
Kurz gefasst: Edelstahl-Pressverbinder werden dort gesetzt, wo es auf Korrosionssicherheit und mechanische Robustheit ankommt – in technischen Anlagen, in der Industrie und, bei entsprechend freigegebenen Baureihen, in der Trinkwasserinstallation. Entscheidend ist dabei nie der Werkstoff allein, sondern die Freigabe des kompletten Systems fuer das jeweilige Medium; sie steht in der Systemunterlage des Herstellers. Die hier gelisteten Viega-Fittings stammen aus der Baureihe TEMPONOX und decken die Dimensionen 15 bis 35 mm mit Bogen, Uebergaengen und Verschraubungen ab.
Tiefer im Detail: Welche T-Stücke und Einsteckstücke der Reihen 1718, 1718XL, 1717.2, 1711.1 und 1712.1 es gibt und wie sich die Maßangaben lesen, steht auf der Seite Viega Temponox: T-Stücke und Einsteckstücke.
Nichtrostender Stahl ist duennwandig und damit vergleichsweise leicht, mechanisch belastbar und gegenueber einem breiten Spektrum an Medien bestaendig. Eine zusaetzliche Beschichtung braucht er nicht. Dafuer liegt der Stueckpreis pro Fitting hoeher als bei unlegiertem Stahl – Edelstahl wird deshalb meist gezielt gesetzt, nicht flaechendeckend aus Gewohnheit.
Ein Punkt, der in Technikraeumen und Industriehallen zaehlt: sichtbar verlegte Edelstahlleitungen bleiben optisch stabil und sind unempfindlich gegen Feuchte und Reinigungsmittel in der Umgebung.
Kupfer ist im Sanitaerbereich seit Jahrzehnten etabliert. Ob es fuer ein konkretes Projekt in Frage kommt, richtet sich nach den Vorgaben des Systemherstellers und den oertlichen Randbedingungen – das klaert der planende oder ausfuehrende Fachbetrieb.
Rotguss spielt seine Staerke als Fittingkoerper und an Uebergaengen auf Gewinde aus. Er ist die klassische Wahl an Schnittstellen zu Armaturen und Bestandsleitungen.
Edelstahl ist die Wahl, wenn die Leitung sichtbar bleibt oder wenn in der Industrie Medien und Umgebungsbedingungen jenseits der klassischen Hausinstallation im Spiel sind.
Die drei Werkstoffe schliessen einander nicht aus. In der Praxis wird die Trasse in Edelstahl gefuehrt und an den Schnittstellen ueber Gewindeuebergaenge angebunden – genau dafuer gibt es die Uebergangsstuecke und Verschraubungen der Baureihe.
Der haeufigste Planungsfehler ist die Gleichsetzung von Werkstoff und Eignung. Edelstahl allein ist keine Freigabe. Viega fuehrt fuer unterschiedliche Anwendungen unterschiedliche Baureihen, und welche davon fuer Trinkwasser, fuer geschlossene Heizungskreise oder fuer ein industrielles Medium freigegeben ist, steht verbindlich in den Systemunterlagen des Herstellers.
Vor der Festlegung fuer ein konkretes Projekt gehoert deshalb immer ein Blick in die Systemunterlage – zum Medium, zur Temperatur und zum Betriebsdruck der Anlage. Diese Seite trifft dazu bewusst keine eigene Freigabeaussage; massgeblich ist die Herstellerunterlage zur jeweiligen Baureihe.
Ebenso wichtig ist die Systembindung: Rohr, Fitting und Presskontur muessen aus einem System stammen. Fittings der einen Baureihe mit Rohren oder Werkzeugen einer anderen zu kombinieren, ist unzulaessig – auch dann, wenn die Dimension rechnerisch passt.
| Bauform | Typ | Anschluss | Verfuegbare Dimensionen | Preis ab | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|---|
| Bogen 90 Grad | 1716 | I x I | 15 / 22 / 28 / 35 mm | 3,27 EUR | Richtungswechsel zwischen zwei Rohrenden |
| Bogen 90 Grad | 1716.1 | I x A | 28 mm | 6,15 EUR | Richtungswechsel direkt in einen Fitting |
| Bogen 45 Grad | 1726 | I x I | 28 mm | 6,15 EUR | flacher Versatz, Umgehung |
| Bogen 45 Grad | 1726.1 | I x A | 28 mm | 6,10 EUR | Versatz ohne zusaetzliches Rohrstueck |
| Uebergangsstueck mit SC | 1711 | I x R (Aussengewinde, kegelig) | 15 x R 1/2, 22 x R 3/4, 28 x R 1 | 6,01 EUR | Anbindung an Gewindebauteile |
| Verschraubung mit SC | 1763 | I x G (zylindrisch) | 22 x G 3/4, 28 x G 1 | 7,74 EUR | loesbare Verbindung an Armaturen und Geraeten |
Die Kennung hinter der Typennummer entscheidet ueber die Anzahl der Bauteile in der Trasse. I x I bedeutet: beide Seiten sind Pressmuffen, der Fitting nimmt zwei Rohrenden auf. Das ist die Standardausfuehrung, etwa der Bogen TEMPONOX 1716 I x I, 22 mm, 90 Grad (4,45 EUR).
I x A heisst: eine Seite Pressmuffe, die andere Seite Einsteckende. Damit laesst sich der Bogen ohne Zwischenstueck direkt in den naechsten Fitting stecken – weniger Verbindungen, weniger Pressvorgaenge, kompaktere Fuehrung an engen Stellen. Dafuer stehen der Bogen 1716.1 I x A, 28 mm, 90 Grad (6,15 EUR) und der Bogen 1726.1 I x A, 28 mm, 45 Grad (6,12 EUR).
An den Schnittstellen zur uebrigen Installation gibt es zwei Wege. Das Uebergangsstueck mit kegeligem Aussengewinde (R) ist die feste Anbindung an Gewindebauteile, etwa 1711, 15 mm x R 1/2 (6,02 EUR). Die Verschraubung mit zylindrischem Gewinde (G) bleibt dagegen loesbar – sinnvoll ueberall dort, wo ein Geraet oder eine Armatur spaeter einmal getauscht wird, etwa 1763, 28 mm x G 1 (10,78 EUR).
Die Dimension folgt der Rohrnetzberechnung, nicht der Gewohnheit. In der hier verfuegbaren Reihe deckt der 90-Grad-Bogen I x I die gesamte Spanne ab: 15 mm (3,28 EUR), 22 mm (4,45 EUR), 28 mm (6,15 EUR) und 35 mm (12,07 EUR).
Der Preissprung von 28 auf 35 mm ist deutlich – knapp das Doppelte. Bei laengeren Trassen mit vielen Richtungswechseln lohnt es sich, die Dimensionierung sauber zu rechnen, statt sicherheitshalber eine Nummer groesser zu gehen. Umgekehrt gilt: eine zu klein gewaehlte Dimension laesst sich nachtraeglich nicht korrigieren, ohne die Trasse aufzuschneiden.
Bei den Uebergaengen laeuft die Dimension mit dem Gewinde mit: 15 mm auf R 1/2, 22 mm auf R 3/4 (7,72 EUR), 28 mm auf R 1 (10,44 EUR).
Ganz klar gesagt: Verpressen, Installieren und die Dichtheitspruefung sind Fachhandwerk. Pressverbindungen erfordern die systemgebundene Pressmaschine mit der passenden Backe, eine korrekt vorbereitete Rohroberflaeche und die Einhaltung der Herstellervorgaben. Eine Schritt-fuer-Schritt-Anleitung dazu finden Sie hier bewusst nicht.
Auswahl, Verstaendnis und Planung dagegen gehoeren auf den Tisch, bevor der Fachbetrieb anrueckt – Werkstoffwahl, Systemfreigabe, Dimensionen und Stueckliste lassen sich gut vorbereiten. Die Ausfuehrung uebernimmt der Fachbetrieb.








Die Freigabe fuer Trinkwasser ist immer eine Eigenschaft des kompletten Systems und steht in den Systemunterlagen des Herstellers. Welche Baureihe fuer welches Medium freigegeben ist, entnehmen Sie bitte der Systemunterlage zur jeweiligen Baureihe. Klaeren Sie die Freigabe vor der Festlegung mit dem ausfuehrenden Fachbetrieb.
I x I steht fuer zwei Pressmuffen – der Fitting nimmt auf beiden Seiten ein Rohrende auf. I x A hat auf einer Seite eine Pressmuffe, auf der anderen ein Einsteckende, das direkt in den naechsten Fitting gesteckt wird. Das spart ein Zwischenstueck und einen Pressvorgang.
SC ist Bestandteil der Typbezeichnung dieser Uebergangsstuecke und Verschraubungen und kennzeichnet eine bestimmte Ausfuehrung der Baureihe. Was die Kennung im Systemzusammenhang konkret bedeutet, steht in der Systemunterlage des Herstellers. Ausfuehrung und Pruefung der Verbindung gehoeren in jedem Fall zum Fachhandwerk.
Nein. Fitting, Rohr und Presswerkzeug muessen aus einem System stammen. Die Presskontur ist systemspezifisch, auch wenn eine Dimension rechnerisch zu passen scheint. Uebergaenge auf andere Werkstoffe werden ueber Gewindeanschluesse hergestellt – dafuer gibt es die Uebergangsstuecke und Verschraubungen.
Die Verschraubung mit zylindrischem G-Gewinde bleibt loesbar und ist die Wahl an Armaturen, Zaehlern und Geraeten, die spaeter getauscht oder gewartet werden. Das Uebergangsstueck mit kegeligem R-Aussengewinde ist die feste Anbindung an ein Gewindebauteil und bleibt dauerhaft an Ort und Stelle.
