Ratgeber · Schutz & Verteilung
B16 oder C16? 1-polig oder 3-polig? Und was bedeutet eigentlich S201? Wer einen Sicherungsautomaten kaufen will, steht vor einem Dschungel aus Buchstaben und Zahlen – dabei steckt hinter jedem Kürzel eine einfache Frage: Welche Leitung soll geschützt werden, und was hängt dran? Dieser Ratgeber entwirrt die Kurzzeichen und zeigt dir am Beispiel des ABB-Sortiments, worauf es beim Kauf ankommt – und an welcher Stelle deine Elektrofachkraft übernimmt.

Achtzehn Sicherungsautomaten von ABB Stotz S&J, zwei Serien, zwei Charakteristiken: Die S200-Reihe stellt hier die Z-Typen in fein gestuften Nennströmen von 0,5 A bis 63 A plus einen B16 „für ZE“, die S200M-Reihe ergänzt zwei B-Typen mit laut Produktbezeichnung 10kA Schaltvermögen. Alle Angaben zu Charakteristik, Nennstrom und Schaltvermögen stammen direkt aus den Produktbezeichnungen.
| Modell | Charakteristik | Nennstrom | Serie | Preis |
|---|---|---|---|---|
| S201-B16 für ZE | B | 16 A | S200 (6kA) | 2,53 € |
| S201M-B6 | B | 6 A | S200M (10kA) | 12,48 € |
| S201M-B10 | B | 10 A | S200M (10kA) | 11,42 € |
| S201-Z0,5 | Z | 0,5 A | S200 (6kA) | 27,81 € |
| S201-Z1 | Z | 1 A | S200 (6kA) | 27,81 € |
| S201-Z1,6 | Z | 1,6 A | S200 (6kA) | 27,81 € |
| S201-Z2 | Z | 2 A | S200 (6kA) | 28,43 € |
| S201-Z3 | Z | 3 A | S200 (6kA) | 27,81 € |
| S201-Z4 | Z | 4 A | S200 (6kA) | 27,81 € |
| S201-Z6 | Z | 6 A | S200 (6kA) | 27,81 € |
| S201-Z8 | Z | 8 A | S200 (6kA) | 27,81 € |
| S201-Z10 | Z | 10 A | S200 (6kA) | 24,07 € |
| S201-Z16 | Z | 16 A | S200 (6kA) | 23,35 € |
| S201-Z20 | Z | 20 A | S200 (6kA) | 25,85 € |
| S201-Z25 | Z | 25 A | S200 (6kA) | 27,81 € |
| S201-Z32 | Z | 32 A | S200 (6kA) | 31,37 € |
| S201-Z50 | Z | 50 A | S200 (6kA) | 46,91 € |
| S201-Z63 | Z | 63 A | S200 (6kA) | 55,11 € |
Stell dir die Leitung in der Wand wie eine Wasserleitung vor: Fließt dauerhaft mehr hindurch, als sie verträgt, wird sie warm – im schlimmsten Fall so warm, dass die Isolierung leidet und ein Brand entstehen kann. Genau davor schützt der Leitungsschutzschalter. Sein thermischer Auslöser reagiert auf länger anhaltende Überlast, etwa wenn zu viele Verbraucher an einem Stromkreis hängen. Sein magnetischer Auslöser schlägt dagegen blitzschnell zu, wenn ein Kurzschluss auftritt.
Wichtig fürs Verständnis: Der Automat schützt die Leitung, nicht den Föhn oder den Fernseher. Deshalb richtet sich der Nennstrom auch nicht danach, was du anschließen willst, sondern danach, was die verlegte Leitung dauerhaft verträgt. Fliegt eine Sicherung regelmäßig raus, ist die Lösung darum nie ein „stärkerer“ Automat, sondern eine Ursachenklärung durch die Elektrofachkraft.
Die Frage „B16 oder C16?“ ist der Klassiker unter den Sicherungsautomaten-Fragen – und die Antwort hängt davon ab, was am Stromkreis hängt. Die B-Charakteristik ist im Wohnungsbau der Normalfall: Sie löst bei Kurzschlüssen früh aus und passt zu den typischen Licht- und Steckdosenkreisen. Die C-Charakteristik verzeiht kurze Einschaltstromspitzen, wie sie beim Anlaufen von Motoren oder beim Einschalten mancher Netzteile entstehen – sie verhindert, dass der Automat bei jedem Einschalten unnötig fällt, obwohl gar kein Fehler vorliegt.
Und dann gibt es noch die Z-Charakteristik, die in dieser Übersicht den größten Raum einnimmt: Sie reagiert besonders empfindlich und ist für Stromkreise gedacht, in denen empfindliche Elektronik, Halbleiter- oder Messtechnik hängt. Dafür bietet ABB die S201-Z-Reihe in außergewöhnlich fein gestuften Nennströmen an – von 0,5 A bis 63 A. So lässt sich auch ein einzelner Steuer- oder Elektronikkreis passgenau absichern.
Die hier gezeigte Übersicht aus dem ABB-Programm umfasst B- und Z-Typen. Ob tagesaktuell auch C-Ausführungen verfügbar sind, siehst du in der Kategorie Leitungsschutzschalter. Welche Charakteristik zu deinem Stromkreis passt, beurteilt am Ende die Elektrofachkraft anhand von Leitung, Leitungslänge und angeschlossenen Verbrauchern.
Hinter der Polzahl steckt die Frage, wie der Stromkreis aufgebaut ist. Einphasige Stromkreise – also das Gros der Licht- und Steckdosenkreise in der Wohnung – kommen mit einem 1-poligen Automaten aus: Er überwacht den einen Außenleiter des Kreises. Drehstromverbraucher wie ein Herd oder ein Durchlauferhitzer werden dagegen über drei Außenleiter versorgt; hier sichert ein 3-poliger LS-Schalter alle drei gemeinsam ab und trennt sie im Fehlerfall auch gemeinsam.
Bei ABB liest du die Polzahl direkt aus der Bezeichnung: Alle hier gezeigten Typen heißen S201 und sind laut Produktbezeichnung 1-polig. Für 3-polige Ausführungen wirf einen Blick in die Kategorie Leitungsschutzschalter – oder frag direkt deine Elektrofachkraft, die ohnehin festlegen muss, wie dein Verteiler bestückt wird. Praktischer Nebeneffekt der Bauform: 1-polige Automaten sind besonders kompakt und platzsparend im Verteiler.
ABB Stotz S&J führt seine kompakten Sicherungsautomaten unter der Serienbezeichnung S200 – das „S201“ im Typnamen steht dabei jeweils für die 1-polige Ausführung. Innerhalb der Reihe unterscheiden sich die Geräte vor allem in Charakteristik, Nennstrom und Schaltvermögen, und all das steht direkt in der Produktbezeichnung: „6kA 16A B 1-polig“ liest sich also als 16-A-Automat mit B-Charakteristik, 1-polig, mit 6kA Schaltvermögen.
Ein Blick auf die Preise lohnt sich: Der S201-B16 für ZE ist mit 2,53 € der günstigste Automat der Übersicht – laut Produktbezeichnung eine Ausführung „für ZE“; was genau dahintersteckt und ob sie für deinen Einsatz passt, entnimmst du der Produktseite und der Beratung durch deine Fachkraft. Die beiden S200M-Typen liegen mit 11,42 € (B10) und 12,48 € (B6) ebenfalls im niedrigen zweistelligen Bereich und bieten laut Produktbezeichnung das höhere Schaltvermögen von 10kA.
Die Z-Reihe bewegt sich zwischen 23,35 € für den S201-Z16 und 55,11 € für den S201-Z63. Bemerkenswert ist hier weniger der Preis als die Staffelung: Mit Zwischenwerten wie 1,6 A, 3 A oder 8 A lässt sich ein empfindlicher Steuer- oder Elektronikkreis deutlich passgenauer absichern, als es die groben Standardstufen erlauben würden. Genau dafür ist diese Charakteristik gedacht.
Für die typischen Licht- und Steckdosenstromkreise im Wohnbau ist die B-Charakteristik der Normalfall. Die C-Charakteristik ist toleranter gegenüber kurzen Einschaltstromspitzen und kommt zum Einsatz, wenn Verbraucher mit hohem Anlaufstrom – etwa Motoren – am Stromkreis hängen. Die endgültige Wahl trifft die Elektrofachkraft anhand von Leitung, Leitungslänge und angeschlossenen Geräten.
Z-Automaten lösen im Kurzschlussfall besonders empfindlich aus. Sie sind für Stromkreise gedacht, in denen empfindliche Elektronik, Halbleiter- oder Messtechnik hängt. ABB bietet die S201-Z-Reihe dafür in fein gestuften Nennströmen von 0,5 A bis 63 A an – so lässt sich auch ein einzelner Steuerkreis passgenau absichern.
Die Angabe beschreibt das Schaltvermögen: den Kurzschlussstrom, den der Automat sicher abschalten kann. In der Übersicht tragen die S200-Typen laut Produktbezeichnung 6kA, die S200M-Typen 10kA. Welches Schaltvermögen in deiner Anlage gefordert ist, hängt von den Netzverhältnissen ab und wird von der Elektrofachkraft beurteilt.
Alle 18 Automaten in dieser Übersicht sind laut Produktbezeichnung 1-polig – die passende Wahl für einphasige Licht- und Steckdosenstromkreise. Für Drehstromkreise, etwa Herd oder Durchlauferhitzer, kommen 3-polige LS-Schalter zum Einsatz; wirf dafür einen Blick in die Kategorie Leitungsschutzschalter oder frag deine Elektrofachkraft.
Der Leitungsschutzschalter schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss. Der FI-Schutzschalter (Fehlerstrom-Schutzschalter) hat eine andere Aufgabe: Er erkennt Fehlerströme, die etwa über den Körper eines Menschen abfließen, und trennt den Stromkreis – er dient also dem Personenschutz. In einer modernen Installation arbeiten beide Schutzgeräte zusammen; wie dein Verteiler aufgebaut wird, plant die Elektrofachkraft.
Nein, auf keinen Fall. Der Nennstrom des Automaten ist auf die Leitung abgestimmt – ein größerer Automat würde den Leitungsschutz aushebeln und die Leitung im Überlastfall gefährlich überhitzen lassen. Häufiges Auslösen ist ein Signal, dessen Ursache eine Elektrofachkraft klären sollte: zu viele Verbraucher am Kreis, ein defektes Gerät oder eine unpassende Charakteristik.
Nein. Der Tausch erfolgt in der festen Installation im Verteiler, der mit Netzspannung arbeitet – das ist Arbeit für eine qualifizierte Elektrofachkraft. Dazu kommt die Auswahlfrage: Nennstrom, Charakteristik, Polzahl und Schaltvermögen müssen zur Anlage passen. Ein falsch gewählter oder falsch eingebauter Automat schützt nicht.
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