Ratgeber · Zähler- & Messtechnik
In der Unterverteilung entscheidet sich, ob du deinen Strom nur zählst oder wirklich verstehst. Ein einfacher Zähler sagt dir, wie viele Kilowattstunden geflossen sind. Ein Netzanalysator wie die Janitza-UMG-Reihe zeigt dir zusätzlich, in welcher Qualität dein Strom ankommt: Oberschwingungen, Spannungseinbrüche, Differenzströme. Dieser Ratgeber führt dich durch den Entscheidungsbaum – vom günstigen Multifunktionsgerät bis zum modularen Analysator – und erklärt, worauf es bei Direkt- gegen Wandlermessung und bei der Anbindung ins Energiemonitoring ankommt.

Alle hier gelisteten Janitza-Geräte messen in der Unterverteilung – aber sie lösen unterschiedliche Aufgaben: vom günstigen Multifunktions-Energieanalysator über spezialisierte Netz- und Spannungsqualitätsanalysatoren bis zum modularen Baukasten. Die Tabelle zeigt die zentralen Vertreter mit den Angaben aus der jeweiligen Produktbezeichnung.
| Modell | Geräteklasse | Spannung (lt. Bez.) | Besonderheit | Preis |
|---|---|---|---|---|
| UMG 96RM | Energieanalysator (Multifunktion) | 90–277 V | Günstiger Einstieg in die Multifunktionsmessung | 274,56 € |
| UMG 96RM-E | Netzanalysator | 90–277 V | Ethernet-Anbindung und Differenzstromüberwachung (RCM) | 719,28 € |
| UMG 604 E-PRO | Netzanalysator (funktional erweitert) | 230 V | Leistungsstarke Analyse an einer Messstelle | 861,26 € |
| UMG 96-PQ-L | Spannungsqualitätsanalysator | 90–277 V / 24–90 V | Fokus Spannungsqualität, mehrere Varianten | 502,10 € |
| UMG 96-PQ-L IT | Spannungsqualitätsanalysator | 90–277 V | Ausführung für IT-Netze | 575,44 € |
| UMG 801 (Basisgerät) | Modularer Netzanalysator, 8 TE | – | Über Module erweiterbar, viele Messstellen | 1.760,62 € |
Die Spanne von rund 275 bis über 1.760 € zeigt: „Netzanalysator" ist kein einzelnes Produkt, sondern eine Bandbreite. Welches Gerät passt, hängt weniger vom Budget ab als von der Frage, was du messen willst.
Der wichtigste Gabelpunkt liegt ganz am Anfang: zählen oder analysieren? Ein reiner Zähler beantwortet „Wie viel Energie ist geflossen?" – zuverlässig, günstig und, wenn MID-konform, auch für die Weiterberechnung an Mieter oder Ladepunkte geeignet. Was er nicht beantwortet: „In welcher Qualität ist der Strom angekommen?" Genau das ist die Domäne der Janitza-UMG-Geräte. Die folgende Matrix ordnet jeden typischen Bedarf einer Geräteklasse und einem konkreten Beispiel zu.
| Das willst du wissen / erreichen | Passende Geräteklasse | Beispiel aus dem Sortiment |
|---|---|---|
| Nur Verbrauch in kWh, ggf. abrechnungsrelevant | Einfacher Modbus-/MID-Zähler | Eigene Geräteklasse (kein Analysator) |
| Multifunktion: Strom, Spannung, Leistung, Energie – Einstieg | Energieanalysator | UMG 96RM (274,56 €) |
| Zusätzlich Netzwerk-Fernanbindung + Differenzstrom (RCM) | Netzanalysator mit Ethernet | UMG 96RM-E (719,28 €) |
| Spannungsqualität im Fokus (Oberschwingungen, Einbrüche) | Spannungsqualitätsanalysator | UMG 96-PQ-L (ab 502,10 €) |
| Leistungsstarke Analyse an einer zentralen Messstelle | Netzanalysator Oberklasse | UMG 604 E-PRO (861,26 €) |
| Viele Messstellen, modular wachsen | Modularer Netzanalysator | UMG 801 + Module (ab 1.760,62 €) |
Ein häufiger Denkfehler: „Ich nehme gleich den größten Analysator, dann bin ich sicher." Teurer heißt nicht automatisch passender – ein Spannungsqualitätsanalysator misst anderes als ein modularer Multi-Messstellen-Analysator. Und bei abrechnungsrelevanter Messung kommt die MID-Frage ins Spiel: Wo Energie an Dritte weiterberechnet wird, braucht der Zähler die passende Konformität. Ob ein Gerät diese erfüllt, steht im Datenblatt – kläre das mit deiner Elektrofachkraft.
Der Strom, den du messen willst, muss physisch zum Gerät passen. Ein Analysator in der Hausverteilung sieht andere Ströme als eine Gewerbe-Einspeisung mit hunderten Ampere. Für große Ströme führt niemand die volle Last durch ein Hutschienen-Messgerät – dafür sind Stromwandler da: Sie sitzen um den Leiter herum und liefern ein maßstäbliches, kleines Abbild. Bei den Janitza-Geräten sind die Strommesseingänge auf Wandlerbetrieb ausgelegt; die „Low Power"-Ausführungen der 96-PQ-L-Reihe und das Strommessmodul 800-CT8-LP arbeiten mit Low-Power-Wandlern. Eine feste Ampere-Grenze für die Direktmessung nennen wir bewusst nicht: Sie unterscheidet sich je nach Gerät und steht im Datenblatt.
Vier Namensfamilien, vier Philosophien. Der UMG 96RM (274,56 €) ist der preisgünstige Allrounder im 96er-Fronttafel-Format – der klassische Einstieg, wenn aus „nur zählen" ein echtes Erfassen werden soll. Der UMG 96RM-E (719,28 €) bringt laut Bezeichnung zusätzlich Ethernet und RCM (Differenzstromüberwachung) mit – die naheliegende Wahl, wenn das Gerät Daten ins Monitoring liefern und Fehlerströme im Blick behalten soll.
Der UMG 604 E-PRO (861,26 €) ist als funktional erweiterter Netzanalysator die leistungsstarke Option für eine anspruchsvolle zentrale Messstelle. Die UMG 96-PQ-L-Reihe (ab 502,10 €) ist der Spezialist für Spannungsqualität, und der UMG 801 (1.760,62 €) ist der modulare, über Steckmodule erweiterbare Analysator für viele Messpunkte. Faustregel: 96RM für den Einstieg, 96RM-E für Anbindung plus RCM, 604 E-PRO für maximale Analyse an einer Stelle, 96-PQ-L für den Fokus Spannungsqualität, 801 für den modularen Ausbau.
Die 96-PQ-L ist die Reihe, wenn es dir um die Sauberkeit deines Netzes geht. Weil Anlagen sich in Netzform, Versorgungsspannung und Wandlertechnik unterscheiden, gibt es das Gerät in mehreren Ausführungen. Die Übersicht listet alle lieferbaren Varianten mit den Angaben aus der Produktbezeichnung.
| Variante | Spannungsbereich | Zusatz | Preis |
|---|---|---|---|
| UMG 96-PQ-L 90-277V | 90–277 V | Standard | 502,10 € |
| UMG 96-PQ-L 24-90V | 24–90 V | Standard | 502,10 € |
| UMG 96-PQ-L Low Power 90-277V | 90–277 V | Low-Power-Eingänge | 502,10 € |
| UMG 96-PQ-L Low Power 24-90V | 24–90 V | Low-Power-Eingänge | 502,10 € |
| UMG 96-PQ-L 90-277V Kl S | 90–277 V | Messklasse S | 590,48 € |
| UMG 96-PQ-L 24-90V Kl S | 24–90 V | Messklasse S | 590,48 € |
| UMG 96-PQ-L IT 90-277V | 90–277 V | IT-Netz | 575,44 € |
| UMG 96-PQ-L IT 90-277V Kl S | 90–277 V | IT-Netz + Messklasse S | 664,76 € |
So liest du die Tabelle: Der Spannungsbereich muss zur Versorgung deines Geräts passen (90–277 V ist der Regelfall). Die „IT"-Varianten wählst du nur bei tatsächlichem IT-Netz – in normalen TN-Netzen im Wohn- und Zweckbau nicht. „Kl S" ist relevant, wenn eine bestimmte Messklasse gefordert ist. Welche Netzform bei dir vorliegt, beurteilt die Elektrofachkraft.
RCM ist einer der Gründe, statt eines reinen Zählers zum UMG 96RM-E zu greifen. Ein Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD) trennt bei einem Fehlerstrom ab – RCM dagegen überwacht den Differenzstrom kontinuierlich und meldet einen Anstieg, ohne abzuschalten. So erkennst du schleichende Isolationsprobleme früh, statt vom plötzlichen Auslösen überrascht zu werden. Oberschwingungen wiederum sind die „unsichtbare" Netzbelastung moderner Installationen: Je mehr Elektronik hängt, desto stärker weicht der Strom von der Sinusform ab. Genau darauf ist die 96-PQ-L-Reihe ausgelegt – ein einfacher Zähler sieht nur die Summe, nicht die Form.
Der Mehrwert entsteht über die Zeit: Wer kontinuierlich misst und die Daten per Modbus oder – beim 96RM-E – über Ethernet ins Monitoring holt, erkennt Muster. Ein Spannungseinbruch immer beim Anlauf einer bestimmten Maschine, ein steigender Oberschwingungspegel, ein langsam wachsender Differenzstrom. Welche Protokolle und Register ein Gerät genau unterstützt, steht im Datenblatt – prüfe das vor dem Kauf, wenn die Anbindung feststeht.
Während die 96er-Geräte je eine Messstelle in festem Format abdecken, ist der UMG 801 ein Systemgedanke: ein Basisgerät, an das du über Steckmodule genau die Funktionen andockst, die deine Anlage braucht. Das lohnt sich, wenn du absehbar viele Messpunkte hast oder dein Messkonzept wachsen soll – du investierst in eine Plattform statt in viele Einzelgeräte, kannst klein starten und später ergänzen. Wenn das Basisgerät nicht dort sitzt, wo du ablesen willst, setzt du mit dem abgesetzten RD 96 die Anzeige an die Schrankfront. Welche Module in welcher Zahl sinnvoll sind, legst du gemeinsam mit deiner Elektrofachkraft und – bei größeren Anlagen – dem Planer fest.
Die komplette Variantenauswahl der Spannungsqualitätsreihe findest du mit Preisen in der 96-PQ-L-Tabelle weiter oben. Hier die zentralen Geräte und Systembausteine auf einen Blick:
Das hängt von deiner Frage ab. Willst du nur wissen, wie viele Kilowattstunden geflossen sind – etwa für eine Abrechnung – reicht ein einfacher Energiezähler; wo abgerechnet wird, sollte er MID-konform sein. Willst du dagegen die Netzqualität verstehen (Oberschwingungen, Spannungseinbrüche, Differenzströme), brauchst du einen Netz- oder Spannungsqualitätsanalysator wie die Janitza-UMG-Reihe. Der Einstieg dorthin ist der UMG 96RM für 274,56 €.
Der UMG 96RM ist der günstige Multifunktions-Einstieg, der 96RM-E ergänzt Ethernet und Differenzstromüberwachung (RCM). Die 96-PQ-L-Reihe ist auf Spannungsqualität spezialisiert und kommt in mehreren Varianten. Der UMG 604 E-PRO ist ein funktional erweiterter Netzanalysator für eine anspruchsvolle zentrale Messstelle. Und der UMG 801 ist ein modularer, über Steckmodule erweiterbarer Analysator für viele Messstellen.
Die Direktmessung, bei der der Laststrom durch das Gerät fließt, funktioniert nur bis zu einem geräteabhängigen Grenzwert und für kleine Ströme. Darüber arbeitet man mit Stromwandlern, die den großen Primärstrom auf einen genormten kleinen Sekundärstrom (klassisch …/5 A oder …/1 A) abbilden. Eine allgemeingültige Ampere-Grenze gibt es nicht – sie steht im Datenblatt des jeweiligen Geräts. Welche Messart und welches Wandlerverhältnis zu deiner Anlage passen, legt die Elektrofachkraft fest.
RCM steht für Residual Current Monitoring, also Differenzstromüberwachung. Anders als ein Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD), der bei einem Fehlerstrom abschaltet, überwacht RCM den Differenzstrom kontinuierlich und meldet einen Anstieg, ohne den Betrieb zu unterbrechen. So lassen sich schleichende Isolationsprobleme früh erkennen. Beim UMG 96RM-E ist diese Funktion laut Produktbezeichnung enthalten.
„IT" kennzeichnet die Ausführung für IT-Netze – eine besondere Netzform, bei der kein Betriebsmittel direkt geerdet ist. „Kl S" steht für eine bestimmte Messklasse der Spannungsqualität. „Low Power" bezeichnet die Ausführung für Low-Power-Stromwandler. Zusätzlich gibt es die Reihe in zwei Spannungsbereichen: 90–277 V und 24–90 V. Welche Kombination du brauchst, ergibt sich aus Netzform, Versorgungsspannung und Wandlertyp und gehört mit der Fachkraft geklärt.
Janitza-Geräte lassen sich typischerweise über Modbus in ein übergeordnetes Monitoring einbinden – die etablierte Schnittstelle der Mess- und Automatisierungstechnik. Soll die Anbindung direkt über das Netzwerk laufen, ist der UMG 96RM-E mit seinem Ethernet-Anschluss die naheliegende Wahl. Für den modularen UMG 801 sorgt das Modulverbindungsset 800-CON mit RJ45 für die Verbindung der Module. Welche Protokolle und Register ein Gerät genau unterstützt, steht im Datenblatt – prüfe das vor dem Kauf, wenn die Anbindung feststeht.
Nein. Diese Geräte sitzen in der festen Elektroinstallation im Zähler- oder Verteilerschrank, häufig hinter Stromwandlern. Auswahl und Verständnis kannst du dir selbst erarbeiten – dabei hilft dieser Ratgeber. Der Einbau, die Verdrahtung und die Beschaltung der Wandler gehören jedoch zwingend in die Hand einer qualifizierten Elektrofachkraft. Ein falsch angeschlossenes Gerät oder ein falsch gewählter Wandler liefert im besten Fall falsche Werte – und ist im schlechtesten Fall gefährlich.
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