Ratgeber · Smart Home
Ein Shelly kostet oft weniger als ein Kasten Wasser und macht aus einer stumpfen Lampe, Steckdose oder Pumpe ein smartes Gerät – lokal steuerbar, ohne Cloud-Zwang. Nur: Heißt das jetzt 1, 1PM, 2PM, 1L, Mini, Plus oder Gen4? An dieser Namens-Wand scheitern die meisten schon vor dem ersten Klick. Dieser Ratgeber entschlüsselt das Schema und zeigt dir mit einer Entscheidungsmatrix, welches Shelly-Relais zu deinem Vorhaben passt.

Shelly baut nicht ein Relais, sondern eine ganze Familie – und der Modellname ist ein kompakter Steckbrief. Wer das Muster kennt, liest aus „2PM Gen4“ sofort ab, was drinsteckt:
Mit diesem Schlüssel wird der Katalog lesbar: „2PM Gen3“ = zwei Kanäle, mit Messung, dritte Generation. Es bleiben drei Fragen: Wie viele Kanäle brauche ich? Will ich messen? Liegt ein Neutralleiter in der Dose? Die letzte beantwortet dir die Elektrofachkraft mit einem Blick.
Die Unterputz-Relais der Gen3-Familie (plus das neue Gen4-2PM) im direkten Vergleich. Kanäle und Messfunktion stammen aus den Produktbezeichnungen – die max. Schaltleistung der klassischen Schaltrelais gibt Shelly mit 16 A an.
| Modell | Kanäle | Messung (PM) | Typisch für | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Shelly 1 Gen3 | 1 (max. 16 A) | nein | Einfaches Schalten | 20,22 € |
| Shelly 1PM Gen3 | 1 (max. 16 A) | ja | Schalten + Verbrauch messen | 21,21 € |
| Shelly 2PM Gen3 | 2 (max. 16 A) | ja | Zwei Verbraucher oder Rollladen | 26,19 € |
| Shelly 1L Gen3 | 1 | nein | Dose ohne Neutralleiter | 38,66 € |
| Shelly 2L Gen3 | 2 | nein | Zwei Kreise ohne Neutralleiter | 43,15 € |
| Shelly i4 Gen3 | 4 Eingänge (kein Ausgang) | nein | Taster/Schalter einbinden, Szenen | 22,21 € |
| Shelly 2PM Gen4 (4er Pack) | 2 | ja | Zukunftssicher mit Matter & Zigbee | 121,13 € |
Fast alle Einzelgeräte liegen unter 45 € – der Einstieg ins smarte Schalten kostet erstaunlich wenig. Ein Teil der Modelle kommt aus unserem Lager, andere zieht das System bei Bestellung vom Partnerlager nach (typisch 3–4 Tage); bestellbar sind sie alle. Gebündelt findest du sie in der Kategorie Schaltaktoren und in der Shelly-Markenwelt.
Der wichtigste Unterschied ist banal, wird aber gern übersehen: Es geht um die Zahl der Dinge, die an dieser Stelle schalten sollen. Eine einzelne Deckenleuchte? Ein Shelly 1 oder 1PM reicht. Zwei Lichtkreise in einer Doppel-Wippe – Bad-Licht und Spiegelleuchte auf einem Schalter? Dann willst du zwei Kanäle, also den 2PM. Hängt dort ein Rollladenmotor, spielt der 2PM seine zweite Stärke aus: einen Rollladen-Modus, in dem die zwei Kanäle zu „auf“ und „ab“ werden. Die Preissprünge sind klein – viele greifen gleich zur messenden oder zweikanaligen Variante.
PM misst Leistung (Watt) und Verbrauch (kWh) des geschalteten Kreises – sichtbar in der App und in Automationen nutzbar. Ohne Messung (Shelly 1, 1L) bleibt das Relais ein reiner Schalter, günstiger, wenn dich der Verbrauch nicht interessiert. Die Watt-Werte eröffnen Automationen, die ohne Messung nicht möglich sind: die Waschmaschine meldet „fertig“, wenn die Leistung unter einen Schwellwert fällt; die Umwälzpumpe wird als „hängt“ erkannt, wenn sie zu viel zieht; und am Monatsende siehst du, welcher Verbraucher die Stromrechnung treibt. Für rund einen Euro Aufpreis beim 1PM ist das ein leichter Kauf. Nur wenn es wirklich rein ums Schalten geht – Gartenbeleuchtung, Torantrieb-Impuls – tut es der schlichte Shelly 1.
Das L steht für Geräte, die ohne separaten Neutralleiter (N) auskommen und ihren Strom aus der geschalteten Phase beziehen. Der 1L Gen3 (38,66 €) deckt einen Kreis ab, der 2L Gen3 (43,15 €) zwei.
Das ist die klassische Stolperfalle beim Nachrüsten im Bestand: Viele ältere Installationen führen zur Schalterdose nur die geschaltete Phase – der Neutralleiter fehlt. Ein Standard-Relais, das N zum Betrieb braucht, lässt sich dann nicht ohne Weiteres setzen. Genau dafür sind der 1L und der 2L ausgelegt. Der Preis liegt höher als bei den N-Varianten – dafür ersparst du dir unter Umständen neue Leitungen. Ob die L-Variante die richtige Wahl ist, stellt die Fachkraft beim Öffnen der Dose fest – plane das Gespräch also, bevor du bestellst.
Ein „Relais“, das nichts schaltet? Genau das ist sein Trick. Der i4 Gen3 (22,21 €) sitzt hinter deinen bestehenden Tastern und macht aus jedem Tastendruck ein Ereignis: einmal drücken schaltet die Deckenlampe (die vielleicht an einem ganz anderen Shelly hängt), doppelt drücken startet die Abend-Szene, langes Halten dimmt. In der Praxis kombinierst du ihn oft mit den schaltenden Relais – ein 1PM steuert die Last, der i4 liefert die Bedien-Impulse. So bleibt die gewohnte Wippe an der Wand erhalten und steuert künftig die Szene statt direkt die Lampe.
Ein Shelly kommt selten allein – sobald das erste läuft, folgen meist weitere. Deshalb gibt es die Zugpferde gebündelt, mit spürbar sinkendem Stückpreis:
| Modell | Einzeln | 2er-Pack | 4er-Pack |
|---|---|---|---|
| Shelly 1 Gen3 | 20,22 € | 33,62 € | 59,86 € |
| Shelly 1PM Gen3 | 21,21 € | 35,57 € | 63,69 € |
Das 4er-Pack Shelly 1 (59,86 €) drückt den Stückpreis unter 15 € gegenüber gut 20 € einzeln. Für ein Einzelprojekt reicht das Einzelgerät; das 2er-Pack ist der Mittelweg mit kleiner Reserve.
Die spannendste Neuerung von Gen4 steckt nicht in der Schaltleistung, sondern in der Anbindung: Neben WLAN und Bluetooth bringt die vierte Generation ab Werk Matter und Zigbee direkt mit. Matter ist der herstellerübergreifende Smart-Home-Standard, mit dem Geräte verschiedener Marken lokal zusammenspielen – ohne Festlegung auf ein einziges Ökosystem. Deshalb ist der 2PM Gen4 die anschlussfreudigere Basis für Neubauten. Veraltet ist Gen3 deswegen nicht: Die Relais sind ausgereift, extrem preiswert und für die meisten Setups völlig ausreichend – der 2PM Gen3 (26,19 €) kostet pro Gerät einen Bruchteil. Kurz: Ist Matter dein Thema, nimm Gen4; willst du einfach günstig und lokal schalten, ist Gen3 die vernünftige Wahl.
Die Schaltrelais decken das Ein/Aus ab – aber Shelly kann mehr. Zwei benachbarte Aufgaben tauchen im selben Katalog auf und sorgen für Verwechslungen:
Die Grenze ist einfach: Schalten = Relais (1/1PM/2PM), Regeln/Dimmen = Dimmer, Messen des ganzen Hauses = 3EM-Zähler.
Vom Bedarf direkt zum passenden Modell. Die Matrix ersetzt keine Fachberatung für den Anschluss – aber sie bringt dich mit einer klaren Vorstellung ins Gespräch mit deinem Elektriker.
| Dein Vorhaben | Empfehlung | Warum | Preis |
|---|---|---|---|
| Eine Lampe/Steckdose smart schalten, Verbrauch egal | Shelly 1 Gen3 | Günstigster Schalter, ein Kanal | 20,22 € |
| Ein Gerät schalten und den Verbrauch sehen | Shelly 1PM Gen3 | Messfunktion für ~1 € Aufpreis | 21,21 € |
| Zwei Verbraucher an einer Stelle oder ein Rollladen | Shelly 2PM Gen3 | Zwei Kanäle, Rollladen-Modus, Messung | 26,19 € |
| Altbau: kein Neutralleiter in der Dose | Shelly 1L / 2L Gen3 | Arbeitet ohne separaten N-Leiter | 38,66 / 43,15 € |
| Vorhandene Taster einbinden, ohne Last zu schalten | Shelly i4 Gen3 | Vier Eingänge, löst Szenen aus | 22,21 € |
| Ganze Wohnung/Haus ausstatten, bester Stückpreis | 1PM Gen3 4er-Pack | Unter 16 € pro Relais, mit Messung | 63,69 € |
| Zukunftssicher mit Matter & Zigbee | 2PM Gen4 4er-Pack | Offene Standards ab Werk | 121,13 € |
| Licht stufenlos dimmen statt schalten | Dimmer Gen3 | Phasen-Dimmer mit Messung | 32,12 € |
| Hausverbrauch dreiphasig messen (PV, Eigenverbrauch) | 3EM-63W Gen3 | 3-Phasen-Zähler für den Zählerschrank | 100,02 € |
Die kleinen Shelly-Relais werden an die feste 230-V-Hausinstallation angeschlossen. Arbeiten daran sind sicherheitsrelevant und gehören ausschließlich in die Hand einer qualifizierten Elektrofachkraft; dieser Ratgeber liefert bewusst keine Anschluss-Anleitung. Die Aufgabenteilung ist trotzdem angenehm klar:
Kurz gesagt: Du verstehst, planst und wählst aus – dein Elektriker schließt an. Anders bei steckerfertigen und batteriebetriebenen Geräten (Steckdosen-Adapter, Blu-Sensoren zum Kleben): Die richtest du komplett selbst ein. Mehr Inspiration zur Kombination der Geräte findest du in der Shelly-Markenwelt.



Die Multipacks (1 Gen3 2er/4er, 1PM Gen3 2er/4er) findest du mit Preisen in der Pack-Tabelle oben. Die verwandten Dimmer (Dimmer Gen3, Dimmer 0-10V/1-10V PM Gen3, DALI Dimmer Gen3) und die 3-Phasen-Zähler (3EM-63W Gen3, 3EM-63T Gen3) findest du im Sortiment sowie in der Shelly-Markenwelt.
PM steht für „Power Metering“ – also eine eingebaute Verbrauchsmessung. Ein Modell mit PM (z. B. der 1PM oder 2PM Gen3) schaltet nicht nur, sondern zeigt dir Leistung und Verbrauch des geschalteten Kreises in der App an und macht diese Werte für Automationen nutzbar. Ein Modell ohne PM (z. B. der Shelly 1) schaltet nur.
Beide schalten einen Kanal. Der Unterschied ist die Messfunktion: Der 1PM (21,21 €) misst zusätzlich den Verbrauch, der Shelly 1 (20,22 €) nicht. Da der Aufpreis nur rund einen Euro beträgt, greifen viele gleich zum 1PM.
Das L kennzeichnet Varianten, die ohne separaten Neutralleiter (N) in der Schalterdose auskommen – ein häufiger Fall im Altbau. Der 1L Gen3 (38,66 €) deckt einen Kreis ab, der 2L Gen3 (43,15 €) zwei. Ob in deiner Dose ein Neutralleiter liegt, prüft die Elektrofachkraft.
Gen3 ist die bewährte, sehr günstige Generation mit WLAN und Bluetooth – für die meisten Setups völlig ausreichend. Gen4 bringt zusätzlich Matter und Zigbee ab Werk mit, etwa der 2PM Gen4 (4er-Pack, 121,13 €). Wenn Matter für dich ein Thema ist, nimm Gen4; wenn du einfach günstig und lokal schalten willst, ist Gen3 die vernünftige Wahl.
Der i4 Gen3 (22,21 €) ist ein reines Eingabegerät: Er liest bis zu vier Taster ein und löst damit Szenen aus. Ideal, um vorhandene Wandtaster smart zu machen, während die Last an einem anderen Relais hängt.
Die Relais sind sehr kompakt, aber der Platz in der Dose variiert – besonders, wenn dort schon viele Klemmen sitzen. Für enge oder flache Dosen gibt es kompaktere Mini-Bauformen. Ob es passt, beurteilt die Elektrofachkraft beim Öffnen der Dose; ein Foto vorab hilft bei der Einschätzung.
Nein. Die Unterputz-Relais werden an die feste 230-V-Installation angeschlossen – das ist sicherheitsrelevant und gehört in die Hand einer qualifizierten Elektrofachkraft. Dein Part ist die Auswahl, die Planung und die App-Einrichtung nach dem Anschluss. Anders bei steckerfertigen oder batteriebetriebenen Geräten (z. B. Steckdosen-Adapter oder Blu-Sensoren zum Kleben): Die richtest du komplett selbst ein.
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