
Bei einer KNX-Nachrüstung oder Renovierung stellt sich fast immer dieselbe Frage: Müssen die vorhandenen Taster und Schalter raus und durch teure KNX-Bedienelemente ersetzt werden? Nein. Mit einer Tasterschnittstelle (auch Binäreingang genannt) bindest du deine bestehenden, konventionellen Taster sauber an den KNX-Bus an. Das kleine Unterputz-Modul sitzt hinter dem Taster in der Schalterdose und wandelt jeden Tastendruck in ein KNX-Telegramm um. So bleibt die gewohnte Bedienung erhalten und die Installation wird trotzdem intelligent.
Empfehlung der Redaktion: Für die meisten Nachrüst- und Renovierungsprojekte ist die MDT Tasterschnittstelle 4-fach BE-04001.02 (potentialfrei) die beste Allround-Wahl. Vier potentialfreie Eingänge decken eine Doppelwippe komplett ab, jeder Kanal lässt sich als Ein- oder Ausgang parametrieren, und dank Standardgröße passt das Modul in nahezu jede 55-mm-Dose. Damit deckst du den Großteil aller typischen Einbausituationen ohne Kompromisse ab.
Eine Tasterschnittstelle ist ein kompaktes Unterputz-Modul, das potentialfreie Kontakte oder Schaltsignale einliest und als KNX-Telegramme auf den Bus sendet. Anders als ein KNX-Glastaster ist sie kein Bedienelement, sondern eine reine Schnittstelle: Vorne bleibt dein gewohnter mechanischer Taster in der Wand, hinten hängt das Modul am Bus. Genau das macht sie ideal für Bestand und Renovierung – du behältst die vorhandenen Wippen und Rahmen und musst keine neuen, teuren KNX-Taster kaufen.
Der Trick liegt in der Bauform: Das Modul ist so flach, dass es hinter dem Taster in der Schalterdose Platz findet. Jede Taste wird über eine Ader auf einen Eingang (A, B, C, D …) geführt. Drückst du die Taste, erkennt das Modul den Kontakt und schickt ein frei parametrierbares Telegramm los – zum Beispiel „Licht ein“, „Jalousie ab“ oder „Szene Abend“. So wird aus einem simplen Wippschalter im Handumdrehen ein vollwertiger KNX-Bedienpunkt.
Und es geht nicht nur um Taster: Über die potentialfreien Eingänge lassen sich ebenso Fensterkontakte, Reedkontakte, Bewegungsmelder mit Relaisausgang oder andere Meldekontakte einlesen. Damit wird die Tasterschnittstelle zum universellen Tor für alles, was einen Schaltkontakt liefert.
Die wichtigste Entscheidung vor dem Kauf: Wie sind deine vorhandenen Taster verdrahtet?
Wichtig für die Sicherheit: Auf die potentialfreien Eingänge darf niemals 230 V gelangen – das zerstört das Modul. Umgekehrt braucht die 230-V-Variante die Netzspannung, um überhaupt ein Signal zu erkennen. Passe die Bauform also strikt an deine vorhandene Verdrahtung an. Im Zweifel gilt: Arbeiten an 230 V gehören in die Hand einer Elektrofachkraft.
Die Faustregel ist einfach: Pro Taste ein Eingang. Eine Einzelwippe braucht einen Kanal, eine Doppelwippe (Auf/Ab) zwei, eine Vierfach-Bedienstelle vier. Zähle also die tatsächlich zu bedienenden Tasten pro Einbauort zusammen.
Plane lieber einen Kanal Reserve ein – ein späterer Fensterkontakt oder ein zusätzlicher Taster ist so ohne neues Modul machbar.
Die Montage ist bewusst schlank gehalten, damit alles hinter dem Taster in der Dose Platz findet:
Status-LEDs als Rückmeldung: Bei den MDT-Modulen lässt sich jeder Kanal in der ETS wahlweise als Eingang oder als Ausgang parametrieren. Als Ausgang steuert der Kanal eine Status- oder Orientierungs-LED direkt im Taster an. So bekommst du eine echte Rückmeldung, ob das Licht im Raum brennt, oder eine dezente Orientierungsbeleuchtung im Dunkeln – ohne zusätzliches Gerät.
Nicht immer liegt eine Busleitung dort, wo der Taster sitzt – gerade im Bestand ein häufiges Problem. Für genau diesen Fall gibt es die Funk-Variante: Die MDT KNX-RF+ Tasterschnittstelle 2-fach RF-BE2230.01 sendet die Tastensignale per Funk (KNX RF+) statt über die grüne Busleitung. Du musst also keine neue Leitung ziehen, um einen abseits liegenden Taster einzubinden.
Voraussetzung ist ein KNX-System mit RF-Anbindung (z. B. über einen Medienkoppler zwischen TP-Bus und Funk). Damit lassen sich einzelne Bedienstellen, ein Nebengebäude oder nachträglich gewünschte Taster ohne Stemmarbeiten integrieren – ein starkes Werkzeug für die Bestandssanierung.
Die eigentliche Intelligenz steckt in der Parametrierung. In der ETS legst du für jeden Kanal fest, was ein Tastendruck bewirken soll. Typische Betriebsarten sind:
Zusätzlich stellst du Feinheiten wie Entprellzeit, Kurz-/Lang-Erkennung und – bei den als Ausgang genutzten Kanälen – das Verhalten der Status-LED ein. Weil sich jeder Kanal frei zuordnen lässt, kann ein und derselbe vorhandene Taster nach dem Umbau plötzlich Szenen abrufen, Rollläden fahren oder Zentralfunktionen auslösen.
MDT ist nicht die einzige Option. Wer im ABB/Busch-Jaeger-Umfeld plant, findet mit der ABB Universalschnittstelle 4-fach US/U4.2 eine bewährte Alternative. Sie erfüllt dieselbe Aufgabe – konventionelle Taster und Kontakte an den KNX-Bus bringen – und ist eine gute Wahl, wenn du dein System herstellerkonsistent halten möchtest.
Ja – genau dafür ist die Tasterschnittstelle gedacht. Deine mechanischen Taster und Rahmen bleiben in der Wand, das Modul kommt unsichtbar dahinter in die Dose. Du sparst dir den Kauf neuer KNX-Bedienelemente und behältst die gewohnte Optik.
Entscheidend ist die vorhandene Verdrahtung. Liegen einfache Steuerleitungen ohne Netzspannung am Taster an, nimmst du die potentialfreie Version (z. B. BE-04001.02). Sind die Taster bereits mit 230 V geschaltet, ist die 230-V-Variante (BE-02230.02) richtig. Auf potentialfreie Eingänge darf niemals Netzspannung gelangen.
Ja. Reed- und Fensterkontakte, Relaiskontakte von Bewegungsmeldern oder andere potentialfreie Meldekontakte werden an den Eingängen genauso ausgewertet wie ein Taster. So bindest du zum Beispiel Fensterüberwachung oder Präsenzmeldungen in deine KNX-Logik ein.
Dann ist die Funk-Variante RF-BE2230.01 (KNX RF+) die Lösung. Sie überträgt die Signale drahtlos, sodass du keine neue Busleitung stemmen musst. Voraussetzung ist ein Medienkoppler, der Funk und TP-Bus verbindet.
Nein. Das Modul wird über die KNX-Busleitung mit Spannung versorgt. Es genügt der Anschluss der roten/schwarzen Busader an die Busklemme – die zentrale KNX-Spannungsversorgung deiner Anlage übernimmt den Rest.
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