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Viega Pressfittings: Dimensionen & Arten wählen

Viega Pressfittings: Dimensionen und Fitting-Arten richtig wählen

Wer bei Viega-Pressfittings den Überblick sucht, braucht drei Angaben: die richtige Dimension (15, 18, 22, 28 mm und größer), den passenden Fitting-Typ (Bogen, Muffe, T-Stück, Übergang) und die richtige Anschlussart. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Bezeichnungen zu lesen sind und wie Sie systematisch zum passenden Formstück kommen.

Kurz & knapp

  • Die Dimension ist der Rohr-Außendurchmesser in Millimetern (z. B. 15/18/22/28). Fitting und Rohr müssen exakt zusammenpassen.
  • Grundtypen: Bogen (Richtungswechsel 45°/90°), Muffe (gerade verbinden), T-Stück (Abzweig), Übergang (auf Gewinde), dazu Reduzierung und Kappe.
  • IxI = zwei Pressmuffen, IxA = eine Pressmuffe + ein Einsteckende (spart oft eine Muffe im Verbund).
  • Das Medium (Trinkwasser, Heizung, Gas, Solar) und das System (Sanpress Rotguss, Sanpress Inox Edelstahl) müssen zueinander passen – inklusive zugelassenem Dichtelement.
  • Auswahl, Planung und Verständnis dürfen Sie selbst – das Verpressen von Trinkwasser-, Gas- und Heizungsleitungen ist Fachhandwerk (zugelassenes Werkzeug, Dichtheitsprüfung, Hygiene).

Dimensionen verstehen: 15, 18, 22, 28 mm und XL

Die Zahl auf einem Pressfitting – 15, 18, 22, 28 – ist der Außendurchmesser des Rohrs in Millimetern, nicht die lichte Weite. Genau diese Zahl muss auf Rohr und Fitting übereinstimmen, sonst passt die Pressmuffe nicht.

Grob zur Orientierung, wo welche Dimension typischerweise vorkommt:

Dimension Typischer Einsatz (Orientierung)
15 mm Einzelanschlüsse, kurze Stichleitungen zur Entnahmestelle
18 / 22 mm Verteilung im Geschoss, Zuleitungen zu mehreren Zapfstellen
28 mm Sammelleitungen, kräftigere Verteiler, kleinere Steigstränge
35 / 42 / 54 mm Steigstränge und Hauptleitungen in größeren Gebäuden
XL: 64 / 76,1 / 88,9 / 108 mm Große Versorgungs- und Hauptleitungen, Objekt-/Gewerbebau

Wichtig: Diese Tabelle ist eine Einordnung, keine Auslegung. Welche Dimension eine Leitung tatsächlich braucht, ist das Ergebnis einer hydraulischen Berechnung (Volumenstrom, Druckverlust, Gleichzeitigkeit) nach den einschlägigen Regeln der Technik. Für Trinkwasser plant das die Fachplanung bzw. das ausführende Fachhandwerk.

Die hier gelisteten Formstücke bewegen sich im XL-Bereich (64 bis 108 mm) – das sind die großen Dimensionen für Haupt- und Versorgungsleitungen, nicht die typische Hausinstallation an der Zapfstelle.

Die wichtigsten Fitting-Arten im Überblick

Fast jede Leitung lässt sich aus einer Handvoll Grundformen aufbauen. Wer die Funktionen kennt, findet den passenden Fitting schnell:

Fitting-Art Funktion Übliche Ausführung
Bogen 45° / 90° Richtungswechsel IxI oder IxA
Muffe zwei Rohre gerade verbinden IxI
Reduzierung / Reduziermuffe von großer auf kleine Dimension wechseln IxI
T-Stück Abzweig aus der Leitung IxIxI, teils reduziert
Übergang (AG/IG) Wechsel auf Gewinde (Armatur, Zähler, Bestand) Press × Gewinde
Verschraubung lösbare Verbindung Press × Überwurf
Kappe / Stopfen Leitungsende verschließen I

Die beiden Kürzel, die in Artikelbezeichnungen immer wieder auftauchen:

  • I = Innenkontur, also eine Pressmuffe, in die das Rohr gesteckt und verpresst wird.
  • A = Außen- bzw. Einsteckende (Steckende), das seinerseits in die Muffe des nächsten Fittings gesteckt wird.

Beim Übergang steht zusätzlich AG für Außengewinde und IG für Innengewinde – damit wird von der Pressverbindung sauber auf einen Gewindeanschluss gewechselt, etwa zu einer Armatur oder einem vorhandenen Leitungsteil.

Muffen, T-Stücke, Reduzierungen, Übergänge und Kappen sind nicht Teil dieser Auswahl. Sie finden das passende Formstück in der Kategorie Form- und Verbindungsstücke – dort nach System, Dimension und Anschlussart filtern.

Bögen richtig wählen: 45° oder 90°, IxA oder IxI

Der Bogen ändert die Fließrichtung. Zwei Fragen entscheiden über die Wahl:

1. Winkel: Der 90°-Bogen setzt die Leitung im rechten Winkel um – klassisch an Wand und Ecke. Der 45°-Bogen erzeugt einen sanfteren Richtungswechsel; zwei 45°-Bögen ergeben zusammen einen strömungsgünstigeren Verzug als ein enger 90°-Bogen. Für versetzte Leitungsführungen und weiche Umlenkungen ist 45° meist die bessere Wahl.

2. Endausführung IxI oder IxA: Ein IxI-Bogen hat zwei Pressmuffen und verbindet zwei Rohrenden. Ein IxA-Bogen hat eine Muffe und ein Einsteckende – das Steckende geht direkt in die Muffe des nächsten Fittings, ohne dass eine zusätzliche Muffe nötig wird. Das spart im Fitting-Verbund Bauteile und Baulänge.

In der großen XL-Dimension bieten wir Bögen in Rotguss und Edelstahl an. Beispiele aus dem Sortiment:

Achten Sie darauf, dass Winkel, Dimension und Endausführung zur geplanten Leitungsführung passen – und dass System und Material im gesamten Strang konsistent bleiben.

System & Material: Sanpress Rotguss vs. Sanpress Inox

Viega bündelt Pressfittings in Systeme. Innerhalb eines Systems sind Rohr, Fitting, Kontur und Dichtelement aufeinander abgestimmt. Wichtig: Systeme werden nicht gemischt – eine Leitung wird durchgängig in einem System und einer passenden Dimension aufgebaut.

Zwei Materialwelten stehen hier zur Wahl:

  • Sanpress (Rotguss): Rotguss-Formstücke sind robust und in großen Dimensionen verbreitet. Sie werden mit Kupfer- oder Edelstahlrohren des zugehörigen Systems kombiniert.
  • Sanpress Inox (Edelstahl): Nichtrostender Edelstahl gilt als besonders hygienisch und wird gern in der Trinkwasserinstallation eingesetzt.

Ein zentraler Sicherheitsgedanke bei Viega ist die SC-Contur: Eine versehentlich unverpresst gebliebene Verbindung fällt bei der Dichtheitsprüfung auf, statt unbemerkt zu bleiben. Das ersetzt aber keine ordnungsgemäße Ausführung und Prüfung.

Entscheidend ist außerdem das Medium: Trinkwasser, Heizung, Gas und Solar stellen unterschiedliche Anforderungen und brauchen jeweils das dafür zugelassene System samt passendem Dichtelement. Prüfen Sie vor dem Kauf, dass die gewählte Variante für Ihr Medium freigegeben ist – im Zweifel mit dem ausführenden Fachhandwerk klären. Normen und Regelwerke wie die des DVGW sowie die einschlägigen DIN-EN-Regeln geben hier den Rahmen vor.

In vier Schritten zum richtigen Fitting

So kommen Sie systematisch durch den „Fitting-Dschungel":

  • 1. Medium & System klären: Wofür ist die Leitung (Trinkwasser, Heizung …)? Danach richtet sich das System (z. B. Sanpress Rotguss oder Sanpress Inox) und das zugelassene Dichtelement.
  • 2. Dimension bestimmen: Welcher Rohr-Außendurchmesser liegt an bzw. ist geplant (15/18/22/28 … bis XL 64/76,1/88,9/108)? Fitting-Dimension = Rohr-Dimension.
  • 3. Fitting-Typ wählen: Richtungswechsel → Bogen (45°/90°); gerade verbinden → Muffe; abzweigen → T-Stück; auf Gewinde wechseln → Übergang (AG/IG); reduzieren → Reduzierung.
  • 4. Anschlussart festlegen: IxI oder IxA? Zwei Rohrenden verbinden → IxI. Direkt in den nächsten Fitting stecken und eine Muffe sparen → IxA.

Wenn ein Typ oder eine Dimension in dieser Auswahl fehlt, hilft die Kategorie Form- und Verbindungsstücke weiter – mit Unterkategorien für Rotguss und Inox-Edelstahl.

Zur Ausführung: Auswahl, Planung und Verständnis können Sie selbst übernehmen. Das eigentliche Verpressen von Trinkwasser-, Gas- und Heizungsleitungen gehört jedoch ins Fachhandwerk: Es erfordert zugelassenes Presswerkzeug mit passender Pressbacke, die korrekte Verarbeitung nach Herstellervorgabe, eine dokumentierte Dichtheitsprüfung und – bei Trinkwasser – die Beachtung der Hygieneregeln.

Passende Produkte

Große XL-Bögen aus dem Sanpress-Sortiment (Bruttopreise):

Weitere Typen (Muffe, T-Stück, Übergang, Reduzierung) und kleinere Dimensionen finden Sie in der Kategorie Form- und Verbindungsstücke.

Häufige Fragen

Was bedeutet die Zahl auf einem Pressfitting, z. B. 22 mm?

Die Zahl ist der Außendurchmesser des Rohrs in Millimetern. Fitting und Rohr müssen die gleiche Dimension haben, damit die Pressverbindung passt.

Was ist der Unterschied zwischen IxI und IxA?

IxI hat zwei Pressmuffen und verbindet zwei Rohrenden. IxA hat eine Pressmuffe und ein Einsteckende, das direkt in die Muffe des nächsten Fittings gesteckt wird – das spart im Verbund eine zusätzliche Muffe.

Wann nehme ich einen 45°- statt eines 90°-Bogens?

90° setzt die Leitung im rechten Winkel um. 45° erzeugt einen sanfteren, oft strömungsgünstigeren Richtungswechsel; zwei 45°-Bögen ergeben einen weichen Versatz. Für versetzte Leitungsführungen ist 45° meist die bessere Wahl.

Wofür brauche ich einen Übergang mit AG oder IG?

Der Übergang wechselt von der Pressverbindung auf ein Gewinde. AG steht für Außengewinde, IG für Innengewinde – damit schließen Sie an Armaturen, Zähler oder vorhandene Gewindeteile an.

Kann ich Rotguss- und Edelstahl-Fittings mischen?

Fittings werden innerhalb eines abgestimmten Systems und passend zum Rohr eingesetzt. Materialkombinationen und Übergänge sind nur nach Herstellervorgabe zulässig. Halten Sie eine Leitung möglichst durchgängig in einem System und klären Sie Übergänge mit dem Fachhandwerk.

Welches System brauche ich für Trinkwasser, Heizung oder Gas?

Das Medium bestimmt das zugelassene System und das passende Dichtelement. Nicht jede Variante ist für jedes Medium freigegeben. Prüfen Sie die Freigabe vor dem Kauf und ziehen Sie im Zweifel das ausführende Fachhandwerk hinzu; DVGW und die einschlägigen Normen geben den Rahmen vor.

Darf ich Pressfittings selbst verpressen?

Auswahl, Planung und Verständnis dürfen Sie selbst übernehmen. Das Verpressen von Trinkwasser-, Gas- und Heizungsleitungen ist jedoch Fachhandwerk – mit zugelassenem Werkzeug, korrekter Verarbeitung, Dichtheitsprüfung und Hygieneanforderungen.

Was ist die SC-Contur?

Ein Sicherheitsmerkmal von Viega: Eine versehentlich unverpresste Verbindung wird bei der Dichtheitsprüfung erkannt, statt unbemerkt zu bleiben. Es ersetzt aber keine fachgerechte Ausführung und Prüfung.

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