Ratgeber · Homematic IP
Beschlagene Fenster am Morgen, ein muffiger Keller, Müdigkeit im Homeoffice nach zwei Stunden Videokonferenz – hinter all dem steckt dasselbe Thema: Raumklima. Wer Temperatur, Luftfeuchte und CO2 misst, sieht Probleme, bevor sie zu Schimmel oder Kopfschmerzen werden – und kann mit Homematic IP direkt automatisiert gegensteuern. Hier erfährst du, welcher Sensor wofür gedacht ist: vom günstigen Funk-Temperatursensor über Außen- und Wired-Varianten bis zum CO2-Sensor für die Lüftungsampel.

Zehn Sensoren, vier Einsatzfelder: batteriebetriebene Funk-Sensoren für innen (mit und ohne Display, in Weiß und Anthrazit), wetterfeste Außensensoren als Referenz fürs richtige Lüften, Wired-Varianten für die Businstallation und zwei CO2-Sensoren für die Luftqualität. Die Preise sind Bruttopreise aus unserem Shop.
| Modell | Messwerte | Montage / Einsatz | Preis |
|---|---|---|---|
| HmIP-STH | Temperatur, Luftfeuchte | Funk, innen | 33,02 € |
| HmIP-STHD | Temperatur, Luftfeuchte | Funk, innen, mit Display | 42,47 € |
| HmIP-STH-A | Temperatur, Luftfeuchte | Funk, innen, Anthrazit | 42,47 € |
| HmIP-STHD-A | Temperatur, Luftfeuchte | Funk, innen, Anthrazit, mit Display | 51,93 € |
| HmIP-STHO | Temperatur, Luftfeuchte | Funk, außen, Weiß | 47,20 € |
| HmIP-STHO-A | Temperatur, Luftfeuchte | Funk, außen, Anthrazit | 47,20 € |
| HmIPW-STH | Temperatur, Luftfeuchte | Wired-Bus, innen | 59,29 € |
| HmIPW-STHD | Temperatur, Luftfeuchte | Wired-Bus, innen, mit Display | 71,16 € |
| HmIPW-SCTHD | CO2, Temperatur, Luftfeuchte | Wired-Bus, innen | 154,25 € |
| HmIP-SCTH230 | CO2, Temperatur, Luftfeuchte | 230 V, feste Installation | 188,96 € |
Als grober Richtwert für Wohnräume gelten etwa 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte als angenehm. Darunter trocknen Schleimhäute aus, darüber steigt auf Dauer das Schimmelrisiko – vor allem dort, wo warme, feuchte Luft auf kühle Flächen trifft: Schlafzimmer, Bad, Außenwandecken, Keller. Beim CO2 gilt der klassische Richtwert von rund 1.000 ppm (die sogenannte Pettenkofer-Zahl) als Grenze zwischen frischer und verbrauchter Luft.
Der Clou an vernetzter Sensorik gegenüber dem einfachen Hygrometer aus dem Baumarkt: Die Werte landen nicht nur auf einer Anzeige, sondern in deinem Smart-Home-System. Dort kannst du Verläufe ansehen, Benachrichtigungen einrichten und Aktoren reagieren lassen. Wie das im Zusammenspiel mit dem übrigen Homematic IP Sortiment aussieht, zeigt dir unsere Homematic IP Markenwelt im Überblick.
Die STH-Familie ist das Arbeitspferd des Raumklima-Sortiments. Der Unterschied zwischen den Varianten ist schnell erklärt: Das D in STHD steht für das Display. Wer die Werte ohnehin nur in der App oder der Zentrale ansieht, spart mit dem displaylosen HmIP-STH knapp zehn Euro pro Raum – bei einer Vollausstattung mit fünf oder sechs Räumen summiert sich das. Wer dagegen im Schlafzimmer oder Kinderzimmer auf einen Blick sehen will, ob gelüftet werden sollte, greift zum STHD mit Anzeige.
Die Anthrazit-Varianten STH-A und STHD-A sind die richtige Wahl, wenn deine Schalter und Rahmen dunkel gehalten sind oder der Sensor auf dunkler Wand nicht auffallen soll. Technisch entsprechen sie ihren weißen Geschwistern – du zahlst hier für die Farbe einen kleinen Aufpreis.
Praktisch ist die Kombination mit der Heizung: Weil die Sensoren die Ist-Temperatur dort messen, wo du dich aufhältst (und nicht direkt am Heizkörper), liefern sie eine bessere Datenbasis für die Regelung. Welche Heizkörperthermostate dazu passen, ist ein eigenes Thema – die Raumklima-Sensoren sind in jedem Fall die Messseite dieser Gleichung.
Ein Außensensor wirkt auf den ersten Blick wie Luxus – bis man versteht, wofür er da ist: Lüften bringt nur dann Feuchtigkeit aus dem Haus, wenn die Außenluft nach dem Aufwärmen trockener ist als die Innenluft. Im Sommer kann das Gegenteil passieren: Wer den kühlen Keller mittags bei schwülem Wetter lüftet, holt sich feuchte Luft herein, die an den kalten Kellerwänden kondensiert – genau so entstehen die berüchtigten muffigen Keller.
Mit einem STHO draußen und einem STH im Keller hast du beide Werte im System und kannst die Entscheidung „Lüften – ja oder nein?“ auf Daten stützen statt auf Bauchgefühl. Mehr dazu im Abschnitt Taupunkt & Schimmelprävention.
Wenn du neu baust oder kernsanierst und dich für Homematic IP Wired entschieden hast, gibt es wenig Gründe, beim Raumklima auf Funk zu setzen: Die Wired-Sensoren hängen am Bus, brauchen nie neue Batterien und fügen sich in die zentrale Installation ein. Der Aufpreis gegenüber den Funkvarianten ist überschaubar, wenn die Businfrastruktur ohnehin vorhanden ist.
Wichtig ist die Reihenfolge: erst die Busplanung, dann die Geräteauswahl. Wie du ein Wired-Projekt richtig aufsetzt – von der Leitungsführung bis zur Auswahl der Komponenten – haben wir im Ratgeber Homematic IP Wired richtig planen ausführlich beschrieben.
CO2 ist die ehrlichste Messgröße fürs Lüften: Während man hohe Luftfeuchte manchmal noch an beschlagenen Scheiben erkennt, ist verbrauchte Luft unsichtbar und geruchlich schwer einzuschätzen – man gewöhnt sich schleichend daran. Im Homeoffice merkst du den CO2-Anstieg als nachlassende Konzentration, im Schlafzimmer als unruhigen Schlaf. Ein Sensor macht daraus einen Zahlenwert, auf den du reagieren kannst.
Richtig stark wird das Thema mit Automation: Steigt der CO2-Wert über deine Schwelle, schickt das System eine Benachrichtigung oder schaltet eine Signalleuchte – die klassische Lüftungsampel. In Kombination mit Fensterkontakten weiß das System sogar, ob die Lüftungsempfehlung schon umgesetzt wurde, und kann währenddessen die Heizung im Raum absenken. Welche Fenster- und Türkontakte sich dafür eignen, liest du im Ratgeber Homematic IP Alarmanlage & Fensterkontakte.
Die Wahl zwischen den beiden Modellen ist eine Infrastruktur-Frage: In einer Wired-Installation ist der HmIPW-SCTHD die natürliche Wahl, im Bestand ohne Bus die 230-V-Variante SCTH230 – etwa dort, wo an der Wunschposition ohnehin eine Leitung liegt oder gelegt wird.
Warum schimmelt es fast immer in denselben Ecken? Weil dort die Oberflächentemperatur am niedrigsten ist. Warme Raumluft kann viel Wasser halten – kühlt sie an einer kalten Außenwand ab, steigt dort die relative Feuchte, bis Wasser kondensiert oder die Wand dauerhaft feucht genug für Schimmel wird. Mit Temperatur- und Feuchtesensoren siehst du die Risikolage: Zeigt das Schlafzimmer morgens regelmäßig hohe Feuchtewerte, ist das dein Signal, Lüftungs- und Heizverhalten anzupassen, bevor die Tapete Flecken bekommt.
Für Keller und wenig beheizte Räume lohnt der Blick auf beide Seiten der Wand: Ein Innensensor plus ein Außensensor liefern die Datenbasis, um nur dann zu lüften, wenn die Außenluft tatsächlich trockener ist. Eine solche Lüftungslogik lässt sich in der Zentrale über Programme abbilden – für die konkrete Umsetzung und die verfügbaren Funktionen deiner Zentrale wirf einen Blick in die Hersteller-Dokumentation, da der Funktionsumfang je nach Zentrale und Softwarestand variiert.
Noch ein wichtiges Wort zu CO: Kohlenmonoxid entsteht bei unvollständiger Verbrennung – etwa an Gasthermen, Öfen oder Kaminen – und ist geruchlos und hochgiftig. Ein CO2-Sensor für die Luftqualität kann einen CO-Melder nicht ersetzen; das sind zwei völlig verschiedene Geräteklassen. Wenn du Feuerstätten im Haus hast, gehört ein dedizierter CO-Melder in deren Nähe – unabhängig von jeder Smart-Home-Sensorik.



Das hängt von deiner Installation ab: In einem Homematic IP Wired-System ist der HmIPW-SCTHD (154,25 €) die natürliche Wahl – er hängt am Bus und misst laut Produktbezeichnung CO2 inklusive Temperatur und Luftfeuchte. Ohne Bus greifst du zum HmIP-SCTH230 (188,96 €) mit 230-V-Anschluss. Beide werden in der festen Installation angeschlossen – das erledigt die Elektrofachkraft.
Ja: Der HmIP-STHO (weiß) und der HmIP-STHO-A (anthrazit) messen Temperatur und Luftfeuchte im Außenbereich, beide für 47,20 €. Montiere den Sensor wettergeschützt und ohne direkte Sonneneinstrahlung – etwa an der Nordseite oder unter einem Dachüberstand –, damit die Messwerte nicht durch Strahlungswärme verfälscht werden.
Beide messen Temperatur und Luftfeuchte im Innenraum und funken die Werte ans System. Der HmIP-STHD hat zusätzlich ein Display, auf dem du die Werte direkt im Raum ablesen kannst – dafür kostet er 42,47 € statt 33,02 €. Wer die Werte nur in der App nutzt, spart mit dem STH; fürs Schlaf- oder Kinderzimmer ist das Display praktisch. Beide gibt es auch in Anthrazit (STH-A, STHD-A).
Einen dedizierten Taupunktsensor brauchst du in der Regel nicht: Der Taupunkt lässt sich aus Temperatur und relativer Luftfeuchte berechnen – also aus genau den Werten, die die STH-Sensoren liefern. Für eine Taupunkt-gesteuerte Lüftungslogik (z. B. im Keller) kombinierst du einen Innensensor mit einem Außensensor und bildest die Logik über Programme in deiner Zentrale ab. Details zur Umsetzung findest du in der Hersteller-Dokumentation deiner Zentrale.
Nein – und die Verwechslung kann gefährlich sein. CO2 (Kohlendioxid) ist ein Maß für verbrauchte Atemluft und ein Komfort-/Gesundheitsthema. CO (Kohlenmonoxid) ist ein geruchloses, hochgiftiges Gas aus unvollständiger Verbrennung, etwa an Gasthermen oder Kaminen. Ein CO2-Sensor kann kein CO detektieren. Wenn du Feuerstätten im Haus hast, installiere zusätzlich einen dedizierten CO-Melder in deren Nähe.
Als grober Richtwert gelten etwa 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte. Dauerhaft höhere Werte erhöhen das Schimmelrisiko, vor allem an kühlen Außenwänden; deutlich niedrigere Werte reizen Schleimhäute und Haut. Mit einem Sensor je Problemraum (Schlafzimmer, Bad, Keller) siehst du, wo du mit Lüften oder Heizen gegensteuern solltest – und ob es gewirkt hat.
Raumklima-Sensorik ist der unterschätzte Teil des Smart Homes: kein Blinken, kein Schalten – aber die Datenbasis, mit der Heizung, Lüftung und Schimmelprävention erst richtig funktionieren. Der Einstieg ist bewusst günstig: Ein HmIP-STH für 33,02 € im Schlafzimmer oder Keller zeigt dir nach wenigen Tagen, wo dein Zuhause klimatisch steht. Von dort wächst das System mit: Display-Varianten für die wichtigen Räume, ein Außensensor als Lüftungs-Referenz, CO2-Messung fürs Homeoffice – und in der Wired-Welt die busgebundenen Gegenstücke. Denk daran: Alles mit 230 V oder Wired-Bus plant und installiert die Elektrofachkraft. Das komplette Homematic IP Sortiment mit allen Geräteklassen findest du in unserer Homematic IP Markenwelt.
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