MDT · KNX-Aktoren
Busgesteuerte Relais für Licht, Steckdosen und Motoren — die komplette MDT-Serienwelt AKS, AKK, AKI und die Messserien AMS/AMI, von 1 bis 24 Kanälen.
AKS-2416.03 · in der Verteilung
Ein Schaltaktor ist ein KNX-Gerät, das über den Bus empfangene Telegramme in echtes Schalten einer 230-V-Last umsetzt. Über ein Relais je Kanal schließt oder öffnet er den Laststromkreis für Beleuchtung, Steckdosen oder andere Verbraucher. Er ist damit die ausführende Instanz der Anlage: Erst der Aktor sorgt dafür, dass tatsächlich Strom fließt.
Wichtig ist die Abgrenzung zwischen Auslösen und Ausführen. Ein Taster, Bewegungs- oder Präsenzmelder löst aus, also sendet nur ein Telegramm auf den Bus. Der Schaltaktor schaltet dann die Last. Sensor und Aktor sind logisch getrennt und werden in der ETS über Gruppenadressen verknüpft — dadurch kann jeder Taster jeden Kanal beliebig ansteuern.

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Der Taster sendet ein Telegramm auf den Bus, der Schaltaktor schaltet die 230-V-Last.
Schaltaktoren gibt es als Reiheneinbaugerät (REG) für die Hutschiene in der Unterverteilung und als Unterputz-Ausführung (UP) für die Schalterdose direkt am Verbraucher. REG-Geräte wie der AKS-0816.03 (6 TE) bündeln viele Kanäle zentral, UP-Geräte wie der AKK-01UP.03 sparen Leitungswege zum Verteiler. Die Baubreite wird in Teilungseinheiten (TE) angegeben.
Beim Relaistyp unterscheidet MDT bistabil und monostabil. Bistabile Relais (AKS, AMS, AKI, AMI) halten ihre Stellung ohne Dauerstrom — der Schaltzustand bleibt bei Busspannungsausfall erhalten. Monostabile Relais (AKK Kompakt) sind günstiger und kleiner: Der AKK-0816.03 belegt nur 4 TE statt der 6 TE beim AKS 8-fach, hält den Zustand aber nur, solange Busspannung anliegt.
Typische Einsatzgebiete sind das Schalten von Beleuchtung, Steckdosenkreisen, Zentral-Aus-Funktionen sowie einfachen Verbrauchern wie Lüftern oder Pumpen. Über die umfangreiche ETS-Applikation lassen sich zusätzlich Zeit- und Treppenlichtfunktionen, Szenen, Logik- und Zentralfunktionen abbilden. Mit AMS/AMI kommt Energiemonitoring pro Kanal hinzu, etwa zur Verbrauchserfassung einzelner Kreise über Wh/kWh-Zähler.
Rechne pro Lichtkreis oder Steckdosengruppe einen Kanal und schlage 20–30 % Reserve auf, damit spätere Erweiterungen ohne Neukauf möglich sind. Große Zentralaktoren wie der AKS-1616.03 oder AKS-2416.03 senken in der Unterverteilung den Preis pro Kanal, während dezentrale UP-Aktoren wie der AKK-01UP.03 Leitungswege sparen. MDT deckt 1/2/4/8/12/16/20/24 Kanäle ab.
Entscheidend ist die maximale C-Last, also der kapazitive Einschaltstrom von LED und Vorschaltgeräten. Der AKK Kompakt schafft 70 µF, der AKS/AMS Standard 140 µF und der AKI/AMI Industrie 200 µF. Bei vielen EVG oder LED-Trafos an einem Kanal wählst du besser die höhere Serie, um Relaisschäden zu vermeiden. Für reine Lichtlasten reichen oft die günstigeren Varianten.
Wenn du den Verbrauch einzelner Kreise erfassen oder lastabhängig schalten willst, führt der Weg zu AMS oder AMI. Diese messen True-RMS im Bereich 10 mA bis 16/20 A, führen Wirkarbeitszähler in Wh/kWh und bieten Master/Slave- sowie Schwellwert-Schalten. Beachte: Strommessung gibt es nur als REG in 4/8/12-fach, etwa dem AMS-1216.03 oder AMI-1216.03 — nicht als Unterputzgerät.
Die MDT-Serien unterscheiden sich vor allem in Relaistyp, C-Last und Zusatzfunktionen. AKS Standard nutzt bistabile Relais (140 µF, Zustand bleibt bei Busausfall erhalten), AKK Kompakt monostabile Relais mit nur 70 µF und halber Baubreite. AKI Industrie schafft 200 µF und 16/20 A für hohe Einschaltströme und viele EVG. AMS und AMI ergänzen die jeweilige Basis um True-RMS-Strommessung. Die folgende Tabelle stellt die konkreten Modelle gegenüber.
Bistabile Relais, 140 µF C-Last, 1–24 Kanäle. Der Allrounder für Licht & Steckdosen.
Monostabil, 70 µF, halbe TE-Breite. Günstig und platzsparend in der Verteilung.
200 µF und 16/20 A — für hohe Einschaltströme und viele EVG.
True-RMS-Strommessung plus Wh/kWh-Zähler je Kanal für Energiemonitoring.
| Modell (MPN) | Serie | Kanäle | Bauform | Strom | C-Last | Strommess. | Preis | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| AKS-01UP.03 | Standard | 1 | UP | 16 A | 140 µF | – | 69 € | Zum Produkt |
| AKS-0416.03 | Standard | 4 | 4 TE | 16 A | 140 µF | – | 151 € | Zum Produkt |
| AKS-0816.03 | Standard | 8 | 6 TE | 16 A | 140 µF | – | 209 € | Zum Produkt |
| AKS-1616.03 | Standard | 16 | 8 TE | 16 A | 140 µF | – | 307 € | Zum Produkt |
| AKS-2416.03 ★ | Standard | 24 | 12 TE | 16 A | 140 µF | – | 420 € | Zum Produkt |
| AKK-01UP.03 | Kompakt | 1 | UP | 16 A | 70 µF | – | 62 € | Zum Produkt |
| AKK-0416.03 | Kompakt | 4 | 2 TE | 16 A | 70 µF | – | 125 € | Zum Produkt |
| AKK-0816.03 | Kompakt | 8 | 4 TE | 16 A | 70 µF | – | 179 € | Zum Produkt |
| AKK-2416.03 | Kompakt | 24 | 12 TE | 16 A | 70 µF | – | 372 € | Zum Produkt |
| AMS-1216.03 | + Strommess. | 12 | 12 TE | 16 A | 140 µF | ja | 305 € | Zum Produkt |
| AMI-1216.03 | Ind.+Mess. | 12 | 12 TE | 16/20 A | 200 µF | ja | 322 € | Zum Produkt |
| AKI-0816.04 | Industrie | 8 | 8 TE | 16/20 A | 200 µF | – | 234 € | Zum Produkt |
Preise brutto, tagesaktuell aus dem Shop.
Der häufigste Praxisfehler ist ein 'klebendes Relais': Hohe kapazitive Einschaltströme von LED-Trafos und EVG können die Relaiskontakte verschweißen, sodass ein Kanal dauerhaft eingeschaltet bleibt. Der Effekt tritt oft erst nach Wochen auf, wenn viele Leuchtmittel gemeinsam an einem Kanal hängen und der Einschaltstrom die zulässige C-Last der Serie überschreitet.
Die Lösung liegt in der richtigen Auslegung: Wähle die Serie passend zur C-Last (70/140/200 µF), setze bei Bedarf einen Einschaltstrombegrenzer ein und verteile große Lasten auf mehrere Kanäle. Bei vielen EVG ist der AKI mit 200 µF oder der AMI die sichere Wahl statt eines überlasteten AKK mit nur 70 µF.
Die Inbetriebnahme erfolgt in der ETS über die MDT-Applikation. Nach dem Import legst du je Kanal die Betriebsart fest — vom einfachen Schalten über Zeit- und Treppenlichtfunktionen bis zu Szenen, Logik- und Zentralfunktionen. Anschließend verknüpfst du Sensoren und Aktoren über Gruppenadressen. Bei AMS/AMI konfigurierst du zusätzlich die Zähler, Schwellwerte und Master/Slave-Funktionen. Über die Handbedienung am Gerät lässt sich jeder Kanal auch ohne Bus schalten und per LED prüfen. Das Datenblatt findest du im MDT-Handbuch (PDF).
Plane pro Lichtkreis oder Steckdosengruppe einen Kanal und schlage 20–30 % Reserve auf. So bleibst du bei Erweiterungen flexibel, ohne ein zusätzliches Gerät kaufen zu müssen. MDT bietet 1 bis 24 Kanäle an — große Zentralaktoren wie der AKS-2416.03 senken zudem den Preis pro Kanal in der Unterverteilung.
AKS Standard nutzt bistabile Relais mit 140 µF C-Last und hält den Zustand bei Busausfall. AKK Kompakt hat monostabile Relais, nur 70 µF und halbe Baubreite — der 8-fach belegt nur 4 statt 6 TE. AKI Industrie schafft 200 µF und 16/20 A für hohe Einschaltströme und viele EVG.
AMS und AMI messen den tatsächlichen Effektivstrom je Kanal (True-RMS, 10 mA bis 16/20 A) und führen Wirkarbeitszähler in Wh/kWh. Damit erfasst du den Verbrauch einzelner Kreise ohne separaten Zähler und kannst per Schwellwert lastabhängig schalten. Verfügbar sind sie nur als REG in 4/8/12-fach, etwa der AMS-1216.03.
LED-Trafos und EVG erzeugen hohe kapazitive Einschaltströme, die die Relaiskontakte verschweißen können — der Kanal bleibt dann dauerhaft an. Wähle die Serie nach der C-Last (70/140/200 µF), setze einen Einschaltstrombegrenzer ein und verteile große Lasten auf mehrere Kanäle, statt sie an einem Kanal zu bündeln.
Ja, unterschiedliche FI-Kreise und Spannungen dürfen an einem Aktor betrieben werden. Nicht zulässig ist jedoch der Mischbetrieb mit SELV-Spannungen an demselben Gerät. Prüfe zusätzlich immer die maximale Belastbarkeit je Kanal und die Vorgaben des jeweiligen Handbuchs.
Bei induktiven Lasten wie Motoren, Pumpen oder Lüftern liegt die schaltbare Leistung deutlich unter dem ohmschen Wert, weil hohe Anlauf- und Abschaltströme auftreten. Plane hier großzügige Reserven ein und setze bei kritischen oder größeren Verbrauchern ein vorgeschaltetes Koppelrelais ein, um die Aktorkontakte zu schonen.




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