
Kurz gefasst: Die Auslösecharakteristik entscheidet darüber, wie ein Leitungsschutzschalter auf kurze Stromspitzen reagiert: B für normale Endstromkreise, C für Verbraucher mit Einschaltstrom, D für harte Anlaufvorgänge. Bemessungsstrom und Polzahl ergeben sich aus Leitung, Verbraucher und Netzform, NEOZED-Einsätze der Größen D01, D02 und D03 sichern darüber liegende Zuleitungen ab. Diese Seite hilft bei der Auswahl - die Ausführung an der festen Installation gehört zur Elektrofachkraft.
Jeder Leitungsschutzschalter hat zwei Auslösewege. Der thermische Auslöser reagiert träge auf dauerhafte Überlast, der magnetische Auslöser praktisch sofort auf Kurzschluss. Die Buchstaben B, C und D beschreiben im Wesentlichen das Verhalten des magnetischen Auslösers - also die Frage, ab welchem Vielfachen des Bemessungsstroms der Schalter unverzögert abschaltet.
B schaltet bereits bei vergleichsweise niedrigen Vielfachen ab. Das ist der Regelfall in Wohn- und Zweckbauten, weil kurze Abschaltzeiten auch am Leitungsende noch sicher erreicht werden. C braucht ein höheres Vielfaches und lässt dadurch Einschaltstromspitzen durch, ohne zu fallen. D verlangt das höchste Vielfache und ist für Betriebsmittel gedacht, die beim Zuschalten sehr kurze, sehr hohe Ströme ziehen.
Wichtig dabei: Eine höhere Kennlinie löst zwar das Problem „fällt beim Einschalten“, verschiebt aber den Strom, der für die schnelle Abschaltung im Fehlerfall nötig ist, nach oben. Die Kennlinie wird deshalb nicht nach Gefühl angehoben, sondern zusammen mit Leitungslänge und Netzimpedanz betrachtet.
| Kennlinie | Magnetische Auslösung | Typische Anwendung | Beispiel aus dem Sortiment |
|---|---|---|---|
| B | bei niedrigem Vielfachen des Bemessungsstroms | Steckdosen- und Beleuchtungsstromkreise, allgemeine Endstromkreise, lange Leitungswege | 5SL4340-6 (98,02 EUR) |
| C | bei mittlerem Vielfachen | Leuchtengruppen mit Vorschaltgeräten, Schaltnetzteile, kleinere Motoren, Steuerungen | 5SL4340-7 (147,68 EUR) |
| D | erst bei hohem Vielfachen | Transformatoren, Antriebe mit ausgeprägter Anlaufspitze, Maschinenzuleitungen | 5SY4325-8 (145,58 EUR) |
Der Bemessungsstrom richtet sich nach der Leitung, nicht nach dem Wunsch des Verbrauchers. Querschnitt, Verlegeart, Häufung und Umgebungstemperatur bestimmen die zulässige Strombelastbarkeit - der Automat muss darunter bleiben. Wird stattdessen „eine Nummer größer“ gewählt, weil eine Sicherung fällt, schützt die Anlage die Leitung nicht mehr.
Die Polzahl folgt der Netzform des Stromkreises. Einpolige Geräte wie der 5SL4102-7 (25,04 EUR) oder der 5SL4103-7 (25,04 EUR) sind laut Produktangabe für 230 V ausgelegt und sitzen typischerweise in Steuer- und Kleinstromkreisen. Zweipolig arbeitet der 5SL4232-6 (58,21 EUR) mit B-Kennlinie und 32 A. Dreipolig sind die Drehstromvarianten, etwa der 5SL4350-6 (120,54 EUR) mit B 50 A oder der 5SL4350-7 (182,78 EUR) mit C 50 A.
Kleine Bemessungsströme gibt es auch dreipolig: Der 5SL4302-7 (105,96 EUR) mit C 2 A deckt dreiphasige Abgänge mit sehr kleiner Leistung ab.
Im gelisteten Sortiment finden sich zwei Reihen. Beide sind in den Produktangaben mit 10 kA Schaltvermögen ausgewiesen, unterscheiden sich aber im Zuschnitt.
Die Reihe 5SL4 deckt hier den klassischen Verteilerbedarf ab: einpolig in C (2 und 3 A) und in D mit dem 5SL4110-8 (31,18 EUR) bei 10 A, zweipolig in B (32 A) sowie dreipolig in B (40 und 50 A) und C (2, 40 und 50 A).
Die Reihe 5SY4 ist hier mit dreipoligen Geräten vertreten. Dazu gehören der 5SY4320-8 (132,63 EUR) mit D 20 A und der 5SY4380-7 (272,84 EUR) mit C 80 A - der höchste Bemessungsstrom unter den hier gelisteten Leitungsschutzschaltern. Eine dreipolige Ausführung mit D-Kennlinie gibt es im gelisteten Sortiment nur in dieser Reihe.
NEOZED-Sicherungseinsätze sind nach Baugröße gestaffelt, und die Baugröße hängt am Bemessungsstrom. Sockel, Passeinsatz und Schraubkappe müssen zur gewählten Größe und zum vorgesehenen Bemessungsstrom passen; welche Kombination eingesetzt wird, gibt die Verteilerplanung vor.
Die hier geführten Artikel sind Sicherungseinsätze; Sockel, Passeinsatz und Kappe sind nicht Teil dieser Auswahl und gehören zur Verteilerplanung dazu.
In der Praxis liegen Schmelzsicherung und Leitungsschutzschalter fast immer hintereinander: NEOZED in der Zuleitung oder im Vorzählerbereich, Automaten in der Unterverteilung. Zwei Punkte entscheiden, ob das Zusammenspiel funktioniert.
Erstens die Staffelung. Die vorgelagerte Sicherung soll bei einem Fehler hinter dem Automaten möglichst nicht mitauslösen. Dazu muss sie deutlich träger und höher bemessen sein als der nachgeordnete Schalter - wie groß der Abstand sein muss, steht in den Selektivitätsangaben des Herstellers zur jeweiligen Kombination und lässt sich nicht pauschal über eine Faustzahl bestimmen.
Zweitens das Kurzschlussschaltvermögen. Die hier gelisteten Automaten sind mit 10 kA angegeben. Liegt der am Einbauort mögliche Kurzschlussstrom darüber, übernimmt eine passend gewählte vorgelagerte Sicherung den Backup-Schutz. Auch das ist eine Rechenaufgabe der Anlagenplanung, keine Frage der Optik im Verteiler.
Für eine Drehstrom-Unterverteilung mit B-Kennlinie ist der 5SL4340-6 (98,02 EUR) ein häufig passender Ausgangspunkt. In den Warenkorb
Als Standard-Nachschub für die Schublade eignet sich der D02-Einsatz mit 25 A, der 5SE2325 (0,56 EUR). In den Warenkorb
Die Auswahl von Kennlinie, Bemessungsstrom, Polzahl und Sicherungsgröße lässt sich sauber planen - dafür ist diese Seite gedacht. Das Anklemmen, Umbauen oder Erweitern in der festen 230/400-V-Installation ist davon getrennt zu sehen: Diese Arbeiten sind nach den geltenden Anschlussbedingungen einer eingetragenen Elektrofachkraft vorbehalten. Wer plant und bestellt, sollte die Ausführung und die abschließende Prüfung entsprechend einplanen.








Nein, nicht ohne Prüfung. Die C-Kennlinie löst im Kurzschlussbereich erst bei einem höheren Strom aus. Ob die geforderte Abschaltzeit am Ende der Leitung damit noch erreicht wird, hängt von Leitungslänge und Netzimpedanz ab und muss geprüft werden. Häufige Auslösungen können außerdem auf einen Fehler oder eine Überlastung hinweisen - das gehört zuerst geklärt.
Beide Reihen sind in den Produktangaben mit 10 kA Schaltvermögen ausgewiesen. Gelistet ist 5SL4 einpolig in C und D, zweipolig in B und dreipolig in B und C; 5SY4 ist hier dreipolig in C und D vertreten. Eine dreipolige D-Variante findet sich im gelisteten Sortiment also nur bei 5SY4.
Die Größe folgt dem Bemessungsstrom: D01 für kleine Ströme, D02 für den mittleren Bereich, D03 darüber. Im hier geführten Sortiment reicht D01 von 2 bis 10 A, D02 von 20 bis 63 A, D03 ist mit 80 A vertreten. Maßgeblich ist der Wert, den die Zuleitung und die Anlagenplanung vorgeben - nicht der Einsatz, der zufällig noch vorhanden ist.
Die Kennung beschreibt die Betriebsklasse. Der kleine Buchstabe steht für den Schaltbereich: „g“ bezeichnet eine Ganzbereichssicherung, die vom kleinen Überlaststrom bis zum Kurzschluss abschaltet. Der zweite Buchstabe steht für den Anwendungsfall - „G“ für allgemeine Anwendung, früher in Deutschland „L“ für Leitungsschutz. gL und gG meinen also dasselbe; gL ist lediglich die ältere Bezeichnung, weshalb sie oft als gL/gG angegeben wird. Entsprechend sind die hier gelisteten D01- und D02-Einsätze in den Produktangaben als gG geführt, der D03-Einsatz 5SE2280 als gL.
Nein. Ein Leitungsschutzschalter schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss. Der Schutz von Personen bei Fehlerströmen ist eine andere Aufgabe und wird mit dafür vorgesehenen Schutzeinrichtungen abgedeckt. Welche Kombination in einer konkreten Anlage erforderlich ist, legt die Fachplanung fest.
