
Ein Bewegungsmelder schaltet das Licht aus, sobald du still am Schreibtisch sitzt – ein Präsenzmelder nicht. Er erkennt auch kleinste Bewegungen und weiß dadurch, ob sich wirklich jemand im Raum aufhält. Im KNX Smart Home wird er damit zur zentralen Datenquelle für Licht, Heizung und Lüftung: Alles läuft nur dann, wenn es tatsächlich gebraucht wird. In diesem Ratgeber zeigen wir dir am Beispiel der MDT-Melder SCN-P360L3.03 und SCN-P360D3.03, worauf es bei Auswahl und Platzierung ankommt.
Empfehlung der Redaktion: Für abgehängte Decken ist der MDT Präsenzmelder 360° L3 TS (SCN-P360L3.03) mit integriertem Temperatursensor die erste Wahl. Wer in eine klassische Unterputz-Schalterdose montiert, greift zur günstigeren Variante SCN-P360D3.03.
Beide Gerätetypen arbeiten mit Passiv-Infrarot-Sensoren, die Wärmebewegungen erfassen. Der Unterschied liegt in der Auflösung: Ein klassischer Bewegungsmelder reagiert auf deutliche Bewegungen und ist damit ideal für Durchgangsbereiche, Außenwege oder das Treppenhaus.
Ein Präsenzmelder erfasst dagegen auch minimale Bewegungen – etwa das Tippen auf der Tastatur oder das Umblättern einer Seite. Deshalb ist er die richtige Wahl für Räume, in denen sich Menschen länger ruhig aufhalten: Büro, Wohnzimmer, Bad oder Besprechungsraum. Im KNX-System liefert er die Grundlage für Automationen, die Licht, Heizung oder Lüftung wirklich bedarfsgerecht schalten.

Der MDT Präsenzmelder 360° L3 TS Reinweiß (SCN-P360L3.03) arbeitet mit drei Sensoren, die den Raum in vollen 360 Grad überwachen. Die Reichweite beträgt 11 Meter im Durchmesser für Bewegung und 5 Meter für die feinere Präsenzerfassung – bei mittelgroßen Räumen deckt ein einzelner Melder damit die komplette Fläche ab.
Das TS im Namen steht für den integrierten Temperatursensor: Der Melder misst zusätzlich die Raumtemperatur und stellt den Wert auf dem KNX-Bus bereit – praktisch, wenn du die Heizung über die tatsächliche Raumtemperatur regeln willst, ohne einen separaten Sensor zu setzen. Der L3 TS ist für den Einbau in abgehängte Decken konzipiert: Ein 44-mm-Bohrloch genügt, die Einbautiefe beträgt ebenfalls 44 mm. Der Busankoppler ist bereits integriert, zusätzlich steht ein Eingang für einen externen Taster bereit.
Der Melder bietet drei Lichtkanäle, deren Sensoren sich einzeln auswerten lassen – du kannst also unterschiedliche Raumzonen getrennt schalten. Dazu kommen ein HLK-Kanal für Heizung, Lüftung und Klima sowie ein Alarm-/Meldekanal. Damit der Alarmkanal nicht auf jede Kleinigkeit anspringt, arbeitet er mit reduzierter Empfindlichkeit und einem einstellbaren Beobachtungsfenster.
Die Auslöse- und Präsenzempfindlichkeit stellst du getrennt für Tag, Nacht und Alarmbetrieb ein. Eine Sperr- und Zwangsfunktion mit Rückfallzeit sowie die intelligente Umschaltung zwischen Automatik- und Handbetrieb runden die Applikation ab.
Besonders praktisch für Flure und Kinderzimmer: Das integrierte weiße LED-Nachtlicht spendet sanfte Orientierung im Dunkeln, und die Orientierungslichtfunktion begleitet dich beim Verlassen des Raumes. Die Tag/Nacht-Funktion mit zweitem Schaltobjekt sorgt dafür, dass der Melder nachts anders reagiert als tagsüber – etwa mit gedimmtem Licht statt voller Helligkeit. Die Kurzzeitpräsenz reduziert die Nachlaufzeit, wenn du einen Raum nur kurz betrittst, und spart so zusätzlich Energie.

Keine abgehängte Decke? Dann ist der MDT Präsenzmelder 360° reinweiß/matt (SCN-P360D3.03) die passende Lösung: Er wird in eine gewöhnliche Unterputz-Schalterdose an der Decke montiert und kommt in matter, dezenter Optik daher.
Bei der Erfassung steht er dem L3 in nichts nach: ebenfalls drei Pyrosensoren mit 360°-Erfassung, 11 Meter Reichweite im Durchmesser und 5 Meter Präsenzbereich. Auch drei einzeln auswertbare Lichtkanäle, der HLK- und der Alarmkanal, Kurzzeitpräsenz, die erweiterte Tag/Nacht-Funktion und das LED-Nachtlicht sind an Bord. Was ihm fehlt, ist der Temperatursensor des L3 TS – dafür ist er spürbar günstiger. Wenn die Raumtemperatur bereits anderweitig erfasst wird, ist der D3 die wirtschaftlichere Wahl.
| Merkmal | SCN-P360L3.03 (L3 TS) | SCN-P360D3.03 (D3) |
|---|---|---|
| Montage | Abgehängte Decke, 44-mm-Bohrloch | Unterputz-Schalterdose |
| Sensoren | 3 Sensoren, 360° | 3 Pyrosensoren, 360° |
| Reichweite / Präsenz | Ø 11 m / Ø 5 m | Ø 11 m / Ø 5 m |
| Temperatursensor | Ja, integriert | Nein |
| Eingang für externen Taster | Ja, mit Rückfallzeit | – |
| Kanäle | 3× Licht, 1× HLK, 1× Alarm | 3× Licht, 1× HLK, 1× Alarm |
| LED-Nachtlicht | Ja, mit Orientierungslicht | Ja, mit Orientierungslicht |
| Preis | Etwas höher | Günstiger |
Auch der beste Melder erfasst nur, was er sieht. Mit ein paar Grundregeln holst du das Maximum heraus:
Der HLK-Kanal ist das unterschätzte Sparpotenzial des Präsenzmelders: Er meldet dem KNX-System, ob ein Raum über einen längeren Zeitraum genutzt wird, und schaltet erst dann – anders als der Lichtkanal, der sofort reagiert. In Kombination mit passenden Heizungsaktoren senkst du so die Temperatur in ungenutzten Räumen automatisch ab und heizt nur dort, wo sich wirklich jemand aufhält.
Über die Logikfunktionen deines KNX-Systems sind auch Regeln wie „Schalte das Licht im Bad aus, wenn zehn Minuten lang keine Präsenz erkannt wurde" schnell umgesetzt. Der Alarmkanal lässt sich zusätzlich in eine Anwesenheitssimulation oder Alarmanlage einbinden – der Melder liefert die Daten, die Aktoren und Logiken übernehmen den Rest.
Die Entscheidung fällt in erster Linie über den Einbauort: Hast du abgehängte Decken, nimm den SCN-P360L3.03 – der integrierte Temperatursensor spart dir einen separaten Raumfühler und macht ihn zur runderen Gesamtlösung. Montierst du in eine klassische Unterputz-Schalterdose oder brauchst keinen Temperaturwert, ist der günstigere SCN-P360D3.03 die klügere Wahl. Bei der Erfassungsleistung nehmen sich beide nichts.
In beiden Fällen bekommst du einen Melder, der deutlich mehr kann als Licht schalten: Mit drei Lichtkanälen, HLK- und Alarmkanal wird er zur Datenzentrale für dein KNX Smart Home – und amortisiert sich über die eingesparte Energie quasi nebenbei.
Ein Präsenzmelder erfasst auch kleinste Bewegungen wie Tippen oder Umblättern und erkennt so, ob jemand ruhig im Raum sitzt. Ein Bewegungsmelder braucht deutlichere Bewegungen und eignet sich daher eher für Flure, Treppen und Außenbereiche.
Ja, der Melder ist ein reines KNX-Gerät mit integriertem Busankoppler. Er wird direkt an den KNX-Bus angeschlossen und über die ETS parametriert – zusätzliche Gateways oder Netzteile am Gerät sind nicht nötig.
Ja. Beide vorgestellten Melder haben einen eigenen HLK-Kanal, der die Anwesenheit an das KNX-System meldet. Zusammen mit einem Heizungsaktor senkst du die Temperatur in ungenutzten Räumen ab. Der L3 TS liefert dank Temperatursensor zusätzlich den aktuellen Raumtemperaturwert.
Der SCN-P360D3.03 ist für die Deckenmontage in der Schalterdose ausgelegt. Der SCN-P360L3.03 benötigt dagegen eine abgehängte Decke mit 44-mm-Bohrloch und 44 mm Einbautiefe.
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✍️ Autor: smartkram-Redaktion
🔄 Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2026
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