
Eine KNX-Linie funktioniert nur so stabil wie ihre Spannungsversorgung. Wer zu knapp plant, riskiert Telegrammverluste, sporadische Ausfälle und mühsame Fehlersuche. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du den mA-Bedarf pro Teilnehmer sauber summierst, Reserven vernünftig ansetzt und die Rolle der Drossel verstehst – damit deine Linie im Alltag zuverlässig läuft.
Empfehlung der Redaktion: Als Referenz-Bedienelement für eine sauber dimensionierte Linie empfehlen wir den MDT Glastaster II Smart – ideal für alle, die viel Funktion (Display, Temperatursensor, bis zu 12 Tastenfunktionen) über einen einzigen busgespeisten Teilnehmer abbilden möchten, statt die Linie mit vielen Einzelgeräten zu belasten.
Jeder KNX-Teilnehmer zieht seinen Strom aus der Buslinie. Die Spannungsversorgung stellt eine begrenzte Menge Milliampere bereit – üblich sind Netzteile mit 320 mA, 640 mA oder 1280 mA. Deine Aufgabe bei der Planung ist im Kern eine einfache Addition: Du summierst den Verbrauch aller Geräte auf einer Linie und stellst sicher, dass die Summe deutlich unter der Nennleistung des Netzteils bleibt.
Klingt trivial, wird in der Praxis aber oft unterschätzt. Denn moderne Geräte mit Display, RGB-Statusanzeige oder integriertem Nachtlicht verbrauchen mehr als ein einfacher Tastsensor. Ebenso wichtig: Die maximale Teilnehmerzahl je Liniensegment (üblicherweise 64) und die Leitungslängen sind zusätzliche Grenzen, die parallel zur mA-Bilanz eingehalten werden müssen.
Als grobe Faustregel gilt in der KNX-Welt ein Buslaststrom in der Größenordnung von rund 10 mA pro Standardgerät. Das ist jedoch nur ein Startwert für die erste Überschlagsrechnung. Der verbindliche Wert steht immer im Datenblatt des jeweiligen Geräts – nutze für die finale Planung ausschließlich diese Herstellerangaben, denn Geräte mit aufwendiger Elektronik liegen häufig darüber. Ordne deine Teilnehmer am besten nach Gerätetyp.
Der MDT Glastaster II Smart wird laut Datenblatt mit 30 V DC über den KNX-Bus versorgt und besitzt einen integrierten Busankoppler. Er vereint sechs Sensorflächen, ein aktives Farbdisplay, RGB-Statusanzeige und einen Temperatursensor in einem einzigen Teilnehmer. Genau darin liegt der Planungsvorteil: Ein leistungsfähiges Bediengerät belastet die mA-Bilanz nur einmal, deckt aber bis zu zwölf Funktionen ab.
Baugleich in der Bedienlogik, nur in Schwarz gehalten, ist der

MDT Tastsensor 6-fach KNX Angebot. Auch er nutzt einen integrierten Busankoppler und arbeitet mit Farbdisplay, Temperatursensor und RGB-Statusanzeige. Für die Dimensionierung behandelst du beide Geräte wie vollwertige Displaytaster – und kalkulierst hier eher am oberen Rand des Verbrauchsspektrums, weil Display und Statusanzeige aktiv Strom ziehen.
Präsenz- und Bewegungsmelder sind ebenfalls klassische Buslasten. Der MDT Präsenzmelder 360° L3 Angebot bringt drei Sensoren, einen Temperatursensor und ein integriertes weißes LED-Nachtlicht mit – alles über den integrierten Busankoppler versorgt. Der MDT Bewegungsmelder Angebot als TS-55-Variante ergänzt zwei Sensortasten, Lichtsensor, Temperatursensor und ebenfalls ein LED-Nachtlicht.
Wichtig zu wissen: Aktiv genutzte Zusatzfunktionen wie das Nachtlicht oder eine Orientierungsbeleuchtung erhöhen den Bedarf zeitweise. Plane solche Melder daher nicht am absoluten Limit der Linie ein, sondern lasse Puffer – gerade wenn mehrere Melder mit Nachtlichtfunktion auf derselben Linie liegen.
Die

MDT Tasterschnittstelle BE 2-fach kaufen ist ein besonders kompakter Teilnehmer zum Einbau in die Schalterdose und bindet konventionelle Taster, Schalter oder Fensterkontakte in KNX ein. Interessant für die Strombilanz: Jeder Eingang lässt sich als Ausgang für 1,5-mA-LEDs (Low Current) konfigurieren. Wer viele dieser Statusanzeigen nutzt, sollte diesen zusätzlichen Strom in der Gesamtrechnung mitführen – auch kleine Verbraucher summieren sich über eine ganze Linie hinweg.
Aktoren im Verteiler schalten ihre Lasten zwar über 230 V AC, hängen für die Kommunikation aber ebenfalls am Bus. Der MDT Dimmaktor AKD 4-fach Angebot wird laut Datenblatt über den KNX-Bus betrieben und dimmt bis zu vier 230-V-LED-Verbraucher. Der MDT Heizungsaktor AKH 8-fach Angebot steuert bis zu acht Regelkreise für elektrothermische Stellantriebe und besitzt einen integrierten PI-Temperaturregler. Der MDT Jalousieaktor 8-fach Angebot fährt bis zu acht Jalousien mit Fahrzeitmessung und Sonnenstandsberechnung.
Für die mA-Bilanz zählt bei diesen Reiheneinbaugeräten der busseitige Verbrauch – die geschaltete 230-V-Last ist davon getrennt. Entnimm den busseitigen Strombedarf dem jeweiligen Datenblatt und rechne ihn wie jeden anderen Teilnehmer in die Liniensumme ein. Eine breite Auswahl solcher Aktoren und Bediengeräte findest du in der Kategorie MDT.
Die goldene Regel lautet: Ein Netzteil nie bis zur letzten Milliampere auslasten. Bewährt hat sich, die Nennleistung nur zu etwa 80 % zu verplanen und rund 20 % als Reserve freizuhalten. Diese Reserve fängt Einschaltströme, spätere Erweiterungen und temporäre Spitzen (etwa durch aktive Displays und Nachtlichter) ab.
Ein Zahlenbeispiel: Bei einem 640-mA-Netzteil solltest du im Regelbetrieb rund 512 mA als praktische Obergrenze ansehen. Wächst deine Installation, wird sonst schnell aus einer scheinbar entspannten Bilanz eine überlastete Linie. Plane die Reserve lieber von Anfang an großzügig – ein späteres Aufrüsten der Versorgung ist deutlich aufwendiger als ein von Beginn an passend gewähltes Netzteil.
In KNX-Spannungsversorgungen ist die Drossel meist schon integriert. Sie entkoppelt die Betriebsspannung von den überlagerten Datentelegrammen: Ohne Drossel würde das niederohmige Netzteil die Kommunikationssignale kurzschließen. Deshalb darfst du eine Linie niemals mit einem gewöhnlichen 30-V-Labornetzteil ohne Drossel speisen – die Telegramme kämen nicht zuverzelmäßig durch.
Neben dem mA-Bedarf gelten zwei weitere harte Grenzen: Pro Liniensegment sind maximal 64 Teilnehmer zulässig, und die Leitungslängen zwischen Netzteil und Gerät bzw. zwischen den Geräten sind begrenzt. Wird eines dieser Limits erreicht, teilst du die Installation über Linien- oder Bereichskoppler in weitere Segmente auf – jedes mit eigener Spannungsversorgung. Passende Geräte für die Einspeisung findest du in der Kategorie Netzteile.
Angenommen, du planst eine Wohnetage mit gemischter Ausstattung. So gehst du strukturiert vor:
| Gerät | Rolle in der Bilanz |
|---|---|
| MDT Glastaster II Smart Angebot | Displaytaster, oberer Verbrauchsbereich |
| MDT Tastsensor 6-fach KNX Angebot | Displaytaster, oberer Verbrauchsbereich |
| MDT Präsenzmelder 360° L3 Angebot | Melder mit LED-Nachtlicht, Puffer einplanen |
| MDT Bewegungsmelder Angebot | Melder mit LED-Nachtlicht, Puffer einplanen |
| MDT Tasterschnittstelle BE 2-fach kaufen | kleiner Verbraucher, LED-Ausgänge (1,5 mA) mitzählen |
| MDT Dimmaktor AKD 4-fach Angebot | busseitiger Anteil, 230-V-Last separat |
| MDT Heizungsaktor AKH 8-fach Angebot | busseitiger Anteil, 230-V-Last separat |
| MDT Jalousieaktor 8-fach Angebot | busseitiger Anteil, 230-V-Last separat |
Fällt deine Summe unter die 80-%-Marke des gewählten Netzteils und liegst du unter 64 Teilnehmern, ist die Linie sauber dimensioniert. Ist die Bilanz zu hoch, wähle ein stärkeres Netzteil oder teile die Installation auf eine zweite Linie auf.
| Produkt | smartkram |
|---|---|
| smartkram | |
| smartkram | |
| smartkram | |
| smartkram | |
| smartkram | |
| smartkram | |
| smartkram | |
| smartkram |
Als erster Überschlag hat sich ein Wert in der Größenordnung von rund 10 mA je Standardgerät etabliert. Verbindlich ist aber ausschließlich die Angabe im jeweiligen Datenblatt, denn Geräte mit Display, RGB-Anzeige oder LED-Nachtlicht liegen häufig höher. Rechne für die finale Planung immer mit den Herstellerwerten.
Bewährt hat sich, ein Netzteil im Normalbetrieb nur zu etwa 80 % auszulasten und rund 20 % Reserve freizuhalten. Das fängt Einschaltströme, spätere Erweiterungen und temporäre Spitzen zuverlässig ab.
Die Drossel entkoppelt die 30-V-Betriebsspannung von den Datentelegrammen. Ohne sie würde das niederohmige Netzteil die Kommunikationssignale kurzschließen. In KNX-Spannungsversorgungen ist die Drossel deshalb in der Regel bereits integriert.
Neben der Strombilanz gelten die maximale Teilnehmerzahl von 64 pro Liniensegment sowie die zulässigen Leitungslängen. Wird eine dieser Grenzen erreicht, teilst du über Koppler in weitere Segmente mit jeweils eigener Spannungsversorgung auf.
Ja, busbetriebene Aktoren wie der MDT Dimmaktor AKD 4-fach, der MDT Heizungsaktor AKH 8-fach oder der MDT Jalousieaktor 8-fach ziehen einen busseitigen Strom für die Kommunikation. Dieser Anteil gehört in die mA-Bilanz; die geschaltete 230-V-Last ist davon getrennt zu betrachten.
✍️ Autor: smartkram-Redaktion
🔄 Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
Noch mehr Fachwissen, Kaufhilfen und Praxis-Tipps aus der Elektro-Welt:
