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Eltako Stromzähler im Verteiler

Kurz gefasst: Die Zählerauswahl folgt drei Fragen: einphasig oder dreiphasig, welcher maximale Strom fließt, und ob die gemessene Energie gegenüber Dritten abgerechnet wird. Nur im letzten Fall braucht es einen MID-konformen Zähler – bei Photovoltaik kommt die Zweirichtungsmessung dazu, für Auswertung und Visualisierung eine Schnittstelle wie M-Bus, Modbus oder ein IR-Abtaster. Der Einbau in die feste Installation gehört in jedem Fall in die Hand einer Elektrofachkraft.

Wechselstrom oder Drehstrom: Netzform und Strom richtig wählen

Ein Wechselstromzähler misst einen Außenleiter gegen Neutralleiter. Das passt für einzelne Stromkreise, für eine Wohnungs-Unterverteilung mit überschaubarer Last, für Ferienwohnungen, Hobbyräume oder einzelne große Verbraucher. Typisch sind der WSZ15D-32A MID (46,04 EUR) mit nur einer Teilungseinheit Baubreite und der günstigere EVA12-32A (41,23 EUR) mit Energieverbrauchsanzeige, ebenfalls eine Teilungseinheit.

Sobald eine Unterverteilung, ein Gewerbebereich, eine Wärmepumpe, eine Ladeeinrichtung oder eine PV-Anlage erfasst werden soll, führt kein Weg am Drehstromzähler vorbei: Er erfasst alle drei Außenleiter. Einphasige Messung an einer dreiphasigen Verteilung bildet den Verbrauch grundsätzlich falsch ab – der häufigste Planungsfehler bei Unterzählern.

Die zweite Frage ist der Strom. Maßgeblich ist dabei nicht der heutige Verbrauch, sondern der maximal mögliche Strom des Abgangs – also die vorgeschaltete Absicherung beziehungsweise der Anschlusswert. Die zulässige Stromstärke steht bei diesen Geräten direkt in der Typbezeichnung: 32 A beim WSZ15D-32A MID, 3x80 A beim DSZ15D-3x80A MID (108,30 EUR) und 3x100 A beim DSZ16DE-3x100A (111,97 EUR).

Direktmessend heißt: Der gesamte Laststrom läuft über das Gerät. So arbeiten zum Beispiel der DSZ16DE-3x100A und der DSZ16DZE-3x100A. Reicht die Stromstärke eines direktmessenden Zählers nicht aus, wird über Stromwandler gemessen: Der Zähler sieht dann nur einen definierten Bruchteil des Stroms und rechnet ihn mit einem Wandlerfaktor hoch – um den Preis zusätzlicher Komponenten und einer sauber dokumentierten Übersetzung. Stromwandler und Wandlerzähler sind hier nicht gelistet.

Praktischer Rat: Bei Neuanlagen mit späterer Wallbox oder Wärmepumpe gleich die größere Variante setzen – der Aufpreis ist kleiner als ein späterer Zählertausch samt Ausfallzeit.

MID-Konformität: wann der Zähler geeicht sein muss

MID steht für die europäische Messgeräterichtlinie. Ein MID-konformer Zähler wird ab Werk konformitätsbewertet und gekennzeichnet und darf damit als Grundlage für eine Abrechnung dienen. Die Faustregel ist einfach:

MID nötig, wenn die gemessene Energie gegenüber Dritten in Rechnung gestellt oder umgelegt wird – Untermiete, Mieterstrom, Gewerbeeinheiten, Stellplätze, Wohnmobil- und Campingplätze, weiterberechneter Baustrom, Nebenkostenumlagen in der WEG. Die Modellbezeichnung weist die MID-Kennzeichnung in diesen Fällen aus, etwa beim DSZ15D-3x80A MID.

MID nicht nötig, wenn nur die eigene Transparenz zählt: Verbrauchskontrolle je Stromkreis, Anlagenmonitoring, Energiebilanz im Smart Home, Kostenzuordnung im eigenen Betrieb ohne Weiterverrechnung. Dafür kommen auch Geräte ohne MID-Kennzeichnung im Typnamen infrage, etwa der EVA12-32A (41,23 EUR) oder der DSZ15DE-3x80A (79,72 EUR). Beim Drehstrom-Paar macht das den größeren Unterschied – 79,72 EUR gegenüber 108,30 EUR für den DSZ15D-3x80A MID; einphasig liegen EVA12-32A und WSZ15D-32A MID mit 41,23 EUR und 46,04 EUR dagegen dicht beieinander.

Zwei Punkte gehören in die Planung: Ein nicht geeichtes Gerät lässt sich nicht nachträglich in einen abrechnungsfähigen Zähler verwandeln – die Entscheidung fällt beim Kauf. Und die Verwendbarkeit MID-konformer Zähler ist zeitlich begrenzt; wer abrechnet, sollte den Austauschzyklus von Anfang an einkalkulieren. Bei Ladeinfrastruktur mit Abrechnung gelten zusätzliche eichrechtliche Anforderungen an die gesamte Ladeeinrichtung, nicht nur an den Unterzähler. Im Zweifel gehört die MID-Kennzeichnung eines konkreten Geräts vor der Bestellung geklärt.

Zweirichtungszähler für PV, Speicher und Eigenverbrauch

Ein normaler Zähler summiert Energie unabhängig von der Flussrichtung. Hängt aber eine Erzeugungsanlage dahinter, müssen Bezug und Rückspeisung getrennt sichtbar werden – genau dafür hat ein Zweirichtungszähler zwei Zählwerke, eines je Richtung. Erst damit lassen sich Eigenverbrauchsquote, Überschuss und Autarkiegrad ermitteln.

Für die reine Anlagenauswertung passt der DSZ16DZE-3x100A (156,09 EUR), ein direktmessender Zweirichtungs-Drehstromzähler mit 0,8 W Stand-by-Verlust. Muss die Zweirichtungsmessung abgerechnet und zugleich ausgelesen werden, ist der DSZ15DZMOD-3x80A MID (175,16 EUR) die passende Wahl: MID-konform, Zweirichtung und Modbus in einem Gerät, 4 Teilungseinheiten breit.

Wichtig zur Abgrenzung: Der Zähler am Hausanschluss bleibt Sache des Messstellenbetreibers. Die hier beschriebenen Geräte sind Unterzähler hinter dem Zählerplatz – sie erfassen, bewerten und dokumentieren, ersetzen aber nicht die amtliche Messstelle.

Auslesen und anbinden: M-Bus, Modbus, MQTT und IR

Ein Zähler, den niemand ausliest, ist ein Zähler zum Abschreiben. Für die Anbindung gibt es drei Wege:

M-Bus ist der Klassiker der Zählerfernauslesung und in der Gebäudeleittechnik weit verbreitet, oft gemeinsam mit Wärme- und Wasserzählern auf einer Leitung. Dafür steht der DSZ15DM-3x80A MID (174,28 EUR) mit 4 Teilungseinheiten.

Modbus ist der Standard, wenn Energiemanagement, Steuerung oder Visualisierung im Spiel sind – abgedeckt vom DSZ15DZMOD-3x80A MID. Den Sprung ins Netzwerk übernimmt das ZGW16WL-IP Gateway (175,16 EUR): Es bindet Modbus-Stromzähler über WLAN oder LAN an und stellt MQTT, eine REST-API sowie Modbus TCP bereit. Damit landen Zählerstände ohne Umweg in Smart-Home-Zentrale, Dashboard oder Datenbank. Baubreite 2 Teilungseinheiten.

Optisch nachrüsten lässt sich mit dem IR-Abtaster AIR (79,44 EUR). Er greift die Infrarot-Schnittstelle eines bereits vorhandenen Zählers ab – die günstigste Lösung, wenn ein funktionierender Zähler bleiben soll und nur die Daten fehlen.

Mobile Zähler und alle Modelle im Vergleich

Wo Strom nicht ortsfest, aber trotzdem abgerechnet wird, kommen mobile Zähler ins Spiel: Baustrom für Nachunternehmer, Marktstände, Veranstaltungsflächen, Stellplätze, temporäre Ladepunkte. Sie werden zwischen vorhandene Steckdose und Verbraucher gesteckt, brauchen keinen Verteilereinbau und sind dennoch MID-konform.

Einphasig deckt der WSZ155DSS-16A MID (85,67 EUR) den Standardfall ab. Kommen Arbeiten an fremden, unbekannten Anlagen dazu, ist der WSZ155FBSS-16A+PRCD MID (178,04 EUR) die konsequentere Lösung: Er kombiniert die eichrechtskonforme Messung mit einem Personenschutz-Zwischenschalter (PRCD). Der PRCD ergänzt den Schutz an der Einsatzstelle, ersetzt aber keine ortsfeste Schutzeinrichtung der Installation.

Dreiphasig mit CEE-Anschluss stehen der DSZ180CEE-16 (152,83 EUR) für 16 A und der DSZ180CEE-32A MID (161,26 EUR) für 32 A bereit. Die Auswahl richtet sich schlicht nach der Steckvorrichtung, die vor Ort vorhanden ist.

Für die Verteilerplanung relevant: Die Bus-Zähler brauchen 4 Teilungseinheiten, das Gateway 2, die einphasigen Reihenzähler jeweils 1. Die Stand-by-Verluste liegen zwischen 0,4 W und 0,9 W je Gerät – bei vielen Unterzählern in einer Anlage summiert sich das. Die Spalte MID-Kennzeichnung gibt wieder, ob die Modellbezeichnung eine MID-Kennzeichnung ausweist; wo nichts ausgewiesen ist, gehört sie vor einer Abrechnungsnutzung geklärt.

Modell Netz Besonderheit MID-Kennzeichnung Preis
EVA12-32A Wechselstrom Energieverbrauchsanzeige, 1 TE nicht ausgewiesen 41,23 EUR
WSZ15D-32A MID Wechselstrom Reihenzähler, 1 TE ja 46,04 EUR
DSZ15DE-3x80A Drehstrom Basisvariante 80 A nicht ausgewiesen 79,72 EUR
DSZ15D-3x80A MID Drehstrom abrechnungsfähig, 80 A ja 108,30 EUR
DSZ16DE-3x100A Drehstrom direktmessend, 100 A nicht ausgewiesen 111,97 EUR
DSZ16DZE-3x100A Drehstrom direktmessend, Zweirichtung, 100 A nicht ausgewiesen 156,09 EUR
DSZ15DM-3x80A MID Drehstrom M-Bus, 4 TE ja 174,28 EUR
DSZ15DZMOD-3x80A MID Drehstrom Modbus + Zweirichtung, 4 TE ja 175,16 EUR
WSZ155DSS-16A MID Wechselstrom mobil, 16 A ja 85,67 EUR
WSZ155FBSS-16A+PRCD MID Wechselstrom mobil mit PRCD, 16 A ja 178,04 EUR
DSZ180CEE-16 Drehstrom mobil CEE, 16 A ja 152,83 EUR
DSZ180CEE-32A MID Drehstrom mobil CEE, 32 A ja 161,26 EUR
ZGW16WL-IP Gateway: MQTT, REST-API, Modbus TCP, 2 TE 91,90 EUR
AIR IR-Abtaster zum Nachrüsten 79,44 EUR

Anschluss und Einbau in die feste 230/400-V-Installation führt ausschließlich eine Elektrofachkraft aus. Diese Seite hilft bei Auswahl, Verständnis und Planung – sie ersetzt weder Anlagenplanung noch Montage.

Passende Geräte

Häufige Fragen

Brauche ich für die Abrechnung mit einem Mieter zwingend einen MID-Zähler?

Sobald Energie gemessen und als Grundlage einer Forderung weiterberechnet wird, ist ein MID-konformer Zähler der richtige Weg – etwa der WSZ15D-32A MID (46,04 EUR) einphasig oder der DSZ15D-3x80A MID (108,30 EUR) dreiphasig. Für die reine Information ohne Weiterverrechnung genügt ein Zähler ohne MID-Kennzeichnung.

Kann ich einen vorhandenen Zähler auslesbar machen, ohne ihn zu tauschen?

Ja. Der IR-Abtaster AIR (79,44 EUR) greift die Infrarot-Schnittstelle eines vorhandenen Zählers ab. Das ist die günstigste Nachrüstung, wenn nur die Daten fehlen und der Zähler selbst bleiben soll.

Reicht ein Wechselstromzähler für eine Ladeeinrichtung?

In aller Regel nicht: Ladeeinrichtungen werden üblicherweise dreiphasig angeschlossen, ein einphasiger Zähler würde nur einen Teil der Energie erfassen. Geht es allein um die eigene Verbrauchskontrolle, passt ein dreiphasiges Gerät wie der DSZ16DE-3x100A (111,97 EUR). Wird der Ladestrom abgerechnet, gehört ein MID-konformer Zähler in die Planung – der DSZ15D-3x80A MID (108,30 EUR) oder, wenn zusätzlich Modbus und Zweirichtung gebraucht werden, der DSZ15DZMOD-3x80A MID (175,16 EUR). Zusätzlich gelten eichrechtliche Anforderungen an die Ladeeinrichtung insgesamt.

Was bringt ein Zweirichtungszähler gegenüber zwei einzelnen Zählern?

Er erfasst beide Richtungen in einem Gerät mit getrennten Zählwerken: weniger Platzbedarf, keine Zuordnungsfehler, beide Werte aus derselben Messstelle. Für die Anlagenauswertung der DSZ16DZE-3x100A (156,09 EUR), mit Abrechnung und Modbus der DSZ15DZMOD-3x80A MID (175,16 EUR).

M-Bus oder Modbus – was soll ich nehmen?

M-Bus, wenn eine Zählerfernauslesung oder Gebäudeleittechnik vorhanden ist, in die sich der Zähler einreihen soll: DSZ15DM-3x80A MID (174,28 EUR). Modbus, wenn Energiemanagement, Visualisierung oder Smart Home das Ziel sind – zusammen mit dem ZGW16WL-IP (91,90 EUR), das MQTT, REST-API und Modbus TCP bereitstellt.

Darf ich den Zähler selbst einbauen?

Nein. Arbeiten an der festen 230/400-V-Installation dürfen nur von einer eingetragenen Elektrofachkraft ausgeführt werden. Auswahl, Konzept und Planung können Sie vorbereiten – Einbau, Anschluss und Inbetriebnahme gehören in den Fachbetrieb. Mobile Zähler mit Steckvorrichtung sind davon ausgenommen, sie werden lediglich zwischengesteckt.

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