Der Gira X1 ist ein KNX-Server im Reiheneinbauformat, der eine bestehende KNX-Anlage um Visualisierung per App, Logikfunktionen und – zusammen mit dem Gira S1 – sicheren Fernzugriff erweitert. Er trägt die Bestellnummer 209600, belegt 2 Teilungseinheiten (36 mm) im Verteiler und wird an KNX-Bus und Netzwerk angeschlossen.
Dieser Artikel beantwortet die Fragen, die vor dem Kauf wirklich zählen: Was kann das Gerät, was braucht es, wo hört es auf – und wann der größere HomeServer die richtige Wahl ist.
| Merkmal | Gira X1 |
|---|---|
| Bestellnummer | 209600 |
| Bauform | Reiheneinbaugerät, 2 Teilungseinheiten (36 mm) |
| Anschlüsse | KNX-Bus, Netzwerk (LAN), separate Spannungsversorgung |
| Aufgabe | Visualisierung, Logik, Zeitsteuerung, Szenen |
| Bedienung | Gira Smart Home App (iOS/Android), Gira G1, Windows Client |
| Projektierung | ETS (ab 4.1.8) für Adresse und Applikation, danach Gira Projekt Assistent (GPA, kostenlos) |
| Fernzugriff | über Gira S1 und Gira Geräteportal |
| Voraussetzung | bestehende KNX-Anlage mit ETS-Parametrierung |
Ohne Server ist KNX ein System aus Tastern und Aktoren – funktional, aber ohne Bildschirmoberfläche. Der X1 liefert genau die: In der Gira Smart Home App siehst du Räume, Gewerke und Zustände, schaltest Licht, fährst Rollläden, änderst Solltemperaturen und rufst Szenen auf.
Die Oberfläche wird nicht programmiert, sondern zusammengestellt: Im Gira Projekt Assistent ordnest du Funktionen den Räumen zu, vergibst Namen und Symbole. Wer sein KNX-Projekt kennt, baut die Visualisierung an einem Abend.
Wichtig zur Einordnung: Die physikalische Adresse und die Applikation des X1 selbst werden mit der ETS geladen (ab Version 4.1.8) – erst danach übernimmt der GPA. Der X1 ist also kein ETS-freies Gerät.
Der zweite große Nutzen sind die Logikbausteine. Damit entstehen Abläufe, die einzelne KNX-Geräte allein nicht leisten:
Der X1 kann Zustände überwachen und melden – etwa ein offen gebliebenes Fenster oder eine ausgelöste Störmeldung. Das macht aus der Installation ein System, das nicht nur schaltet, sondern informiert.
Der X1 ist eine Ergänzung, kein Startpunkt. Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein:
Nicht nötig ist dagegen ein Abo oder eine Cloud-Registrierung für den Grundbetrieb: Im lokalen Netz arbeitet der X1 eigenständig.
Die häufigste Kaufentscheidung. Beide visualisieren und beide bringen Logik mit – der Unterschied liegt im Maßstab:
| Gira X1 (209600) | Gira HomeServer (052900) | |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Wohnhaus, Wohnung | große Wohnhäuser, anspruchsvolle Projekte, Objekt |
| Logik | umfangreiche Bausteine für typische Wohnaufgaben | deutlich mächtiger, komplexe Verkettungen |
| Visualisierung | standardisierte, sehr aufgeräumte App-Oberfläche | frei gestaltbar bis ins Detail |
| Projektierung | Gira Projekt Assistent – auch für Ambitionierte machbar | Experten-Werkzeug, meist über Fachplaner |
| Preisniveau | rund 870 € (Stand 07/2026) | rund 2.300 € (Stand 07/2026) |
Unsere Empfehlung: Für ein Einfamilienhaus mit Licht, Beschattung, Heizung und Szenen ist der X1 die richtige Wahl – er deckt ab, was tatsächlich genutzt wird. Der HomeServer lohnt sich, wenn Multimedia, Fremdsysteme und wirklich komplexe Logik dazukommen. Ausführlich vergleichen wir das in X1 oder HomeServer.
Der X1 allein arbeitet im Heimnetz. Wer von unterwegs zugreifen will, ergänzt den Gira S1 (Bestell-Nr. 208900). Er stellt über das Gira Geräteportal eine gesicherte Verbindung her – ohne dass im Router Ports geöffnet werden müssen.
Genau das ist der Punkt: Eine per Portfreigabe „schnell selbst gebaute“ Fernzugriffslösung öffnet die Haussteuerung ins Internet. Der S1 vermeidet das und erlaubt zusätzlich die Fernwartung durch den Elektrobetrieb. Details in Sicherer Fernzugriff mit dem Gira S1.
Die Visualisierung des X1 lässt sich auf mehreren Wegen bedienen:
Wichtig für den Alltag: Auch mit Server bleiben die KNX-Taster an der Wand voll funktionsfähig. Die App ergänzt die Bedienung, sie ersetzt sie nicht – und das ist gut so, denn Gäste und Kinder greifen zum Schalter.
Diese Aufteilung ist der eigentliche Charme des Systems: Die spannende Arbeit – wie sich das Haus verhalten soll – bleibt bei dir.
Ehrlichkeitshalber: Wer keine KNX-Anlage hat und nur ein paar Geräte smart machen will, ist mit einem Funksystem besser bedient – die Einordnung dazu steht in KNX oder Funk. Und wer gerade neu baut und noch keine Entscheidung getroffen hat, sollte auch Gira One als Alternative prüfen: Das System kommt ohne ETS aus, ist dafür aber weniger frei.
Der Gira X1 (Bestell-Nr. 209600) ist ein KNX-Server im Reiheneinbauformat. Er ergänzt eine bestehende KNX-Anlage um drei Dinge: eine Visualisierung für Smartphone und Tablet über die Gira Smart Home App, Logikfunktionen wie Zeitschaltuhren, Szenen und Verknüpfungen sowie – in Verbindung mit dem Gira S1 – einen gesicherten Fernzugriff.
Ja. Der X1 ist kein eigenständiges Smart-Home-System, sondern setzt eine funktionierende KNX-Installation mit Busspannungsversorgung und Aktorik voraus. Er wird an den KNX-Bus und ans Netzwerk angeschlossen.
Ja, aber in zwei Schritten: Die physikalische Adresse und die Applikation des X1 werden mit der ETS geladen (ab Version 4.1.8), ebenso werden Aktoren und Sensoren weiterhin per ETS parametriert. Visualisierung und Logik des X1 entstehen danach im Gira Projekt Assistent (GPA), einer kostenlosen Software von Gira.
Der X1 deckt Visualisierung und Logik für Wohnhäuser ab. Der HomeServer (Bestell-Nr. 052900) ist das größere System für umfangreiche Projekte mit mehr Logikleistung, mehr Schnittstellen und aufwendigeren Visualisierungen – entsprechend teurer und aufwendiger in der Projektierung.
Über den Gira S1 (Bestell-Nr. 208900) und das Gira Geräteportal. Der S1 baut die gesicherte Verbindung nach außen auf – ohne Portfreigaben im Router, was der entscheidende Sicherheitsvorteil gegenüber selbst gebauten Lösungen ist.
Die Projektierung im Gira Projekt Assistent kannst du als interessierter Laie selbst übernehmen – das ist reine Softwarearbeit. Der Einbau im Verteiler und der Anschluss an KNX-Bus und Netzwerk gehören zur festen Elektroinstallation und damit in die Hände einer Elektrofachkraft.
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