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OBO Kabelkanäle: Verdrahtung, Leitungsführung, Geräteeinbau und Unterflur

Kurz gefasst: Der Einbauort entscheidet über die Bauform: Verdrahtungskanal in den Schaltschrank, Leitungsführungskanal auf die Wand, Geräteeinbaukanal dorthin, wo Dosen im Kanal sitzen sollen, Unterflurkanal in den Estrich. Erst danach kommen Werkstoff und Querschnitt. Wir führen von OBO Bettermann Kanäle aus allen vier Gruppen, überwiegend in 2000 mm Länge, den offenen Unterflurkanal in 2400 mm.

Welcher Kanal gehört an welchen Einbauort?

Die vier Bauformen lösen unterschiedliche Aufgaben und sind nicht gegeneinander austauschbar. Wer das am Anfang sauber trennt, spart sich später Nacharbeit.

Verdrahtungskanal heißt der geschlitzte Kanal im Schaltschrank und im Verteiler. Die Schlitze in den Seitenwänden nehmen die Adern auf, die vom Kanal zur Reihenklemme oder zum Gerät abzweigen. Er wird auf die Montageplatte gesetzt, nicht an die Wand.

Leitungsführungskanal ist der sichtbare Kanal auf der Wand oder unter der Decke, mit geschlossenen Seitenwänden und Deckel. Typisch im Bestand, wenn nicht geschlitzt werden soll oder darf.

Geräteeinbaukanal ist ein Wandkanal mit Geräteraum: Steckdosen und Datendosen sitzen im Kanal selbst, die Leitungen laufen daneben weiter. Sinnvoll dort, wo viele Anschlusspunkte auf einer Linie liegen.

Unterflurkanal verschwindet im Fußbodenaufbau. Er versorgt Arbeitsplätze mitten im Raum, wo weder Wand noch Säule in der Nähe ist.

Bauform Einbauort Werkstoff im Sortiment Maße im Sortiment Beispiel
Verdrahtungskanal Schaltschrank, Verteiler laut Datenblatt des Herstellers LKV N 75x37,5 bis 75x75 mm, LK4 80x40 mm LKV N 75050
Leitungsführungskanal Wand, Decke, sichtbar Kunststoff oder Stahl 40x40 bis 80x210 mm WDK60110GR
Geräteeinbaukanal Wand, mit Dosen im Kanal Stahl, beschichtet 110x70 bis 170x70 mm GS-S70110RW
Unterflurkanal Estrich, Fußbodenaufbau Stahl 190 bis 350 mm Breite S2 19028-2

Verdrahtungskanal im Schaltschrank: Querschnitt nach Belegung

Im Schrank ist der Querschnitt die Größe, die Sie wirklich planen müssen. Ist der Kanal zu knapp gewählt, bedeutet jede spätere Erweiterung einen Kanaltausch. Üblich ist, den Kanal nicht randvoll zu belegen, sondern Reserve zu lassen.

Die LKV-N-Reihe ist bei gleicher erster Maßangabe im zweiten Maß gestaffelt und lässt sich damit sauber auswählen: LKV N 75037 mit 75x37,5 mm (6,16 EUR) für schlanke Steuerstromverdrahtung, LKV N 75050 mit 75x50 mm (7,53 EUR) als mittlere Größe für gemischt belegte Schränke und LKV N 75075 mit 75x75 mm (8,82 EUR) dort, wo viele Leitungen auf einer Bahn zusammenlaufen. Wer unsicher ist, greift zur mittleren Größe. In den Warenkorb

Der LK4 80040 mit 80x40 mm (8,22 EUR) gehört zu einer anderen Serie. Alle vier Artikel sind steingrau, werden laut Titel mit OT geliefert, also mit Oberteil beziehungsweise Deckel, und haben eine Bodenlochung. Werkstoff, Schlitzteilung und Lochbild im Detail stehen im Datenblatt des Herstellers. Wenn Sie einen Schrank ergänzen, in dem bereits Kanal liegt, gleichen Sie die Serie vor der Bestellung am Datenblatt des Herstellers ab.

Leitungsführungskanal an der Wand: Kunststoff oder Stahl

An der Wand entscheidet zuerst der Werkstoff, dann der Querschnitt.

Kunststoff ist die übliche Wahl im trockenen Innenbereich: leicht und schnell abgelängt. Der WDK40040RW in 40x40 mm (2,74 EUR) ist der kleinste Kunststoffquerschnitt in unserer Liste, reinweiß RAL 9010. In den Warenkorb

Braucht es mehr Platz, folgen der WDK60110GR in 60x110 mm (7,68 EUR) in Steingrau RAL 7030 und der WDK80210RW in 80x210 mm (36,93 EUR) als größter Kunststoffquerschnitt in unserer Liste.

Stahl wählt man, wo mechanisch etwas passieren kann oder wo eine stabilere Anmutung gefordert ist – Werkstatt, Lager, Technikfläche. Der LKM60100FS in 64x100 mm (17,56 EUR) ist laut Titel verzinkt, der LKM60100RW in 60x100 mm (22,30 EUR) ist verzinkt und reinweiß RAL 9010. Achten Sie auf die abweichende Maßangabe der beiden Ausführungen: 64x100 gegenüber 60x100 mm.

Geräteeinbaukanal: wenn die Dosen in den Kanal sollen

Sobald mehrere Steckdosen und Datenanschlüsse auf einer Linie liegen, wird der Geräteeinbaukanal wirtschaftlich: Statt einzelner Aufputzdosen entsteht eine durchgehende Linie mit Geräteraum. Typische Einsatzorte sind Laborzeilen, Werkbänke, Technikräume und Arbeitsplatzwände.

Unsere drei Ausführungen sind aus Stahl, beschichtet in Reinweiß RAL 9010, und unterscheiden sich in der Baugröße: GS-S70110RW in 110x70 mm (30,10 EUR), GS-A70130RW in 130x70 mm (31,13 EUR) und GS-S70170RW in 170x70 mm (36,18 EUR). Mehr Breite heißt mehr Platz für Leitungen neben dem Geräteraum.

Die Kürzel GS-S und GS-A stehen für unterschiedliche Ausführungen innerhalb der Serie. Welche Geräteträger, Blenden und Einsätze dazu passen und in welchen Längen die Kanäle kommen, klären Sie bitte am Datenblatt des Herstellers ab. Träger, Blenden und Endstücke sind in dieser Übersicht nicht enthalten.

Unterflurkanal: estrichüberdeckt oder offen

Im Fußboden gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Systeme, und die Entscheidung fällt in der Planung, nicht auf der Baustelle.

Estrichüberdeckt heißt: Der Kanal liegt unter dem Estrich, nur die Geräteeinheiten kommen nach oben. Das ist die schlanke Variante für normale Büroflächen. Wir führen vier Größen, die sich in Breite, Bauhöhe und Zahl der Kammern unterscheiden: S2 19028-2 mit 190x28 mm, zweizügig (43,93 EUR), S2 25038-2 mit 250x38 mm, zweizügig (56,43 EUR), S3 35028-2 mit 350x28 mm, dreizügig (65,88 EUR) und S3 35038-2 mit 350x38 mm, dreizügig (68,92 EUR).

Die Zahl der Züge ist das eigentliche Planungskriterium: zweizügig trennt in zwei Kammern, dreizügig in drei. Wer Energie, Daten und eine dritte Nutzung getrennt führen will, landet bei den S3-Typen. Die Bauhöhe von 28 oder 38 mm muss zum geplanten Fußbodenaufbau passen.

Offen ist der OKA-W2006050, einzügig, 200 mm breit (195,10 EUR). Er ist von oben zugänglich, laut Titel für einen Bereich von 60 bis 110 mm ausgelegt und wird in 2400 mm Länge geliefert – abweichend von den 2000 mm der estrichüberdeckten Unterflurkanäle. Diese Bauart wählt man, wenn später nachbelegt werden soll oder eine hohe Belegungsdichte zu erwarten ist.

Menge kalkulieren, Ausführung durch die Fachkraft

Die Verdrahtungs-, Leitungsführungs- und estrichüberdeckten Unterflurkanäle sind laut Artikelbezeichnung 2000 mm lang, der offene OKA-W2006050 2400 mm; für die Geräteeinbaukanäle entnehmen Sie die Länge dem Datenblatt des Herstellers. Rechnen Sie die Trassenlänge in Stangen um und schlagen Sie Verschnitt für Ecken, Abzweige und Passstücke auf. Formteile, Endstücke und Befestigungsmaterial gehören nicht zu dieser Übersicht – prüfen Sie den Bedarf getrennt. Bei Unterflur- und Geräteeinbaukanälen kommt der Abgleich mit den anderen Gewerken hinzu: Fußbodenaufbau, Bodenbelag und Möblierungsplan legen Lage und Bauhöhe fest.

Ein Hinweis, der uns wichtig ist: Auswahl, Dimensionierung und Planung können Sie hier vorbereiten. Das Einbringen und Anschließen von Leitungen der festen 230/400-V-Installation ist nach Paragraf 13 der Niederspannungsanschlussverordnung einer eingetragenen Elektrofachkraft vorbehalten. Wir liefern das Material, die Ausführung gehört in Fachhand.

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Häufige Fragen

In welchen Längen werden die Kanäle geliefert?

Die Verdrahtungs-, Leitungsführungs- und estrichüberdeckten Unterflurkanäle sind laut Artikelbezeichnung 2000 mm lang. Der offene Unterflurkanal OKA-W2006050 kommt in 2400 mm. Für die Geräteeinbaukanäle entnehmen Sie die Länge dem Datenblatt des Herstellers. Rechnen Sie die Trassenlänge auf ganze Stangen hoch und planen Sie Verschnitt ein.

Was bedeutet zweizügig oder dreizügig beim Unterflurkanal?

Die Züge sind die getrennten Kammern im Kanal: zweizügig bedeutet zwei Kammern, dreizügig drei. Damit lassen sich Energie- und Datenleitungen räumlich getrennt führen. Die Zahl der Züge legen Sie in der Planung fest, denn sie bestimmt, wie viele Systeme später unabhängig im selben Kanal liegen können.

Kunststoff oder Stahl an der Wand – was ist die richtige Wahl?

Kunststoff ist im trockenen Innenbereich der Standard: leicht zu verarbeiten und schnell abzulängen. Stahl wählt man, wo mechanische Beanspruchung zu erwarten ist, etwa in Werkstatt und Lager. Welche Schutz- oder Brandschutzeigenschaften ein einzelner Kanal mitbringt, entnehmen Sie dem Datenblatt des Herstellers.

Kann ich einen Verdrahtungskanal auch an die Wand setzen?

Dafür ist er nicht gedacht. Verdrahtungskanäle haben geschlitzte Seitenwände, damit Adern seitlich austreten können – im Schaltschrank ein Vorteil, an der sichtbaren Wand nicht. Für die Wand nehmen Sie einen Leitungsführungskanal mit geschlossenen Wänden, etwa aus der WDK- oder LKM-Reihe.

Darf ich die Kanäle selbst montieren und belegen?

Kanal auswählen, Mengen ermitteln und die Trasse planen können Sie selbst. Das Einbringen und Anschließen von Leitungen der festen 230/400-V-Installation ist nach Paragraf 13 der Niederspannungsanschlussverordnung einer eingetragenen Elektrofachkraft vorbehalten. Wir beraten zur Auswahl, die Ausführung übernimmt der Fachbetrieb.

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