Dehn · Erdung & Potentialausgleich
Vom koppelbaren Tiefenerder über die Potentialausgleichsschiene bis zum korrosionsfesten Festpunkt — die Bausteine für ein normgerechtes Erdungskonzept.
Tiefenerder Z D20 1500 · koppelbarer Staberder aus verzinktem Stahl
Ein Erdungsbauteil ist jedes Element, das den Weg von einem Schutz- oder Potentialausgleichsleiter bis ins Erdreich herstellt oder unterstützt. Dabei ist es wichtig, die Bauteile nach ihrer Funktion zu unterscheiden: Der eigentliche Erder — etwa ein Tiefenerder Typ Z — steht im Erdreich und stellt den elektrischen Kontakt zum Boden her. Er ist das Bauteil, das den Erdausbreitungswiderstand bestimmt.
Die Potentialausgleichsschiene (PAS) dagegen bleibt im Gebäude und sammelt die ankommenden PA-Leiter an einem zentralen Punkt, etwa die PAS 9AK oder PAS 11AK K12. Verbinder und Festpunkte sind die Bindeglieder dazwischen: Kreuzstücke wie das KS 8.10 St/tZn verbinden Rund- und Flachleiter, während Erdungs- und Kugelfestpunkte den Übergang durch die Gebäudehülle korrosionsgeschützt herstellen.

→
→
→
Vom Tiefenerder im Erdreich über Festpunkt und Verbinder bis zur Potentialausgleichsschiene im Gebäude.
Die Bauform richtet sich zuerst nach dem Werkstoff, und der wiederum nach dem Einbauort. Im direkten Erdkontakt entscheidet die Korrosionsbeständigkeit über die Lebensdauer: Für dauerfeuchtes Erdreich gehört Edelstahl V4A (NIRO) hinein, verzinkter Stahl (St/tZn) bleibt dem Beton — etwa als Fundamenterder — oder dem oberirdischen Einsatz vorbehalten. Tiefenerder Typ Z sind koppelbar, du treibst also Segment für Segment (D20 1500 oder D25 1500) bis zur gewünschten Tiefe ins Erdreich.
Auf der Anschlussseite zählen Leiterform, Querschnitt und Gewinde. Übliche Größen sind M10 und M12 bei den Festpunkten, Rundleiter Rd 8–10 mm und Flachleiter Fl 30 mm bei den Verbindern. Der kritische Punkt ist der Übergang von Beton ins Erdreich: Hier setzt du einen Erdungsfestpunkt (M M10/M12 oder K M10/M12) beziehungsweise einen Kugelfestpunkt KFP 20 M10, der den Anschluss dicht und korrosionssicher durch die Gebäudehülle führt.
Typische Anwendungen sind die Ringerdung und Tiefenerdung von Neubauten und Bestandsgebäuden, der Anschluss von Blitzschutzanlagen ans Erdungssystem sowie der Hauptpotentialausgleich im Hausanschlussraum. Die Tiefenerder Typ Z kommen dort zum Einsatz, wo ein Fundamenterder allein den geforderten Erdausbreitungswiderstand nicht erreicht; die Potentialausgleichsschienen bündeln die Schutzleiter von Wasser, Gas, Heizung und Metallkonstruktionen.
Entscheidend ist der Kontakt zum Erdreich. Für den direkten, dauerfeuchten Erdkontakt gehört Edelstahl V4A (NIRO) hinein, weil er der Bodenkorrosion standhält. Verzinkter Stahl (St/tZn) ist deutlich günstiger, gehört aber ausschließlich in den Beton (Fundamenterder) oder in den oberirdischen Bereich. Wählst du hier falsch, korrodiert der Erder vorzeitig.
Prüfe vor dem Kauf, welche Leiter du anschließen musst. Festpunkte gibt es mit Gewinde M10 oder M12 (etwa Erdungsfestpunkt M M10/M12), Kreuzstücke sind auf Rundleiter Rd 8–10 mm und Flachleiter Fl 30 mm ausgelegt. Das KS 8.10 St/tZn und das KS Cu Rd 8-10 unterscheiden sich zusätzlich im Werkstoff — stimme ihn auf die zu verbindenden Leiter ab.
Die nötige Erdertiefe hängt vom Bodenwiderstand ab. Die Tiefenerder Typ Z sind koppelbar, du verlängerst also mit weiteren Segmenten (D20 1500 oder D25 1500), bis der geforderte Wert erreicht ist. Die Potentialausgleichsschiene wählst du dagegen nach Anzahl und Querschnitt der anzuschließenden Leiter — PAS 9AK oder die größere PAS 11AK K12.
Die drei Bauteilgruppen erfüllen unterschiedliche Aufgaben und lassen sich nicht gegeneinander tauschen. Tiefenerder wie der Typ Z stellen den Erdkontakt her und werden nach Erdreich und Werkstoff gewählt; Potentialausgleichsschienen sammeln die PA-Leiter im Gebäude und werden nach Leiteranzahl und -querschnitt dimensioniert; Festpunkte und Kreuzstücke sind Verbinder, die den Übergang und die korrosionssichere Anschlussstelle bilden. Die folgende Tabelle stellt Werkstoff und Anschluss der Bauformen gegenüber.
Verzinkter Stahl, Ø20/Ø25 mm, koppelbar für beliebige Erdertiefe.
Potentialausgleichsschiene für Rd-/Fl-Leiter, 7–10 Anschlüsse, 2,5–95 mm².
Edelstahl-Durchführung Beton→außen, korrosionsfester Anschluss M10/M12.
Lösbarer, korrosionsgeschützter Erdungsanschluss als Übergangspunkt.
St/tZn oder Cu — verbindet Rund- und Flachleiter kreuzweise.
| Modell | Serie | Werkstoff / Maß | Einsatz | Preis | |
|---|---|---|---|---|---|
| Tiefenerder Z D20 1500 ★ | Tiefenerder | St/tZn, Ø20 mm, 1500 mm | Erdung | 33 € | Zum Produkt |
| Tiefenerder Z D25 1500 | Tiefenerder | St/tZn, Ø25 mm, 1500 mm | Erdung | 54 € | Zum Produkt |
| PAS 9AK | Potentialausgleichsschiene | 7 Anschlüsse, 2,5–16 mm² | Potentialausgleich | 11 € | Zum Produkt |
| PAS 11AK K12 | Potentialausgleichsschiene | 10 Anschlüsse, 2,5–95 mm² | Potentialausgleich (Hauptleiter) | 23 € | Zum Produkt |
| Erdungsfestpunkt M M10/M12 | Erdungsfestpunkt | V4A/NIRO, M10/M12 | Erdung (Wanddurchführung) | 26 € | Zum Produkt |
| Erdungsfestpunkt K M10/M12 | Erdungsfestpunkt | V4A/NIRO, M10/M12 | Erdung (Wanddurchführung) | 31 € | Zum Produkt |
| KFP 20 M10 | Kugelfestpunkt | Ø20 mm, M10, gerade | Erdung (lösbarer Anschluss) | 22 € | Zum Produkt |
| KS 8.10 St/tZn | Kreuzstück | St/tZn, Rd 8–10 / Fl 30 | Erdung (Leiterverbindung) | 7 € | Zum Produkt |
| KS Cu Rd 8-10 | Kreuzstück | Cu, Rd 8–10 / 8–10 | Erdung (Cu-Kombination) | 11 € | Zum Produkt |
Preise brutto, tagesaktuell aus dem Shop.
Der mit Abstand häufigste Fehler ist der Einsatz von verzinktem Stahl (St/tZn) im direkten Erdkontakt. Im dauerfeuchten Boden greift die Korrosion den Zinküberzug rasch an, der Erder verliert seinen Kontaktwert und im schlimmsten Fall die tragende Substanz. Was oberirdisch oder im Beton jahrzehntelang hält, versagt im Erdreich oft schon nach wenigen Jahren.
Die Lösung ist konsequente Werkstofftrennung: Im direkten Erdkontakt gehört Edelstahl V4A (NIRO) hinein — St/tZn setzt du nur im Beton als Fundamenterder oder oberirdisch ein. Den Übergang zwischen den Bereichen stellst du über einen korrosionsgeschützten Festpunkt her, damit an der Durchführung kein feuchter St/tZn-Abschnitt entsteht.
Für eine dauerhafte Anlage treibst du zuerst die Tiefenerder Typ Z auf die erforderliche Tiefe und koppelst bei Bedarf weitere Segmente an. Den Übergang durch die Gebäudehülle führst du über einen Erdungs- oder Kugelfestpunkt, dann verbindest du die PA-Leiter sauber an der Potentialausgleichsschiene. Achte durchgehend auf korrosionssichere Werkstoffkombinationen — V4A im Erdreich, St/tZn nur in Beton oder oberirdisch — und dokumentiere die gemessenen Werte des Erdausbreitungswiderstands. Das Datenblatt findest du im Dehn-Datenblatt (PDF).
Video: Errichtung einer Erdungsanlage für Wohngebäude mit dem DEHN Erdungsset · Kanal: DEHN Deutschland
Im direkten Erdkontakt gehört Edelstahl V4A (NIRO) hinein, denn verzinkter Stahl (St/tZn) korrodiert im dauerfeuchten Boden rasch. St/tZn ist nur für den Einsatz im Beton als Fundamenterder oder für oberirdische Bereiche geeignet. Diese Werkstofftrennung entscheidet über die Lebensdauer der gesamten Erdungsanlage.
Eine feste Zahl gibt es nicht, die Tiefe hängt vom Bodenwiderstand ab. Deshalb sind die Tiefenerder Typ Z D20 1500 und D25 1500 koppelbar: Du treibst Segment für Segment ins Erdreich, bis der geforderte Erdausbreitungswiderstand erreicht ist. Bei hochohmigem Boden helfen oft mehrere verteilte Erder mehr als reine Tiefe.
Die Potentialausgleichsschiene, etwa PAS 9AK oder PAS 11AK K12, bündelt alle PA-Leiter an einem zentralen Punkt. Dort werden metallene Versorgungsleitungen, Konstruktionen und der Schutzleiter zusammengeführt und mit der Erdungsanlage verbunden. So bleiben alle Teile auf gleichem Potential und Berührungsspannungen werden vermieden.
Ein Erdungsfestpunkt wie der M M10/M12 oder der Kugelfestpunkt KFP 20 M10 führt den Erdungsanschluss korrosionsgeschützt durch die Gebäudehülle, etwa vom Fundamenterder nach außen. Du setzt ihn überall dort ein, wo der Leiter den Übergang von Beton ins Erdreich oder durch eine Wand nehmen muss.
Der Querschnitt richtet sich nach Leiterform und Anschluss. Die Verbinder sind auf Rundleiter Rd 8–10 mm und Flachleiter Fl 30 mm ausgelegt, die Festpunkte auf Gewinde M10 oder M12. Stimme Leiterform, Querschnitt und Gewinde vor dem Kauf aufeinander ab, damit die Verbindung sicher klemmt.
Ja, dafür sind Kreuzstücke gedacht. Das KS 8.10 St/tZn und das KS Cu Rd 8-10 verbinden Rund- und Flachleiter form- und kraftschlüssig. Achte auf den passenden Werkstoff: Im feuchten Bereich musst du Kontaktkorrosion durch eine verträgliche Materialpaarung vermeiden.
Noch mehr Fachwissen, Kaufhilfen und Praxis-Tipps aus der Elektro-Welt:
