Ratgeber · Schutz & Verteilung
Ein Lastabwurfrelais schaltet einen nachrangigen Verbraucher automatisch ab, sobald ein wichtigerer einschaltet – damit deine Zuleitung nicht überlastet und die Sicherung nicht fällt. Hier erfährst du, ob du eins brauchst und welches der drei bewährten Modelle zu deinem Einbau passt.

Alle drei Geräte erfüllen dieselbe Grundfunktion – den zuverlässigen Lastabwurf eines nachrangigen Verbrauchers. Die Unterschiede liegen in Netzform, Ansprechbereich und Baubreite – hier findest du sie auf einen Blick.
| Modell | Typ | Netz | Ansprechbereich | Kontakt | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| Hager ED183 | Lastabwurfrelais, 1 TE | 230 V | 3,1–5,7 A | 1Ö (Öffner) | 22,72 € |
| Doepke RLR 2 | Lastabwurfrelais | 400 V | 3,1–5,3 A | 1Ö (Öffner) | 19,59 € |
| ABB E452 | Vorrangschalter | – | 5,7 A | – | 23,05 € |
Ein Lastabwurfrelais – im Handwerk oft auch Vorrangschalter genannt – ist ein kleines Gerät für die Hutschiene im Verteiler. Seine Aufgabe klingt simpel, ist aber wirkungsvoll: Es überwacht den Strom, der über eine Zuleitung fließt, und trennt bei Bedarf einen nachrangigen Verbraucher vom Netz. So verhinderst du, dass zwei starke Geräte gleichzeitig laufen und zusammen mehr Strom ziehen, als Leitung und Sicherung dauerhaft vertragen.
Technisch erfasst das Relais den Strom des Vorrang-Verbrauchers über eine Messeinrichtung. Steigt dieser über einen eingestellten Ansprechwert, öffnet der Schaltkontakt und schaltet den zweitrangigen Verbraucher ab. Fällt der Strom wieder unter die Schwelle, gibt das Relais den abgeworfenen Verbraucher automatisch wieder frei. Du merkst im Alltag also praktisch nichts davon – außer dass deine Sicherung eben nicht mehr auslöst.
Der Kontakt ist bei diesen Geräten als Öffner ausgeführt (in den Typbezeichnungen als „1Ö“ angegeben). Das heißt: Im Ruhezustand ist der nachrangige Verbraucher eingeschaltet, und erst beim Ansprechen wird er weggeschaltet. Das ist genau das Verhalten, das du für einen sauberen Lastabwurf brauchst.
Der Klassiker ist die Kombination aus Durchlauferhitzer und Elektroherd an einer gemeinsamen Zuleitung. Beide sind kräftige Verbraucher. Läuft der Durchlauferhitzer beim Duschen an, während gleichzeitig auf dem Herd gekocht wird, addieren sich die Ströme – und die vorgelagerte Sicherung kann auslösen. Ärgerlich, wenn dann mitten beim Kochen das Licht ausgeht.
Statt die Leitung aufwendig zu verstärken oder einen zusätzlichen Stromkreis zu ziehen, löst ein Lastabwurfrelais das Problem elegant: Der Durchlauferhitzer bekommt Vorrang, weil Warmwasser sofort gebraucht wird. Springt er an, wird der Herd für die kurze Zapfdauer weggeschaltet. Deine Töpfe kühlen in diesen wenigen Minuten kaum ab, und sobald du das Wasser wieder abstellst, ist der Herd sofort zurück.
Sinnvoll ist so ein Relais immer dann, wenn zwei leistungsstarke Geräte selten wirklich gleichzeitig benötigt werden, sich eine getrennte Versorgung aber nicht lohnt. Typische Kandidaten neben der Kombination Durchlauferhitzer/Herd sind Sauna, Wallbox oder große Heizgeräte, die man bewusst hinter einen wichtigeren Verbraucher zurückstellen möchte. Ob dein konkreter Fall passt und wie der Ansprechwert einzustellen ist, gehört in die Hand einer Elektrofachkraft – die Einbindung erfolgt in die feste Installation.
Für die Auswahl kommt es vor allem auf drei Punkte an: den Ansprechbereich, die Netzform und den Platzbedarf im Verteiler.
Ansprechbereich: Der einstellbare Ansprechstrom muss zum Vorrang-Verbraucher passen, damit der Lastabwurf zuverlässig zum richtigen Zeitpunkt greift. Das Hager ED183 deckt einen Ansprechbereich von 3,1–5,7 A ab, das Doepke RLR 2 von 3,1–5,3 A. Der ABB Vorrangschalter E452 ist auf 5,7 A ausgelegt.
Netzform: Achte darauf, ob deine Anwendung einphasig oder dreiphasig aufgebaut ist. Das Hager ED183 ist für 230 V spezifiziert, das Doepke RLR 2 für 400 V. Beide arbeiten mit einem Öffnerkontakt und einem Messbereich von 6,7–39 A.
Platzbedarf: Im Verteiler zählt jede Teilungseinheit (TE). Das Hager ED183 ist mit 1 TE besonders schmal und passt auch in gut gefüllte Verteilungen. Wenn du wenig Reserve auf der Hutschiene hast, ist das ein handfestes Argument.
Alle drei Geräte sind für die Montage auf der Hutschiene im Verteiler gedacht und werden in die feste Installation eingebunden. Der Vorrang-Verbraucher – im typischen Fall der Durchlauferhitzer – wird über die Messeinrichtung des Relais erfasst, während der nachrangige Verbraucher – der Herd – über den Öffnerkontakt geschaltet wird.
Wichtig: Der Ansprechwert muss so eingestellt werden, dass das Relais genau dann auslöst, wenn der Vorrang-Verbraucher tatsächlich läuft – nicht zu früh und nicht zu spät. Diese Einstellung sowie der gesamte Anschluss gehören aus gutem Grund in die Hand einer qualifizierten Elektrofachkraft. Arbeiten an der festen Installation sind keine Heimwerkerarbeit, und ein falsch parametrierter Lastabwurf würde den Zweck des Geräts verfehlen.
Plane bei der Auswahl auch die Reserve im Verteiler mit ein. Ist es eng, spielt das schmale Hager ED183 mit nur 1 TE seinen Vorteil aus. Geht es um eine dreiphasige Anwendung, ist das Doepke RLR 2 mit seiner 400-V-Auslegung die naheliegende Wahl.
Beides bezeichnet im Grunde dieselbe Funktion: einem wichtigeren Verbraucher Vorrang zu geben und einen zweitrangigen bei Bedarf abzuwerfen. „Lastabwurfrelais“ und „Vorrangschalter“ sind gebräuchliche Bezeichnungen für Geräte mit diesem Zweck – du findest daher beide Begriffe im Sortiment.
Der häufigste Fall ist ein Durchlauferhitzer und ein Elektroherd an einer gemeinsamen Zuleitung, die beide zusammen dauerhaft überlasten würde. Das Relais gibt dem Durchlauferhitzer Vorrang und schaltet den Herd für die kurze Zapfdauer weg, damit die Sicherung nicht fällt.
Das hängt vom Modell ab. Das Hager ED183 ist mit 1 TE besonders schmal und eignet sich auch für gut belegte Verteilungen. Prüfe vor dem Kauf, wie viel Reserve auf deiner Hutschiene noch frei ist.
Das Hager ED183 ist für 230 V spezifiziert, das Doepke RLR 2 für 400 V. Welche Netzform bei dir vorliegt und welches Gerät dazu passt, klärt deine Elektrofachkraft anhand der konkreten Installation.
Der Ansprechbereich gibt an, in welchem Strombereich sich die Auslöseschwelle einstellen lässt. Beim Hager ED183 sind das 3,1–5,7 A, beim Doepke RLR 2 3,1–5,3 A, der ABB E452 ist auf 5,7 A ausgelegt. Der Wert muss zum Vorrang-Verbraucher passen, damit der Lastabwurf zuverlässig greift.
In der Regel kaum. Der Lastabwurf greift nur, solange der Vorrang-Verbraucher tatsächlich läuft – also etwa während des Duschens. In diesen wenigen Minuten kühlen deine Töpfe kaum ab, und sobald das Warmwasser abgestellt wird, ist der Herd sofort wieder frei.
Nein. Der Anschluss erfolgt in der festen Installation im Verteiler und gehört aus Sicherheitsgründen in die Hand einer qualifizierten Elektrofachkraft. Sie stellt auch den Ansprechwert korrekt ein.
Ein Öffner ist im Ruhezustand geschlossen, der nachrangige Verbraucher also eingeschaltet. Erst beim Ansprechen des Relais öffnet der Kontakt und schaltet den Verbraucher weg. Genau dieses Verhalten brauchst du für einen sauberen Lastabwurf. Sowohl das Hager ED183 als auch das Doepke RLR 2 arbeiten mit einem Öffnerkontakt.
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