dir Zusatzteile und zusätzliche Dichtstellen.
Rotguss-Formstücke werden über ihre Gewinde eingedichtet und verschraubt. Reinige zuerst Innen- und Außengewinde und prüfe sie auf Grat. Anschließend dichtest du das Gewinde ein — klassisch mit Hanf (Dichtfaden) und etwas Dichtpaste, alternativ mit PTFE-Band (Teflonband). Diese Dichtmittel führen wir nicht im Sortiment; entscheidend ist, den Faden in Gewinderichtung sauber und nicht zu dick aufzulegen.
Danach montierst du den Winkel oder das T-Stück: Schraube es handfest auf und ziehe es mit der Rohrzange nach — aber nur so weit, bis das Formstück in der gewünschten Endstellung steht (beim Winkel zeigt der Abgang dann in die geplante Richtung). Rotguss nicht überdrehen: Zu viel Kraft beschädigt Gewinde oder Dichtung. Ein Formstück lieber nur anziehen und nicht wieder zurückdrehen — sonst wird die Verbindung undicht.
Zum Schluss folgt die Dichtprobe: Leitung langsam unter Druck setzen, alle neuen Verschraubungen abtrocknen und auf Feuchtigkeit kontrollieren. Zeigt sich an einer Stelle Wasser, die Verbindung entlasten, neu eindichten und erneut prüfen. Für Trinkwasser gelten die einschlägigen Regeln (Druck- und Dichtheitsprüfung nach den anerkannten Regeln der Technik) — im Zweifel den Fachbetrieb hinzuziehen.
Ein Winkel macht den Richtungswechsel auf engem Raum mit einer scharfen 90°-Ecke — ideal, wenn es eng zugeht oder die Leitung dicht an der Wand geführt wird. Ein Bogen führt die Leitung mit größerem Radius um die Ecke, wodurch die Strömung weniger stark umgelenkt wird und der Strömungswiderstand sinkt. In der normalen Hausinstallation ist der Unterschied meist klein, sodass beide Bauformen den 90°-Wechsel erfüllen. Achte in beiden Fällen darauf, dass die Gewinde (IG/AG) zum Gegenstück passen.
Die Bezeichnung sagt, welche Gewinde an den beiden Enden des Winkels sitzen. Ein IG/IG-Winkel hat auf beiden Seiten ein Innengewinde (Muffe) und verbindet zwei Teile mit Außengewinde. Ein IG/AG-Winkel — oft als Anschlusswinkel bezeichnet — trägt auf einer Seite ein Innen-, auf der anderen ein Außengewinde und passt so direkt aufs Rohrende. Ein AG-Winkel hat außenliegende Gewinde und wird in Muffen oder Innengewinde eingeschraubt.
Eine Winkelverschraubung ist ein Winkel mit einer lösbaren Überwurfmutter. Damit kannst du die Verbindung später wieder öffnen, ohne die ganze Leitung zu zerlegen — praktisch am Geräteanschluss, etwa vor einem Ventil, Zähler oder Gerät. Es gibt sie mit Innengewinde (IG) oder Außengewinde (AG) auf der Anschlussseite. So verbindest du zwei Bauteile winkelig und bleibst trotzdem servicefreundlich.
Die drei Angaben beschreiben die drei Anschlüsse des T-Stücks in der Reihenfolge Durchgang – Abgang – Durchgang. „15x1/2x15" bedeutet zwei durchgehende Anschlüsse in der Größe 15 (½″) und einen Abgang in ½″. Sind alle drei Werte gleich, ist das T-Stück nicht reduziert; weicht die mittlere Angabe ab, ist der Abzweig kleiner oder größer. Prüfe vor dem Kauf, welche Größe dein Abzweig wirklich haben muss.
Eine Wandscheibe ist ein Fitting mit Befestigungslasche, das fest an der Wand verschraubt wird — als Winkel oder T-Stück ausgeführt bildet sie den stabilen Endpunkt der Leitung in der Wand. Daran wird zum Beispiel eine Armatur oder ein Geräteanschluss montiert, ohne dass Zug auf die Leitung kommt. Die winkelige Wanddurchführung führt die Leitung zusätzlich sauber durch die Wand nach außen. So sitzt der Anschluss maßhaltig und belastbar.
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