Ratgeber · Schutz & Verteilung
Dose auf, drei Adern in der Hand – und jetzt? Kaum eine Frage wird in der Elektroinstallation so oft gestellt wie diese: WAGO 221 mit Hebel oder 2273 zum Stecken? Beide verbinden Leiter werkzeuglos und haben die alte Lüsterklemme praktisch abgelöst – aber sie sind für unterschiedliche Situationen gemacht. Hier erfährst du, wann der Hebel die richtige Wahl ist, wann die kompakte Steckklemme punktet und warum die Leiterart – flexibel oder starr – die entscheidende Weiche stellt.

Im Sortiment findest du die 221-Familie in mehreren Ausführungen: die klassischen Verbindungsklemmen, die Compact-Varianten mit 2, 3 oder 5 Klemmstellen sowie fertig sortierte Sets – darunter eines, das die Serien 221 und 2273 kombiniert. Die Angaben zu Leiterzahl und Querschnitt stammen direkt aus den Produktbezeichnungen.
| Modell | Ausführung | Preis |
|---|---|---|
| Verbindungsklemme 221-420 | max. 4qmm, transparent | 1,02 € |
| Verbindungsklemme 221-422 | Green Range | 0,30 € |
| Verbindungsklemme 221-423 | Green Range | 0,38 € |
| Verbindungsklemme 221-425 | Green Range | 0,60 € |
| Compact-Verbindungsklemme 221-415 | 5-Leiter bis 4qmm | 0,50 € |
| COMPACT-Verbindungsklemme 221-482 | Compact-Bauform | 0,51 € |
| COMPACT-Verbindungsklemme 221-483 | Compact-Bauform | 0,60 € |
| COMPACT-Verbindungsklemme 221-485 | Compact-Bauform | 0,84 € |
| Compact-Verbindungsklemme 221-612 | 2-Leiter bis 6qmm | 0,48 € |
| Compact-Verbindungsklemme 221-613 | 3-Leiter bis 6qmm | 0,56 € |
| Compact-Verbindungsklemme 221-615 | 5-Leiter bis 6qmm | 0,94 € |
| Verbindungsklemmenset Mini Serie 221 (887-952) | Sortiment Serie 221 | 159,94 € |
| Verbindungsklemmenset Mini Serien 221+2273 (887-955) | Sortiment Serien 221 und 2273 | 113,45 € |
| Verbindungsklemmenset LBOXX 102, Serie 221 (887-926) | Großes Sortiment im Koffer | 437,33 € |
Die 221 ist der Typ Klemme, den du einmal benutzt und nie wieder hergeben willst. Der Trick ist der kleine Klapphebel: Solange er offen steht, ist die Klemmstelle entspannt und nimmt jeden vorbereiteten Leiter auf – egal ob feindrähtige Litze aus der Leuchtenzuleitung oder starrer Draht aus der Wand. Hebel runter, und die Feder hält den Leiter sicher fest. Genau diese Offenheit für beide Leiterarten unterscheidet die Hebelklemme grundsätzlich von der Steckklemme.
Der zweite große Trumpf: Die Verbindung ist nicht endgültig. Leuchte getauscht, Stromkreis erweitert, beim Anklemmen vertan? Hebel hoch, Leiter raus, neu sortiert. Bei einer Steckklemme oder gar einer verlöteten Verbindung sähe das anders aus. Und weil das Gehäuse durchsichtig ist, kannst du nach dem Klemmen mit einem Blick prüfen, ob jede Ader tief genug eingeführt ist – ein unterschätztes Sicherheitsplus, gerade wenn mehrere Adern nebeneinander sitzen.
Die 2273 verfolgt eine andere Philosophie: kein Hebel, keine beweglichen Teile – einfach den abisolierten starren Draht einstecken, und die Klemmfeder verkrallt sich. Das geht in der Praxis noch schneller als bei der Hebelklemme und spart vor allem Platz. Wer schon einmal versucht hat, in einer tiefen Schalterdose hinter dem Schalter noch drei Klemmen unterzubringen, weiß, wie wertvoll jeder Millimeter ist. Genau da spielt die kompakte Steckklemme ihre Stärke aus.
Der Preis dafür ist die Spezialisierung: Die Steckklemme funktioniert nur mit starren Leitern zuverlässig – also mit dem massiven Draht, wie er in fest verlegten Mantelleitungen steckt. Flexible Litze würde sich beim Einschieben stauchen statt sauber zu klemmen. Und das Push-in-Prinzip ist auf die dauerhafte Verbindung ausgelegt: einmal gesteckt, sitzt der Draht. Für feste Verdrahtung ist genau das gewünscht – für Verbindungen, die du später noch einmal anfassen willst, ist die Hebelklemme das ehrlichere Werkzeug.
Die Entscheidung ist am Ende erfreulich einfach, wenn du sie an zwei Fragen aufhängst. Frage eins: Welche Leiter verbinde ich? Sobald auch nur eine flexible Ader beteiligt ist – klassisch beim Anschluss einer Leuchte, deren Zuleitung fast immer Litze ist – führt kein Weg an der Hebelklemme vorbei. Nur bei reinen Verbindungen von starrem Draht zu starrem Draht steht die Steckklemme überhaupt zur Wahl.
Frage zwei: Ist die Verbindung endgültig? In der Abzweigdose einer fertig geplanten Installation, die die nächsten Jahrzehnte niemand mehr anfasst, ist die kompakte Steckklemme eine saubere, platzsparende Lösung. Überall dort, wo erfahrungsgemäß noch einmal umgeklemmt wird – Renovierung in Etappen, Smart-Home-Nachrüstung, Werkstattprojekte – zahlt sich der Hebel aus. Viele Elektriker fahren deshalb zweigleisig und haben beide Serien in der Tasche; das Set 887-955 mit den Serien 221 und 2273 bildet genau diese Doppelstrategie ab.
Die klassische Lüsterklemme mit ihren kleinen Schräubchen hat Generationen von Installationen zusammengehalten – aber sie hat konstruktionsbedingte Schwächen. Die Schraube drückt direkt auf den Leiter: Zu fest angezogen quetscht sie Litze kaputt, zu locker angezogen entsteht ein Übergangswiderstand, der sich im schlimmsten Fall erwärmt. Und ob eine Schraube in einer dunklen Deckendose wirklich fest ist, siehst du ihr von außen nicht an.
Federklemmen wie die 221 und 2273 lösen dieses Problem elegant: Die Feder hält den Leiter mit definierter Kraft – dauerhaft, ohne dass jemand nachziehen muss. Beim Ersetzen einer Lüsterklemme durch eine 221-Hebelklemme bekommt außerdem jede Ader ihre eigene, gekapselte Klemmstelle statt einer gemeinsamen Metallhülse. Wichtig: Der Tausch findet in der Regel an 230-V-Leitungen statt – freischalten und fachgerecht arbeiten ist Pflicht, im Zweifel gehört das in die Hände deiner Elektrofachkraft.
Innerhalb der 221-Familie wählst du nach zwei Kriterien: Wie viele Adern sollen zusammenkommen, und wie dick sind sie? Für die typische Hausinstallation ist die 4qmm-Linie der Standard – vom 2er-Verbinder bis zur 5-Leiter-Klemme 221-415 für rund 0,50 €, mit der du zum Beispiel mehrere Abgänge in einer Verteilerdose auf einen Punkt legst.
Sobald größere Querschnitte ins Spiel kommen – etwa bei stärker abgesicherten Stromkreisen – greifst du zur 6qmm-Linie: Die 221-612 kostet gerade einmal 0,48 €, die fünfpolige 221-615 0,94 €. Dazu kommen die COMPACT-Ausführungen 221-482 (0,51 €), 221-483 (0,60 €) und 221-485 (0,84 €) für besonders beengte Einbausituationen. Welcher Querschnitt in deiner Installation liegt, klärst du im Zweifel mit deiner Elektrofachkraft.
Einzelne Klemmen kosten Cent-Beträge – aber wer regelmäßig installiert, will nicht mitten im Projekt feststellen, dass genau die fünfpolige Variante fehlt. Dafür gibt es die sortierten Sets: Das 887-955 mit beiden Serien ist dabei der interessanteste Kandidat für alle, die dieser Ratgeber hierher geführt hat – es beantwortet die Frage „221 oder 2273?“ schlicht mit „beide, je nach Klemmstelle“. Für den professionellen Dauereinsatz gibt es die Serie 221 auch im LBOXX-Systemkoffer, der sich in gängige Koffersysteme einklinkt.
Die 221 ist eine Hebelklemme: Ein Klapphebel öffnet und schließt die Klemmstelle, dadurch verbindet sie flexible und starre Leiter und lässt sich wieder öffnen. Die 2273 ist eine Steckklemme nach dem Push-in-Prinzip: Der starre Leiter wird einfach eingesteckt und von der Feder gehalten – kompakter, aber nur für starre Leiter und auf dauerhafte Verbindungen ausgelegt.
Ja – mit der 221-Hebelklemme. Sie ist genau dafür gemacht, flexible Leiter (Litze) und starre Leiter zu verbinden, zum Beispiel beim Leuchtenanschluss. Die 2273-Steckklemme ist dagegen nur für starre Leiter gedacht; feindrähtige Litze gehört dort nicht hinein.
Ja. Der Hebel lässt sich jederzeit wieder öffnen, der Leiter kann entnommen und die Klemme neu belegt werden. Das macht die 221 ideal für Verbindungen, die sich noch ändern können. Prüfe beim Wiederverwenden, dass Gehäuse und Hebel unbeschädigt sind – im Zweifel kostet eine neue Klemme nur wenige Cent.
Technisch ist der Tausch unkompliziert: Adern aus der Lüsterklemme lösen, bei Bedarf sauber nachschneiden und abisolieren, in die Hebelklemme einführen, Hebel schließen. Aber: Solche Arbeiten finden fast immer an 230-V-Leitungen statt. Vorher freischalten, Spannungsfreiheit feststellen – und im Zweifel die Elektrofachkraft machen lassen.
Die Zahl gibt an, wie viele Klemmstellen die Klemme hat – also wie viele Adern in ihr zusammengeführt werden. Eine 2-Leiter-Klemme wie die 221-612 verbindet zwei Adern, eine 5-Leiter-Klemme wie die 221-415 oder 221-615 fünf. Du wählst die Klemme also passend zur Zahl der Adern an der Verbindungsstelle.
Laut Produktbezeichnung gibt es die 221-Familie in zwei Linien: Varianten wie die 221-420 oder 221-415 für Leiter bis maximal 4qmm und die Compact-Varianten 221-612, 221-613 und 221-615 für Leiter bis 6qmm. Welcher Querschnitt in deiner Installation verlegt ist, klärt im Zweifel die Elektrofachkraft.
Verbindungsklemmen sind genau für den Einsatz in der Installation gedacht – typischerweise in Abzweig- und Gerätedosen, wo die Verbindung dauerhaft zugänglich und geschützt untergebracht ist. Die konkrete Ausführung deiner Installation (Dosenwahl, Leitungsführung, Absicherung) plant und prüft die Elektrofachkraft.
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