Rohrinstallation · DIY-Anleitung
Mit Rotguss-Fittings baust du eine langlebige Gewinde-Wasserleitung Stück für Stück selbst zusammen: Winkel für den Richtungswechsel, T-Stücke für Abzweige, Muffen und Nippel zum Verbinden, Verschraubungen für lösbare Wartungsstellen und Wandscheiben für den Armaturenanschluss. Das A und O ist das saubere Abdichten der Gewinde mit Hanf, Teflonband oder Dichtfaden. Diese Anleitung führt dich Schritt für Schritt von der Planung über das Eindichten bis zur Dichtheitsprobe.
Rotguss-Wandscheiben-T-Stück für den Armaturen-Anschluss
Rotguss ist eine Kupfer-Zinn-Zink-Legierung (umgangssprachlich „Rg"), die sich durch hohe Korrosionsbeständigkeit auszeichnet und deshalb seit Langem für Trinkwasser-Formstücke eingesetzt wird. Die Fittings werden nicht gelötet oder gepresst, sondern über Gewinde verschraubt — das macht sie ideal zum selbst Verlegen: kein offenes Feuer, keine Spezialpresse, nur Werkzeug und sauberes Abdichten.
Die Gewinde folgen dem Whitworth-Rohrgewinde (Kennung „G", z. B. G 1/2"). Man unterscheidet Innengewinde (IG) und Außengewinde (AG): Ein Außengewinde wird in ein passendes Innengewinde geschraubt. Über diese genormten Maße kombinierst du Winkel, T-Stücke, Muffen und Verschraubungen frei zu deiner Leitung — von der Nennweite DN15 (1/2") bis zu größeren Übergängen. Weil die Verbindung eine lösbare Schraubverbindung ist, lässt sich eine Rotguss-Installation später erweitern oder für Wartungen wieder öffnen.

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Das Dichtmittel füllt den Gewindegang zwischen Außen- und Innengewinde — erst dadurch wird die Schraubverbindung dicht.
Ein Rohrgewinde ist kein wasserdichter Verschluss für sich: Zwischen den Gewindeflanken bleibt immer ein feiner Spalt. Beim gewindedichtenden Anschluss (die meisten Winkel, T-Stücke und Muffen) füllst du diesen Spalt mit einem Dichtmittel — Dichthanf mit Paste, Teflonband oder Dichtfaden. Beim Einschrauben verpresst sich das Material und dichtet den Gang zuverlässig ab.
Anders arbeiten Verschraubungen mit Überwurfmutter (z. B. Rohr- und Winkelverschraubung): Hier dichtet nicht das Gewinde, sondern ein separates Dichtelement — ein Flachdichtring oder eine konische Metall-auf-Metall-Dichtung — das die Überwurfmutter zusammenzieht. Solche Stellen brauchen kein Hanf; sie werden nur so weit angezogen, bis der Dichtring bzw. der Konus sauber schließt. Genau deshalb sind Verschraubungen die richtige Wahl für lösbare Wartungspunkte.
Rotguss-Fittings sind die Verbindungsebene deiner Gewinde-Wasserleitung: Sie verlängern (Muffe, Nippel), wechseln die Richtung (Winkel, Bogen), verteilen (T-Stück), stellen lösbare Verbindungen her (Verschraubung) und schaffen einen festen Anschlusspunkt an der Wand (Wandscheibe). Ihre Stärke spielen sie beim Reparieren und Nachrüsten aus — vom neuen Abzweig für einen Außenwasserhahn bis zum Anschluss einer Armatur, ganz ohne Löten oder Pressen.
Zuerst legst du die Nennweite fest — im Hausbereich meist 1/2" (DN15), für Hauptstränge auch 3/4". Danach zählst du, wo du ein Innengewinde (IG) und wo ein Außengewinde (AG) brauchst: Ein AG-Fitting greift in ein IG-Gegenstück. Miss den vorhandenen Anschluss aus und notiere je Verbindungsstelle Größe und Gewindeart, bevor du bestellst.
Für den Richtungswechsel nimmst du einen Winkel (90°), zum Abzweigen ein T-Stück, zum geraden Verbinden und Verlängern Muffe oder Doppelnippel. Wo die Leitung später aufgehen soll, setzt du eine Verschraubung (gerade als Rohrverschraubung, im Winkel als Winkelverschraubung). An Armaturen sorgt eine Wandscheibe für den fest verschraubten, in der Wand verankerten Anschluss.
Feste, selten zu öffnende Stellen realisierst du günstig mit gewindedichtenden Fittings (Winkel, T-Stück, Muffe) und Hanf. Überall dort, wo du später wieder trennen willst — vor Armaturen, Zählern, Geräten —, lohnt die etwas teurere Verschraubung mit Überwurfmutter, weil du sie ohne Neu-Eindichten öffnen und schließen kannst.
Dichthanf, Dichtpaste, Teflonband und Dichtfaden gehören zu jeder Gewindeinstallation dazu, sind aber Verbrauchsmaterial — wir führen sie nicht im Sortiment. Besorge dein Dichtmittel separat und plane pro Verbindung genug Material ein.
Die Fittings unterscheiden sich vor allem in ihrer Aufgabe (verbinden, umlenken, abzweigen, lösbar trennen, an der Wand anschließen) und in der Gewindeart (IG oder AG). Die folgende Tabelle stellt echte Modelle mit Artikelnummer, Rolle, Größe und Preis gegenüber — nutze sie als Einkaufsliste für deine Leitung.
90°-Richtungswechsel der Leitung. Als 94090 mit Innengewinde oder 94092 mit Außengewinde.
Zweigt einen Strang ab. Als T-Stück 94130 oder als Wandscheiben-T-Stück 94490 mit fester Wandbefestigung.
Gerade Verbindung zweier Gewinde. Übergangsmuffe 94270 (IG) oder Muffe 3270 für kleine Nennweiten.
Rohr-/Winkelverschraubung für lösbare Wartungsstellen; Wandscheibe als fixierter Armaturenanschluss.
| Fitting (MPN) | Rolle | Größe | Preis | |
|---|---|---|---|---|
| 94090 ★ | Winkel 90° — Richtungswechsel (IG) | G 1/2" · DN15 | 1,33 € | Zum Produkt |
| 94092 | Winkel 90° — Richtungswechsel (AG) | G 1/2" · DN15 | 1,33 € | Zum Produkt |
| 94130 ★ | T-Stück — Abzweig / Verteilung (IG) | G 1/2"x1/2" · DN15 | 1,87 € | Zum Produkt |
| 94490 ★ | Wandscheiben-T-Stück — Abzweig + Wandbefestigung | G 1/2"x15 | 6,98 € | Zum Produkt |
| 94270 | Übergangsmuffe — gerade verbinden | G 1/2" | 1,03 € | Zum Produkt |
| 3270 | Muffe — gerade verbinden (DVGW) | 1/4" | 0,79 € | Zum Produkt |
| 94341 ★ | Rohrverschraubung — lösbar (Wartung, AG) | G 1/2" · AG | 4,48 € | Zum Produkt |
| 94098 | Winkelverschraubung — lösbarer 90°-Übergang (AG) | G 1/2" · AG | 4,25 € | Zum Produkt |
| 94472 | Wandscheibe — Armaturenanschluss (IG) | G 1/2" · IG | 1,37 € | Zum Produkt |
| 94471 | Wandscheibe — Armaturenanschluss, tiefe Ausführung (IG) | G 1/2" · IG | 2,15 € | Zum Produkt |
Preise brutto, tagesaktuell aus dem Shop. Rohre und Dichtmittel sind nicht Teil dieses Sortiments.
Der Klassiker ist das falsch herum aufgewickelte Hanf: Wickelst du den Dichthanf gegen die Gewinderichtung auf, schiebt das Gegengewinde das Material beim Anziehen vor sich her, statt es zu verpressen — die Verbindung bleibt undicht. Richtig ist, den Hanf in Gewinderichtung aufzubringen, sodass er beim Einschrauben mitgezogen und fester wird.
Zweiter Fehler: eine flachdichtende oder konische Verschraubung zusätzlich zu hanfen. Diese Verbindungen dichten über ihren Dichtring bzw. Konus — Hanf am Überwurf bringt nichts, kann die Mutter blockieren und die saubere Dichtfläche stören. Hanf gehört nur an gewindedichtende Anschlüsse.
Der dritte Fehler ist das Weglassen der Dichtheitsprobe. Wer die Leitung nach der Montage nicht unter Druck kontrolliert, entdeckt eine undichte Stelle erst, wenn Wasser austritt und Schaden anrichtet. Die Prüfung kostet wenige Minuten und gehört fest zum Ablauf.
Diese Reihenfolge führt dich von der Planung bis zur dichten, geprüften Leitung. Arbeite ruhig und kontrolliere jede Verbindung, bevor du zur nächsten weitergehst.
Ja. Rotguss-Fittings werden über genormte Whitworth-Rohrgewinde verschraubt — mit etwas handwerklichem Geschick, dem richtigen Werkzeug (Rohrzange) und sauber abgedichteten Gewinden gelingt das auch Heimwerkern. Wichtig ist, dass du die Trinkwasser-Regeln beachtest, jede Verbindung korrekt eindichtest und am Ende eine Dichtheitsprobe machst. Bei fest verlegten Trinkwasserleitungen im Wohnhaus solltest du im Zweifel einen Fachbetrieb hinzuziehen.
Klassisch dichtest du Außengewinde mit Dichthanf ab, den du in Gewinderichtung aufwickelst und dünn mit Dichtpaste bestreichst. Alternativen sind Teflonband (PTFE), das du in mehreren Lagen in Gewinderichtung umwickelst, oder ein Gewinde-Dichtfaden. Alle drei füllen den Gewindegang und dichten so die Schraubverbindung ab — wähle eine Methode und trage sie sauber auf. Diese Dichthilfsmittel führen wir nicht im Sortiment; wir liefern die Rotguss-Fittings.
Für den Richtungswechsel nimmst du Winkel, für Abzweige T-Stücke, zum geraden Verbinden Muffen und Nippel und für spätere Wartung lösbare Verschraubungen. An Armaturen sitzt eine Wandscheibe, die den Anschluss in der Wand fixiert. Welche Nennweite du brauchst, richtet sich nach der Leitung — meist 1/2" (DN15) oder 3/4".
Gewindefittings werden nicht nach einem festen Drehmoment, sondern nach Gefühl angezogen: erst handfest, dann mit der Rohrzange definierte Umdrehungen, bis die Verbindung dicht und richtig ausgerichtet ist. Überdrehe nicht — zu viel Kraft kann Gewinde und Fitting überlasten. Verschraubungen mit Überwurfmutter ziehst du ebenfalls nur so weit an, bis der Dichtring bzw. der Konus sauber dichtet.
Nach der Montage drehst du das Wasser langsam auf und lässt die Leitung unter Druck stehen. Kontrolliere jede Verbindung mit trockener Hand oder einem Blatt Papier auf austretendes Wasser und beobachte die Stellen einige Zeit. Zeigt sich Nässe, drehst du das Wasser ab, öffnest die betroffene Verbindung und dichtest sie neu ein — bloßes Nachziehen behebt eine falsch gedichtete Stelle meist nicht.
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