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Homematic IP wired vs. Funk: welches System passt zu deinem Projekt?

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Ratgeber · Smart Home

Homematic IP wired vs. Funk: welches System passt zu deinem Projekt?

Neubau oder Nachrüstung – das ist die entscheidende Frage bei Homematic IP. Die kurze Antwort: Wenn die Wände offen sind und du Leitungen ziehen kannst, spielt Homematic IP Wired mit Busleitung und Hutschienen-Aktoren seine Stärken aus. Im Bestand, wo niemand Schlitze klopfen will, ist die Funk-Variante mit Batterie- und 230-V-Geräten der pragmatische Weg. Und das Beste: Beide Welten lassen sich in einem System kombinieren. Hier erfährst du, wann sich welcher Weg lohnt und welche Wired-Komponenten du dafür brauchst.

Homematic IP wired vs. Funk: welches System passt zu deinem Projekt?

Kurz zusammengefasst: Für Neubau und Kernsanierung ist Homematic IP Wired die robuste Wahl: Herzstück ist der Wired Access Point HmIPW-DRAP (149,58 €), dazu kommen Hutschienen-Aktoren wie der 8-fach-Schaltaktor HmIPW-DRS8 (177,99 €) und der 4-fach-Jalousieaktor HmIPW-DRBL4 (166,12 €). Für die Nachrüstung im Bestand greifst du zur Funk-Linie ohne neue Leitungen – und wer beides braucht, betreibt Wired und Funk gemeinsam in einer Homematic-IP-Installation. Die Arbeiten im Verteiler gehören in die Hand einer Elektrofachkraft.
Wichtiger Hinweis: Die Wired-Komponenten werden im Verteiler auf der Hutschiene montiert und in die feste 230/400-V-Installation eingebunden. Planung, Anschluss und Inbetriebnahme gehören in die Hand einer qualifizierten Elektrofachkraft. Dieser Ratgeber hilft dir, die Systemfrage zu verstehen und gut vorbereitet ins Gespräch mit deinem Elektriker zu gehen.

Wired vs. Funk im direkten Vergleich

Beide Linien gehören zum selben Homematic-IP-System und lassen sich über dieselbe Zentrale steuern – sie unterscheiden sich aber grundlegend darin, wie Befehle und Strom zu den Geräten kommen. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

Kriterium Homematic IP Wired Homematic IP Funk
Übertragung Busleitung (drahtgebunden) Funk auf 868 MHz
Stromversorgung der Geräte zentral über den Bus (Netzteil in der Verteilung) Batterie oder 230-V-Anschluss
Montageschwerpunkt Hutschiene im Verteiler (DR-Geräte) plus Unterputzmodule dezentral im Raum, ohne neue Leitungen
Idealer Zeitpunkt Neubau, Kernsanierung, offene Wände Nachrüstung im Bestand, Mietwohnung
Systemschnittstelle Wired Access Point HmIPW-DRAP (149,58 €) Access Point bzw. CCU-Zentrale
Spätere Erweiterung entlang der Busleitung und im Verteiler jederzeit – neues Gerät anlernen, fertig
Batteriewechsel entfällt bei Busgeräten bei Batteriegeräten regelmäßig einplanen

Die Kernaussage: Wired verlagert die Intelligenz in den Verteiler und setzt eine geplante Leitungsführung voraus – dafür bekommst du eine Installation ohne Batterien und ohne Funkstrecken. Funk verzichtet auf neue Leitungen und ist dafür in Minuten nachgerüstet. Falsch ist keiner der beiden Wege – es kommt auf dein Gebäude und den Zeitpunkt an.

Homematic IP Wired: das Bus-System für den Neubau

  • Alle Wired-Geräte hängen an einer gemeinsamen Busleitung – sie führt Daten und Versorgung, das passende Netzteil gehört mit in die Planung
  • Der HmIPW-DRAP ist die Schnittstelle zwischen Wired-Bus und dem restlichen Homematic-IP-System
  • Die DR-Geräte (DRS, DRBL, DRD, DRI) sitzen zentral auf der Hutschiene im Verteiler
  • Taster im Raum werden über den Bus oder als konventionelle Taster über Eingangsmodule angebunden
  • Alle hier gezeigten Wired-Komponenten tragen laut Produktbezeichnung eine VDE-Zertifizierung

Homematic IP Wired denkt Smart Home wie eine klassische Elektroinstallation weiter: Statt dass jeder Schalter direkt seine Lampe schaltet, laufen die Leitungen sternförmig in den Verteiler, und dort entscheiden Aktoren auf der Hutschiene, was passiert. Die Verbindung untereinander übernimmt eine Busleitung – robust, ohne Funkstrecke und ohne Batterien in den Geräten. Wenn bei dir ohnehin neue Leitungen gezogen werden, ist der Mehraufwand für die Busleitung überschaubar, der Gewinn an Flexibilität dagegen groß: Was ein Taster auslöst, legst du später per Software fest, nicht per Klemme.

Das Herzstück jeder Wired-Installation ist der Wired Access Point HmIPW-DRAP (149,58 €): Er sitzt als DR-Gerät mit im Verteiler und verbindet den Bus mit dem restlichen Homematic-IP-System – also mit der App-Steuerung beziehungsweise deiner Zentrale. Ohne ihn läuft im Wired-System nichts, er gehört deshalb auf jede Bestellliste an erste Stelle.

Aktoren für die Verteilung: Schalten, Dimmen, Beschatten

Bei den Aktoren zahlt sich das Wired-Konzept spürbar aus, denn im Verteiler bündelst du viele Kanäle in wenigen Geräten. Der 8-fach-Schaltaktor HmIPW-DRS8 versorgt acht Lichtkreise oder Steckdosengruppen aus einem einzigen Hutschienengerät – das ergibt rechnerisch rund 22 € pro Schaltkanal. Zum Vergleich: Beim kleineren HmIPW-DRS4 sind es rund 33 € pro Kanal. Wenn dein Kanalbedarf absehbar wächst, fährst du mit dem größeren Aktor meist günstiger.

Für die Beschattung übernimmt der 4-fach-Jalousie-/Rollladenaktor HmIPW-DRBL4 (166,12 €) vier Antriebe zentral aus dem Verteiler. Gerade bei Rollläden ist die Wired-Lösung elegant: Die Motorleitungen laufen ohnehin in Richtung Verteilung, und Zeitprogramme oder Beschattungsszenen richtest du später bequem in der Software ein. Für dimmbares Licht steht der 3-fach-Dimmaktor HmIPW-DRD3 (261,09 €) bereit – mit drei Kanälen etwa für Wohnzimmer, Esstisch und Flur. Welche Leuchtmittel an den Dimmer dürfen, klärst du am besten anhand der Produktseite mit deinem Elektriker.

Taster und Kontakte anbinden: Eingangsmodule und IO-Modul

Ein häufiges Missverständnis: Für ein Wired-System brauchst du nicht zwingend spezielle Bus-Taster an jeder Wand. Mit den Eingangsmodulen bindest du ganz normale, konventionelle Taster deiner Lieblings-Schalterserie an den Bus an – die Tasterleitungen laufen dazu in den Verteiler auf den HmIPW-DRI16 (142,38 €) mit 16 Eingängen oder auf den großen HmIPW-DRI32 (201,73 €) mit 32 Eingängen. So bleibt das Schalterdesign frei wählbar, und trotzdem lässt sich jede Taste per Software frei belegen.

Wo die Sternverkabelung in den Verteiler nicht praktikabel ist, hilft das 6-fach-Unterputz-IO-Modul HmIPW-FIO6 (118,64 €): Es bringt sechs Ein-/Ausgangskanäle direkt in die Unterputzdose vor Ort – praktisch, wenn du den Bus in einen Raum führst und dort mehrere Taster oder Kontakte dezentral anschließen willst.

Homematic IP Funk: nachrüsten ohne Stemmarbeiten

  • Funk-Geräte kommunizieren über 868 MHz und brauchen keine neue Leitung
  • Batteriegeräte (z. B. Taster, Sensoren, Thermostate) montierst du ohne Elektroarbeiten
  • 230-V-Funk-Aktoren nutzen die vorhandene Verkabelung, etwa in der Schalterdose
  • Ideal für Bestandsbauten, Mietwohnungen und alle Projekte ohne offene Wände
  • Der Einstieg ist klein und schrittweise möglich – Raum für Raum

Die Funk-Linie von Homematic IP ist der Weg für alle, die nicht neu verkabeln können oder wollen. Batteriebetriebene Geräte klebst oder schraubst du dort hin, wo du sie brauchst; 230-V-Geräte nutzen die vorhandene Elektroinstallation. Dafür handelst du dir die typischen Funk-Themen ein: Batteriewechsel in regelmäßigen Abständen und die Abhängigkeit von einer sauberen Funkabdeckung durch Wände und Decken.

Für die Systemfrage heißt das: Funk ist nicht die „schlechtere“ Variante, sondern die richtige für ein anderes Projekt. Eine Mietwohnung wirst du kaum auf Busleitung umbauen – ein Neubau umgekehrt sollte die Chance auf die drahtgebundene Infrastruktur nicht verschenken. Die Funk-Geräte selbst wechseln häufiger im Sortiment; schau für die aktuelle Auswahl am besten direkt im Shop vorbei oder frag uns.

Mischbetrieb: beide Welten in einem System

  • Wired und Funk sind zwei Linien desselben Homematic-IP-Systems – sie lassen sich gemeinsam betreiben
  • Der HmIPW-DRAP bindet den Wired-Bus an, die Funk-Seite läuft über Access Point bzw. CCU-Zentrale
  • Typisches Muster: Wired für die festen Gewerke (Licht, Rollläden), Funk für alles Bewegliche und Nachträgliche
  • Szenen und Automationen können Geräte aus beiden Welten kombinieren
  • So bleibt die Installation auch nach dem Einzug erweiterbar, ohne Wände zu öffnen

Der Mischbetrieb ist in der Praxis der häufigste Endzustand – und einer der größten Pluspunkte von Homematic IP. Im Neubau legst du mit Wired das Fundament: Licht, Rollläden und Tasteranbindung laufen über den Bus im Verteiler. Alles, was später dazukommt – ein Fensterkontakt hier, ein zusätzlicher Taster dort, ein Heizkörperthermostat im Arbeitszimmer –, ergänzt du per Funk, ohne eine einzige Leitung nachzuziehen.

Technisch führen beide Wege in dieselbe Steuerung: Der Wired Access Point HmIPW-DRAP vertritt die Bus-Seite, während die Funk-Geräte über den Access Point beziehungsweise eine CCU-Zentrale eingebunden werden. In Szenen und Automationen spielt es danach keine Rolle mehr, ob ein Gerät am Draht oder im Funknetz hängt – der Funk-Taster kann den Wired-Aktor schalten und umgekehrt.

Praxis-Tipp: Zähle vor der Bestellung deine Kanäle pro Gewerk: Wie viele Lichtkreise, wie viele Rolläden, wie viele Tasterpunkte? Plane dann pro Gewerk 20–30 Prozent Reserve ein – nachträglich ein weiteres Hutschienengerät zu setzen ist einfach, aber nur, wenn im Verteiler noch Platz ist. Sprich die Verteilergröße deshalb früh mit deiner Elektrofachkraft ab. Und führe die Busleitung auch in Räume, die heute noch „dumm“ bleiben – die Leitung kostet beim Bau wenig, ihr Fehlen später viel.

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Häufige Fragen

Kann ich Homematic IP Wired und Funk wirklich mischen?

Ja – beide Linien gehören zum selben Homematic-IP-System und lassen sich in einer gemeinsamen Installation betreiben. Der Wired-Bus wird über den HmIPW-DRAP eingebunden, die Funk-Geräte über den Access Point beziehungsweise eine CCU-Zentrale. In Szenen und Automationen arbeiten Geräte aus beiden Welten zusammen.

Was macht der HmIPW-DRAP genau?

Der Wired Access Point HmIPW-DRAP ist die Schnittstelle zwischen der Busleitung und dem restlichen Homematic-IP-System. Er sitzt als Hutschienengerät im Verteiler und macht die Wired-Aktoren und -Module für App und Zentrale erreichbar. Ohne DRAP läuft kein Wired-System – er ist immer die erste Komponente auf der Liste.

Lohnt sich Wired auch bei einer Nachrüstung im Bestand?

Nur, wenn ohnehin groß saniert wird und Wände offen sind. Das Wired-System setzt eine Busleitung und eine geeignete Leitungsführung zum Verteiler voraus – das nachträglich zu schaffen bedeutet Stemm- und Putzarbeiten. Für die klassische Nachrüstung ohne Baustelle ist die Funk-Linie der passende Weg; kombinieren kannst du beides später jederzeit.

Brauche ich für Wired spezielle Bus-Taster an jeder Wand?

Nein. Mit den Eingangsmodulen HmIPW-DRI16 (16 Eingänge) und HmIPW-DRI32 (32 Eingänge) bindest du ganz normale, konventionelle Taster deiner Lieblings-Schalterserie an den Bus an. Die Tasterleitungen laufen dazu in den Verteiler. Dezentral in der Unterputzdose übernimmt das 6-fach-IO-Modul HmIPW-FIO6 dieselbe Aufgabe vor Ort.

Was bedeuten DRS, DRBL, DRD und DRI in den Produktnamen?

Das sind die Gerätefamilien der Wired-Hutschienengeräte: DRS steht für Schaltaktoren (z. B. DRS4 mit 4, DRS8 mit 8 Kanälen), DRBL für Jalousie-/Rollladenaktoren, DRD für Dimmaktoren und DRI für Eingangsmodule. Die Zahl am Ende nennt die Kanalzahl – so findest du schnell das passende Gerät für deinen Bedarf.

Ist Funk unzuverlässiger als das Bus-System?

Für den Alltag im Einfamilienhaus arbeitet die Funk-Linie auf 868 MHz in aller Regel stabil. Der Bus hat trotzdem systembedingte Vorteile: keine Funkstrecke durch Stahlbetondecken, keine Batteriewechsel, alle Geräte zentral versorgt. Deshalb gilt die Faustregel: Wo Leitungen möglich sind, nimm den Draht – wo nicht, ist Funk die richtige und bewährte Lösung.

Fazit: klare Empfehlung je Projekt

Neubau oder Kernsanierung? Dann führt an Homematic IP Wired kaum ein Weg vorbei: HmIPW-DRAP (149,58 €) als Schnittstelle, dazu DRS8 fürs Schalten, DRBL4 für die Rollläden, DRD3 fürs Licht und DRI16/DRI32 für die Taster. Bestand oder Mietwohnung? Dann starte mit der Funk-Linie – ohne Baustelle, Raum für Raum. Und wenn du heute baust: Plane Wired als Fundament und halte dir die Funk-Erweiterung für später offen – genau dieser Mischbetrieb ist die Stärke von Homematic IP. Weitere Kaufberatungen rund um Smart Home und Elektroinstallation findest du in unserem Ratgeber-Bereich.

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