Ratgeber · Smart Home
Neubau oder Nachrüstung – das ist die entscheidende Frage bei Homematic IP. Die kurze Antwort: Wenn die Wände offen sind und du Leitungen ziehen kannst, spielt Homematic IP Wired mit Busleitung und Hutschienen-Aktoren seine Stärken aus. Im Bestand, wo niemand Schlitze klopfen will, ist die Funk-Variante mit Batterie- und 230-V-Geräten der pragmatische Weg. Und das Beste: Beide Welten lassen sich in einem System kombinieren. Hier erfährst du, wann sich welcher Weg lohnt und welche Wired-Komponenten du dafür brauchst.

Beide Linien gehören zum selben Homematic-IP-System und lassen sich über dieselbe Zentrale steuern – sie unterscheiden sich aber grundlegend darin, wie Befehle und Strom zu den Geräten kommen. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
| Kriterium | Homematic IP Wired | Homematic IP Funk |
|---|---|---|
| Übertragung | Busleitung (drahtgebunden) | Funk auf 868 MHz |
| Stromversorgung der Geräte | zentral über den Bus (Netzteil in der Verteilung) | Batterie oder 230-V-Anschluss |
| Montageschwerpunkt | Hutschiene im Verteiler (DR-Geräte) plus Unterputzmodule | dezentral im Raum, ohne neue Leitungen |
| Idealer Zeitpunkt | Neubau, Kernsanierung, offene Wände | Nachrüstung im Bestand, Mietwohnung |
| Systemschnittstelle | Wired Access Point HmIPW-DRAP (149,58 €) | Access Point bzw. CCU-Zentrale |
| Spätere Erweiterung | entlang der Busleitung und im Verteiler | jederzeit – neues Gerät anlernen, fertig |
| Batteriewechsel | entfällt bei Busgeräten | bei Batteriegeräten regelmäßig einplanen |
Die Kernaussage: Wired verlagert die Intelligenz in den Verteiler und setzt eine geplante Leitungsführung voraus – dafür bekommst du eine Installation ohne Batterien und ohne Funkstrecken. Funk verzichtet auf neue Leitungen und ist dafür in Minuten nachgerüstet. Falsch ist keiner der beiden Wege – es kommt auf dein Gebäude und den Zeitpunkt an.
Homematic IP Wired denkt Smart Home wie eine klassische Elektroinstallation weiter: Statt dass jeder Schalter direkt seine Lampe schaltet, laufen die Leitungen sternförmig in den Verteiler, und dort entscheiden Aktoren auf der Hutschiene, was passiert. Die Verbindung untereinander übernimmt eine Busleitung – robust, ohne Funkstrecke und ohne Batterien in den Geräten. Wenn bei dir ohnehin neue Leitungen gezogen werden, ist der Mehraufwand für die Busleitung überschaubar, der Gewinn an Flexibilität dagegen groß: Was ein Taster auslöst, legst du später per Software fest, nicht per Klemme.
Das Herzstück jeder Wired-Installation ist der Wired Access Point HmIPW-DRAP (149,58 €): Er sitzt als DR-Gerät mit im Verteiler und verbindet den Bus mit dem restlichen Homematic-IP-System – also mit der App-Steuerung beziehungsweise deiner Zentrale. Ohne ihn läuft im Wired-System nichts, er gehört deshalb auf jede Bestellliste an erste Stelle.
Bei den Aktoren zahlt sich das Wired-Konzept spürbar aus, denn im Verteiler bündelst du viele Kanäle in wenigen Geräten. Der 8-fach-Schaltaktor HmIPW-DRS8 versorgt acht Lichtkreise oder Steckdosengruppen aus einem einzigen Hutschienengerät – das ergibt rechnerisch rund 22 € pro Schaltkanal. Zum Vergleich: Beim kleineren HmIPW-DRS4 sind es rund 33 € pro Kanal. Wenn dein Kanalbedarf absehbar wächst, fährst du mit dem größeren Aktor meist günstiger.
Für die Beschattung übernimmt der 4-fach-Jalousie-/Rollladenaktor HmIPW-DRBL4 (166,12 €) vier Antriebe zentral aus dem Verteiler. Gerade bei Rollläden ist die Wired-Lösung elegant: Die Motorleitungen laufen ohnehin in Richtung Verteilung, und Zeitprogramme oder Beschattungsszenen richtest du später bequem in der Software ein. Für dimmbares Licht steht der 3-fach-Dimmaktor HmIPW-DRD3 (261,09 €) bereit – mit drei Kanälen etwa für Wohnzimmer, Esstisch und Flur. Welche Leuchtmittel an den Dimmer dürfen, klärst du am besten anhand der Produktseite mit deinem Elektriker.
Ein häufiges Missverständnis: Für ein Wired-System brauchst du nicht zwingend spezielle Bus-Taster an jeder Wand. Mit den Eingangsmodulen bindest du ganz normale, konventionelle Taster deiner Lieblings-Schalterserie an den Bus an – die Tasterleitungen laufen dazu in den Verteiler auf den HmIPW-DRI16 (142,38 €) mit 16 Eingängen oder auf den großen HmIPW-DRI32 (201,73 €) mit 32 Eingängen. So bleibt das Schalterdesign frei wählbar, und trotzdem lässt sich jede Taste per Software frei belegen.
Wo die Sternverkabelung in den Verteiler nicht praktikabel ist, hilft das 6-fach-Unterputz-IO-Modul HmIPW-FIO6 (118,64 €): Es bringt sechs Ein-/Ausgangskanäle direkt in die Unterputzdose vor Ort – praktisch, wenn du den Bus in einen Raum führst und dort mehrere Taster oder Kontakte dezentral anschließen willst.
Die Funk-Linie von Homematic IP ist der Weg für alle, die nicht neu verkabeln können oder wollen. Batteriebetriebene Geräte klebst oder schraubst du dort hin, wo du sie brauchst; 230-V-Geräte nutzen die vorhandene Elektroinstallation. Dafür handelst du dir die typischen Funk-Themen ein: Batteriewechsel in regelmäßigen Abständen und die Abhängigkeit von einer sauberen Funkabdeckung durch Wände und Decken.
Für die Systemfrage heißt das: Funk ist nicht die „schlechtere“ Variante, sondern die richtige für ein anderes Projekt. Eine Mietwohnung wirst du kaum auf Busleitung umbauen – ein Neubau umgekehrt sollte die Chance auf die drahtgebundene Infrastruktur nicht verschenken. Die Funk-Geräte selbst wechseln häufiger im Sortiment; schau für die aktuelle Auswahl am besten direkt im Shop vorbei oder frag uns.
Der Mischbetrieb ist in der Praxis der häufigste Endzustand – und einer der größten Pluspunkte von Homematic IP. Im Neubau legst du mit Wired das Fundament: Licht, Rollläden und Tasteranbindung laufen über den Bus im Verteiler. Alles, was später dazukommt – ein Fensterkontakt hier, ein zusätzlicher Taster dort, ein Heizkörperthermostat im Arbeitszimmer –, ergänzt du per Funk, ohne eine einzige Leitung nachzuziehen.
Technisch führen beide Wege in dieselbe Steuerung: Der Wired Access Point HmIPW-DRAP vertritt die Bus-Seite, während die Funk-Geräte über den Access Point beziehungsweise eine CCU-Zentrale eingebunden werden. In Szenen und Automationen spielt es danach keine Rolle mehr, ob ein Gerät am Draht oder im Funknetz hängt – der Funk-Taster kann den Wired-Aktor schalten und umgekehrt.

Ja – beide Linien gehören zum selben Homematic-IP-System und lassen sich in einer gemeinsamen Installation betreiben. Der Wired-Bus wird über den HmIPW-DRAP eingebunden, die Funk-Geräte über den Access Point beziehungsweise eine CCU-Zentrale. In Szenen und Automationen arbeiten Geräte aus beiden Welten zusammen.
Der Wired Access Point HmIPW-DRAP ist die Schnittstelle zwischen der Busleitung und dem restlichen Homematic-IP-System. Er sitzt als Hutschienengerät im Verteiler und macht die Wired-Aktoren und -Module für App und Zentrale erreichbar. Ohne DRAP läuft kein Wired-System – er ist immer die erste Komponente auf der Liste.
Nur, wenn ohnehin groß saniert wird und Wände offen sind. Das Wired-System setzt eine Busleitung und eine geeignete Leitungsführung zum Verteiler voraus – das nachträglich zu schaffen bedeutet Stemm- und Putzarbeiten. Für die klassische Nachrüstung ohne Baustelle ist die Funk-Linie der passende Weg; kombinieren kannst du beides später jederzeit.
Nein. Mit den Eingangsmodulen HmIPW-DRI16 (16 Eingänge) und HmIPW-DRI32 (32 Eingänge) bindest du ganz normale, konventionelle Taster deiner Lieblings-Schalterserie an den Bus an. Die Tasterleitungen laufen dazu in den Verteiler. Dezentral in der Unterputzdose übernimmt das 6-fach-IO-Modul HmIPW-FIO6 dieselbe Aufgabe vor Ort.
Das sind die Gerätefamilien der Wired-Hutschienengeräte: DRS steht für Schaltaktoren (z. B. DRS4 mit 4, DRS8 mit 8 Kanälen), DRBL für Jalousie-/Rollladenaktoren, DRD für Dimmaktoren und DRI für Eingangsmodule. Die Zahl am Ende nennt die Kanalzahl – so findest du schnell das passende Gerät für deinen Bedarf.
Für den Alltag im Einfamilienhaus arbeitet die Funk-Linie auf 868 MHz in aller Regel stabil. Der Bus hat trotzdem systembedingte Vorteile: keine Funkstrecke durch Stahlbetondecken, keine Batteriewechsel, alle Geräte zentral versorgt. Deshalb gilt die Faustregel: Wo Leitungen möglich sind, nimm den Draht – wo nicht, ist Funk die richtige und bewährte Lösung.
Neubau oder Kernsanierung? Dann führt an Homematic IP Wired kaum ein Weg vorbei: HmIPW-DRAP (149,58 €) als Schnittstelle, dazu DRS8 fürs Schalten, DRBL4 für die Rollläden, DRD3 fürs Licht und DRI16/DRI32 für die Taster. Bestand oder Mietwohnung? Dann starte mit der Funk-Linie – ohne Baustelle, Raum für Raum. Und wenn du heute baust: Plane Wired als Fundament und halte dir die Funk-Erweiterung für später offen – genau dieser Mischbetrieb ist die Stärke von Homematic IP. Weitere Kaufberatungen rund um Smart Home und Elektroinstallation findest du in unserem Ratgeber-Bereich.
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