Welche Wago-Klemme die richtige ist, entscheidet sich an zwei Fragen: Welche Leiterart wird verbunden (starr oder flexibel) und wie viel Platz steht zur Verfügung? Dieser Ratgeber ordnet die drei bekanntesten Baureihen — die transparente Hebelklemme 221, die kompakte Steckklemme 2273 und den Hebel-Klassiker 222 — nach Leiterart und Einsatz und zeigt, welches Modell wofür passt.
Wago-Verbindungsklemmen lösen dieselbe Aufgabe wie die klassische Lüsterklemme — sie verbinden mehrere Leiter miteinander —, arbeiten aber mit einer Federkraft-Technik statt mit Schrauben. Das macht die Verbindung schnell und wartungsfrei. Zwischen den Baureihen gibt es aber deutliche Unterschiede, die für die Auswahl entscheidend sind.
Der wichtigste Unterschied ist die Frage, welche Leiterart eine Klemme aufnehmen kann:
Kurz gefasst: Die 221 und die 222 arbeiten mit einem Hebel und nehmen beide Leiterarten auf. Die 2273 ist eine reine Steckklemme ohne Hebel — dafür sehr klein und günstig, aber nur für starre Leiter geeignet.
Die folgende Matrix führt vom Anwendungsfall direkt zur passenden Baureihe. Sie ersetzt keine Prüfung des jeweiligen Datenblatts (zulässige Querschnitte und Leiterarten stehen auf der Klemme bzw. im Datenblatt), gibt aber die richtige Richtung vor.
| Situation / Leiterart | Passende Baureihe | Warum |
|---|---|---|
| Starre und flexible Leiter mischen (z. B. Leuchte an NYM-Leitung) | 221 | Nimmt beide Leiterarten, transparent kontrollierbar, per Hebel lösbar |
| Nur starre Installationsleiter, viele Verbindungen, wenig Platz in der Dose | 2273 | Sehr kompakt und günstig, schnelles Stecken ohne Hebel |
| Starr und flexibel, robuster Hebel, vorhandener Bestand | 222 | Bewährter Klassiker, kräftiger Hebel, etwas größere Bauform |
| Häufiges Umklemmen, temporäre oder prüfbare Verbindung | 221 oder 222 | Hebel öffnet und schließt beliebig oft, Leiter lässt sich wiederverwenden |
| Sammel-/Verteilerpunkt im Verteiler oder Schaltschrank (bis 16 mm²) | 2216 Push-in | Reihen-/Verteilerklemme auf Hutschiene, farbcodiert für L/N/PE |
Im Zweifel ist die 221 die sicherste Wahl: Sie deckt den größten Teil der Fälle ab, weil sie sowohl starre als auch flexible Leiter aufnimmt und die Verbindung durch das durchsichtige Gehäuse sichtbar bleibt.
Die 221-Serie ist die kompakte Hebelklemme mit durchsichtigem Gehäuse. Ihr großer Vorteil: Sie verbindet starre, mehrdrähtige und flexible (feindrähtige) Leiter in beliebiger Kombination — genau das, was beim Anschluss von Leuchten oder Geräten mit Litzenanschluss gebraucht wird. Der Hebel wird von Hand geöffnet, der Leiter eingeführt und der Hebel geschlossen; zum Lösen lässt sich der Vorgang beliebig oft wiederholen. Das transparente Gehäuse macht die Einführtiefe der Leiter sichtbar, und die Prüföffnung erlaubt der Fachkraft eine Messung an der Verbindung.
Im Sortiment sind mehrere Ausführungen bis 4 mm² Querschnitt: die transparente WAGO 221-420 (bis 4 mm²) (1,02 €) sowie die weiteren 221-Varianten WAGO 221-422 (0,30 €) und WAGO 221-423 (0,38 €). Welche Ausführung passt, hängt von der Zahl der zu verbindenden Leiter ab — die Polzahl ist auf der Klemme aufgedruckt.
Die 2273-Serie verzichtet auf den Hebel und arbeitet als reine Steckklemme: Der starre Leiter wird direkt eingeschoben, die Feder hält ihn. Dadurch baut die 2273 besonders flach und klein und ist günstig — ideal, wenn in einer engen Verbindungsdose viele gleichartige Verbindungen mit starren Installationsadern untergebracht werden müssen.
Der Preis dafür ist die Einschränkung auf ausschließlich starre (eindrähtige) Leiter. Flexible Litzen lassen sich in der 2273 nicht sicher klemmen — dafür ist eine Hebelklemme vorgesehen. Wer ohnehin auch flexible Leiter verbinden möchte oder sich nicht auf eine Leiterart festlegen will, ist mit der 221 in aller Regel besser bedient: Sie nimmt starre Leiter genauso auf und deckt damit den Anwendungsbereich der 2273 mit ab.
Die 222-Serie ist der bewährte Vorgänger der 221 und nach wie vor weit verbreitet. Sie arbeitet ebenfalls mit einem Hebel und nimmt starre wie flexible Leiter auf. Gegenüber der 221 baut sie etwas größer und besitzt kein durchsichtiges Gehäuse. Wer viele davon im Bestand hat oder den kräftigen, gut greifbaren Hebel schätzt, ist damit weiterhin gut bedient. Für Neuplanungen mit knappem Platz oder dem Wunsch nach Sichtkontrolle ist die 221 die modernere Wahl — und genau diese Baureihe ist hier erhältlich.
Verbindungsklemmen der Serien 221, 2273 und 222 sind für Abzweig- und Verbindungsdosen gedacht. Sobald es um den Verteiler oder Schaltschrank geht — also um das Sammeln und Verteilen von Potenzialen auf der Hutschiene —, kommen Reihen- bzw. Verteilerklemmen zum Einsatz. Die 2216-Serie ist hier eine Push-in-Lösung mit Drücker, ausgelegt bis 16 mm², und farblich der üblichen Konvention folgend: grau für die Phase, blau für den Neutralleiter und grün-gelb für den Schutzleiter.
Verfügbar sind die 2-Leiter-Verteilerklemme 16 mm² grau (2,00 €), die Verteilerklemme 16 mm² blau (2,06 €) sowie die passende Schutzleiterklemme 16 mm² grün-gelb (3,78 €). Aufbau und Bestückung eines Verteilers sind Sache der Elektrofachkraft.
Die richtige Klemme auszuwählen, zu verstehen und in die eigene Planung einzuordnen, darf jeder — genau dabei hilft dieser Ratgeber. Steckerfertige Geräte anzuschließen, ist ebenfalls unproblematisch. Das tatsächliche Verbinden von Leitern in der festen 230/400-V-Installation gehört jedoch in die Hände einer eingetragenen Elektrofachkraft. Sie stellt sicher, dass die Leitung vor Arbeitsbeginn freigeschaltet und gegen Wiedereinschalten gesichert ist (die anerkannten Sicherheitsregeln), dass die Spannungsfreiheit geprüft wird und dass die gewählte Klemme für Leiterart und Querschnitt zulässig ist.
Die einschlägigen Regeln der Technik — etwa die Normenreihe DIN VDE 0100 für das Errichten von Niederspannungsanlagen und DIN VDE 0293 für die Kennzeichnung von Adern — geben den Rahmen vor. Dieser Ratgeber verzichtet bewusst auf eine Schritt-für-Schritt-Verdrahtungsanleitung: Er soll die Auswahl erleichtern, nicht die fachgerechte Ausführung ersetzen. Im Zweifel gilt: Auswahl und Materialbeschaffung selbst erledigen, den Anschluss der Fachkraft überlassen.
Ja. Die 221 ist gerade dafür ausgelegt, eindrähtige (starre), mehrdrähtige und feindrähtige (flexible) Leiter aufzunehmen — auch gemischt in einer Klemme. Das macht sie zur ersten Wahl, sobald Litzenanschlüsse ins Spiel kommen.
Die 2273 verzichtet auf die Hebelmechanik und arbeitet als reine Steckklemme. Das spart Bauraum und Kosten. Der Kompromiss: Sie ist nur für starre (eindrähtige) Leiter geeignet, nicht für flexible Litzen.
Bei der 221 und der 222 lässt sich die Verbindung über den Hebel beliebig oft öffnen und wieder schließen. Die Steckklemme 2273 ist auf dauerhaftes Stecken ausgelegt; ein Lösen ist mit mehr Aufwand verbunden.
In der Regel die 221, weil Leuchten häufig flexible Litzen mitbringen, die mit der starren Installationsader verbunden werden müssen — und die 221 beide Leiterarten aufnimmt. Der eigentliche Anschluss in der festen Installation gehört zur Elektrofachkraft.
Beide sind Hebelklemmen für starre und flexible Leiter. Die 221 ist kompakter und hat ein durchsichtiges Gehäuse zur Sichtkontrolle; die 222 ist der ältere, etwas größere Klassiker mit kräftigem Hebel und undurchsichtigem Gehäuse.
Die zulässige Leiterart, der Querschnitt und die Polzahl stehen auf der Klemme selbst bzw. im Datenblatt. Die hier gezeigten 221-Modelle sind bis 4 mm² ausgelegt; die Polzahl (Zahl der Anschlüsse) unterscheidet die einzelnen Varianten.
Auswahl, Verständnis und Planung dürfen Sie selbst übernehmen, ebenso den Anschluss steckerfertiger Geräte. Das Verbinden von Leitern in der festen 230/400-V-Installation ist Aufgabe einer eingetragenen Elektrofachkraft.
Für den Verteiler oder Schaltschrank: Sie sitzen auf der Hutschiene, sammeln und verteilen Potenziale bis 16 mm² und sind nach L (grau), N (blau) und PE (grün-gelb) farblich unterschieden. Für die Verbindungsdose bleiben 221, 2273 oder 222 die richtige Wahl.
Noch mehr Fachwissen, Kaufhilfen und Praxis-Tipps aus der Elektro-Welt:
