Ratgeber · Warmwasser & Elektro
Ein elektronischer Durchlauferhitzer gehört zu den leistungsstärksten Verbrauchern im ganzen Haus: Geräte der 18- bis 27-kW-Klasse ziehen im Betrieb mehr Strom als Herd, Waschmaschine und Trockner zusammen. Entsprechend wichtig sind die richtige Absicherung, eine ausreichend dimensionierte Zuleitung und ein fachgerechter 400-V-Festanschluss. Hier erfährst du, warum die Sicherungsgrößen 25, 32, 35 und 40 A heißen, wofür es spezielle 25-A-Geräte für den Altbau gibt, was ein Lastabwurfrelais tut. Denn eines vorweg: Anschließen darf das Gerät ausschließlich die Elektrofachkraft.

Warum ist das so streng geregelt? Weil ein Durchlauferhitzer in einer anderen Liga spielt als alles, was du sonst einsteckst: Ein 21-kW-Gerät zieht auf allen drei Außenleitern gleichzeitig Strom – so viel Leistung wie rund zehn Wasserkocher zusammen. Fehler bei Absicherung, Leitungsdimensionierung oder Klemmstellen bleiben hier nicht folgenlos: Überlastete Leitungen und schlechte Klemmstellen sind klassische Brandursachen.
Deshalb ziehen Gesetzgeber und Netzbetreiber eine klare Linie: Nach der Niederspannungsanschlussverordnung dürfen solche Arbeiten nur Installateurbetriebe ausführen, die im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen sind. Das ist Verbraucherschutz – und die Voraussetzung dafür, dass Versicherung und Gewährleistung im Schadensfall greifen.
Die gute Nachricht: Auch wenn du nicht selbst schrauben darfst, lohnt es sich, die Zusammenhänge zu verstehen. Wer sie kennt, kauft das richtige Gerät, stellt dem Elektriker die richtigen Fragen und vermeidet den klassischen Fehlkauf: einen Durchlauferhitzer, den die vorhandene Zuleitung gar nicht hergibt.
Die Logik hinter den Zahlen ist einfacher, als sie aussieht: Elektrische Leistung ist das Produkt aus Spannung und Strom. Bei einem Drehstromgerät verteilt sich die Leistung auf drei Außenleiter – und je größer die kW-Klasse, desto höher der Strom je Außenleiter. Die Sicherung (genauer: der Leitungsschutzschalter) muss diesen Betriebsstrom dauerhaft tragen können, ohne auszulösen – und gleichzeitig die Leitung schützen, wenn wirklich etwas schiefgeht. Daraus ergibt sich für jede Geräteklasse eine typische Absicherung:
| Leistungsklasse | Stromaufnahme je Außenleiter (gerundet) | Übliche Absicherung |
|---|---|---|
| 18 kW | ca. 26 A | 32 A – oder 25 A bei speziellen 25-A-Modellen |
| 21 kW | ca. 30 A | 32 A |
| 24 kW | ca. 35 A | 35 A |
| 27 kW | ca. 39 A | 40 A |
Wichtig zur Einordnung: Das sind gerundete Rechenwerte und marktypische Größen – verbindlich ist ausschließlich die Angabe im Datenblatt deines konkreten Geräts, und die Entscheidung trifft die Elektrofachkraft nach Prüfung deiner Anlage. Viele Geräte sind zudem umschaltbar (etwa 18/21/24 kW in einem Gehäuse): Welche Leistungsstufe eingestellt wird, hängt dann direkt davon ab, was Zuleitung und Absicherung hergeben – auch das legt der Fachbetrieb fest.
Und warum 3-polig? Weil der Durchlauferhitzer auf allen drei Außenleitern gleichzeitig Strom zieht, müssen im Fehlerfall auch alle drei gemeinsam abgeschaltet werden. Ein 3-poliger Leitungsschutzschalter trennt alle Pole in einem Schaltvorgang – genau deshalb findest du in unserem Sortiment für diesen Einsatzzweck ausschließlich 3-polige Leitungsschutzschalter wie den ABB SX203-B32 (43,76 €) oder den AEG EN63B32 (23,93 €).
Der häufigste Stolperstein beim Durchlauferhitzer-Tausch im Bestand: Die Wunschklasse passt nicht zur vorhandenen Installation. Wo seit Jahrzehnten ein alter 18- oder 21-kW-Hydraulik-Durchlauferhitzer hängt, ist die Zuleitung oft knapp bemessen und die Absicherung auf 25 A begrenzt. Ein modernes Gerät, das 32 A verlangt, würde dann eine neue Zuleitung vom Zählerschrank bis ins Bad bedeuten – ein erheblicher Eingriff mit entsprechenden Kosten.
Genau für diese Situation haben Hersteller wie Stiebel Eltron 25-A-Sondermodelle im Programm: 18-kW-Geräte, die ab Werk so ausgelegt sind, dass sie an einer 25-A-Absicherung betrieben werden können. Modelle wie der DHB 18 ST Trend 25A oder der DHB-E 18 LCD 25A tragen den Zusatz direkt im Namen. Du findest solche Geräte in unserer Kategorie Durchlauferhitzer; achte auf den 25-A-Zusatz im Produktnamen.
Der Preis dafür ist physikalisch unvermeidbar: Weniger Anschlussleistung heißt weniger Warmwasser pro Minute. Für Handwaschbecken, Dusche und normale Badnutzung ist die 18-kW-Klasse in der Praxis meist völlig ausreichend – wer eine große Regendusche oder eine Badewanne zügig füllen will, ist mit 24 oder 27 kW besser bedient, braucht dafür aber die passende Installation. Diese Abwägung triffst du am besten gemeinsam mit deinem Elektriker.
Wenn du dir die Leitungsschutzschalter im Sortiment ansiehst, fällt auf: Es gibt sie als B32, C32 und D32 – gleicher Nennstrom, unterschiedliche Buchstaben. Dahinter steckt die Auslösecharakteristik: Jeder Automat hat zwei Auslöser, einen thermischen für länger andauernde Überlast und einen magnetischen für den Kurzschlussfall. Der Buchstabe beschreibt, bei welchem Vielfachen des Nennstroms der magnetische Auslöser zuschlägt: Ein B-Automat reagiert am empfindlichsten, ein C-Automat lässt höhere kurzzeitige Stromspitzen durch, ein D-Automat noch höhere – gedacht für Verbraucher mit kräftigen Anlaufströmen.
Für dich heißt das: Die Charakteristik ist keine Geschmacksfrage. Sie muss zum Gerät, zur Leitung und zu den Kurzschlussverhältnissen der Anlage passen – ein zu träger Automat schützt schlechter, ein zu empfindlicher löst unnötig aus. Deshalb gibt das Datenblatt des Durchlauferhitzers die zulässige Absicherung vor, und die Elektrofachkraft entscheidet, welcher Automat konkret in deinen Verteiler kommt.
Zwei weitere Angaben aus den Produktbezeichnungen sind schnell erklärt: Die kA-Zahl – im Sortiment von 6 kA beim EP63 C32 (25,99 €) bis 25 kA beim EP253 C32 (108,84 €) – beschreibt, wie viel Kurzschlussstrom der Automat sicher abschalten kann. Hohe kA-Werte braucht man vor allem dort, wo hohe Kurzschlussströme auftreten können. Die TE-Angabe verrät die Baubreite im Verteiler: Kompakte 2-TE-Modelle wie der EPC63 B32 (36,41 €) sparen Platz, wenn es im Zählerschrank eng wird.
„Welchen Querschnitt brauche ich für meinen Durchlauferhitzer?“ ist eine der häufigsten Fragen rund um das Thema – und die einzige ehrliche Antwort lautet: Das rechnet dein Elektriker für deine konkrete Situation aus. Denn die Strombelastbarkeit einer Leitung ist keine feste Eigenschaft des Kupferquerschnitts allein. Dieselbe Leitung darf mehr Strom führen, wenn sie frei an der Wand verläuft, und weniger, wenn sie wärmegedämmt, gebündelt mit anderen Leitungen oder in warmer Umgebung verlegt ist.
Dazu kommt die Länge: Je weiter der Weg vom Zählerschrank zum Gerät, desto größer der Spannungsfall entlang der Leitung – auch der muss in engen Grenzen bleiben. Und schließlich müssen Leitung, Absicherung und Gerät als System zusammenpassen: Der Automat schützt die Leitung, nicht umgekehrt. All das ist in der Normenreihe DIN VDE 0100 geregelt und gehört zum Handwerkszeug jedes Elektrofachbetriebs.
Was du selbst beitragen kannst: Miss grob die Distanz zwischen Zählerschrank und geplantem Montageort, fotografiere den geöffneten Zählerschrank (nur die Front, nichts anfassen!) und notiere, welches Gerät bisher installiert war. Mit diesen Informationen kann dir dein Elektriker oft schon am Telefon sagen, ob dein Wunschgerät realistisch ist oder ob die Zuleitung zum Thema wird.
Stell dir die Anschlussleistung deines Hauses wie eine Straße mit begrenzter Kapazität vor: Solange nicht alle gleichzeitig fahren wollen, läuft der Verkehr. Kritisch wird es, wenn mehrere Großverbraucher zur selben Zeit volle Leistung ziehen – etwa der Durchlauferhitzer beim Duschen und gleichzeitig eine elektrische Heizung. Genau hier setzt das Lastabwurfrelais an: Es überwacht, ob der Durchlauferhitzer Strom zieht, und trennt für diese Zeit einen nachrangigen Verbraucher vom Netz. Das Warmwasser hat Vorfahrt – die abgeworfene Heizung merkt die paar Minuten Unterbrechung praktisch nicht.
Der Charme dieser Lösung: Sie macht Installationen möglich, die sonst an der Leistungsgrenze des Hausanschlusses scheitern würden. Statt den Hausanschluss teuer zu verstärken, sorgt eine simple Vorrangschaltung dafür, dass die Spitzenlasten sich nie addieren. Gerade in Bestandsgebäuden mit knapp bemessener Anschlussleistung ist das oft der Schlüssel, um überhaupt einen leistungsstarken Durchlauferhitzer betreiben zu können.
Ob du ein Lastabwurfrelais brauchst, welche Last abgeworfen wird und wie es verdrahtet wird, ergibt sich aus der Leistungsbilanz deiner Anlage – das ist klassische Planungsarbeit des Elektrofachbetriebs. Tiefer einsteigen kannst du in unserem separaten Lastabwurfrelais-Ratgeber mit Gerätetypen und Auswahlkriterien.
Ein Punkt, der bei der Planung gern übersehen wird: Ein Durchlauferhitzer ist aus Sicht des Netzbetreibers keine Kleinigkeit, sondern ein Großverbraucher, der das örtliche Netz spürbar belastet. Deshalb gehört zur Installation auch die Anmeldung beim Netzbetreiber – ein Formalakt, den dein Installateurbetrieb im Zuge der Installation miterledigt.
Für dich heißt das in der Praxis: Plane die Installation von Anfang an mit einem eingetragenen Fachbetrieb, statt erst das Gerät zu kaufen und dann nach jemandem zu suchen, der es „nur noch anklemmt“. Seriöse Betriebe klemmen keine Geräte an fremde, ungeprüfte Installationen – sie wollen die Anlage vorher gesehen haben.
Die sinnvolle Arbeitsteilung: Du vergleichst Geräteklassen und stimmst deine Auswahl mit dem Fachbetrieb ab – er bestätigt, dass das Gerät zu deiner Anlage passt, und übernimmt Anmeldung, Installation und Inbetriebnahme. So bekommst du den günstigen Online-Preis fürs Material und die Sicherheit der fachgerechten Installation.
Für die Absicherung in der Verteilung führen wir ein breites Sortiment 3-poliger 32-A-Leitungsschutzschalter von ABB und AEG – in mehreren Auslösecharakteristiken, mit Ausschaltvermögen von 6 bis 25 kA und Baubreiten von 2 bis 4,5 Teilungseinheiten. Alle Angaben stammen direkt aus den Produktbezeichnungen; welcher Automat in deine Anlage gehört, entscheidet die Elektrofachkraft.
| Modell | Charakteristik | Ausschaltvermögen | Baubreite | Preis |
|---|---|---|---|---|
| AEG EN63B32 | B | – | 3 TE | 23,93 € |
| AEG/ABB EP63 C32 | C | 6 kA | 3 TE | 25,99 € |
| AEG/ABB EPC63 B32 | B | 6 kA | 2 TE | 36,41 € |
| ABB SX203-B32 | B | – | 3 TE | 43,76 € |
| ABB SX203-C32 | C | – | 3 TE | 47,11 € |
| AEG/ABB EPC63 C32 | C | 6 kA | 2 TE | 54,26 € |
| AEG EN103B32 | B | – | 3 TE | 64,76 € |
| AEG EN103C32 | C | – | 3 TE | 74,52 € |
| AEG EN103D32 | D | – | 3 TE | 78,83 € |
| AEG/ABB HS91.3E25SAV | E | 25 kA | 4,5 TE | 86,44 € |
| AEG/ABB EP253 C32 | C | 25 kA | 3 TE | 108,84 € |
| AEG EN253C32 | C | – | 3 TE | 118,18 € |
Nein. Elektro-Durchlauferhitzer sind Festanschluss-Geräte mit 400 V Drehstrom – Installation, Absicherung und Anschluss dürfen nur durch eine Elektrofachkraft bzw. einen ins Installateurverzeichnis eingetragenen Fachbetrieb erfolgen. Das regelt die Niederspannungsanschlussverordnung (NAV, §13). Dein Part ist die informierte Geräteauswahl – die Installation übernimmt der Fachbetrieb.
Markttypisch sind 32 A für die 18- und 21-kW-Klasse, 35 A für 24 kW und 40 A für 27 kW – dazu kommen spezielle 18-kW-Geräte, die für 25-A-Absicherung ausgelegt sind. Verbindlich ist aber immer die Herstellerangabe im Datenblatt, und ob deine Anlage das hergibt, bewertet die Elektrofachkraft.
Ein Durchlauferhitzer hängt an allen drei Außenleitern des Drehstromnetzes und zieht auf allen dreien gleichzeitig Strom. Ein 3-poliger Leitungsschutzschalter trennt im Fehlerfall alle drei Pole in einem Schaltvorgang – genau das ist hier gefordert.
Der Buchstabe beschreibt, bei welchem Vielfachen des Nennstroms der magnetische Kurzschlussauslöser anspricht: B reagiert am empfindlichsten und ist der Standard im Wohnbereich, C toleriert höhere kurzzeitige Einschaltströme, D noch höhere Anlaufströme. Welche Charakteristik zu deinem Durchlauferhitzer passt, gibt das Datenblatt vor – die Auswahl trifft die Elektrofachkraft.
Die kA-Angabe steht für das Ausschaltvermögen: den maximalen Kurzschlussstrom, den der Automat sicher abschalten kann. Im Sortiment reicht die Spanne von 6 kA (z. B. EP63/EPC63) bis 25 kA (z. B. EP253, HS91.3E25SAV). Welche Anforderung bei dir gilt, ergibt sich aus der Anlage und wird vom Fachbetrieb festgelegt.
Für den Altbau: Dort sind Zuleitung und Absicherung oft auf 25 A begrenzt, und eine neue Zuleitung wäre teuer. 25-A-Sondermodelle wie der Stiebel Eltron DHB 18 ST Trend 25A oder der DHB-E 18 LCD 25A sind ab Werk für den Betrieb an 25-A-Absicherung ausgelegt – so lässt sich ein alter Durchlauferhitzer häufig ersetzen, ohne die Elektrik umzubauen. Ob das bei dir passt, prüft die Elektrofachkraft.
Es gibt dem Durchlauferhitzer Vorfahrt: Solange er Strom zieht, trennt das Relais einen nachrangigen Großverbraucher (etwa eine Elektroheizung) automatisch vom Netz und schaltet ihn danach wieder zu. So addieren sich die Spitzenlasten nie, und auch Häuser mit knapper Anschlussleistung können einen leistungsstarken Durchlauferhitzer betreiben. Ob du eines brauchst, ergibt die Leistungsbilanz deiner Anlage.
Ja, leistungsstarke Durchlauferhitzer werden beim Netzbetreiber angemeldet – er prüft, ob Hausanschluss und Ortsnetz die zusätzliche Last vertragen. Um die Anmeldung kümmert sich dein eingetragener Installateurbetrieb im Zuge der Installation – plane sie daher von Anfang an gemeinsam mit dem Fachbetrieb.
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