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Kaufberatung: Außenstationen

Die Außenstation ist der sichtbarste Teil der Türkommunikation: das Gerät am Eingang mit Klingeltaste, Sprechstelle und – je nach Ausführung – Kamera, Namensschild, Codetastatur oder Transponderleser. Sie prägt den ersten Eindruck des Hauses und muss gleichzeitig Wetter, Sonne und Vandalismus standhalten. Unser Sortiment umfasst rund 1.225 Artikel, von der einfachen Aufputz-Klingel bis zur Mehrparteienanlage mit Videomodul.

Die erste Entscheidung ist die Systemwelt: klassische 2-Draht-Systeme, bei denen die Anlage über eine eigene Busleitung arbeitet, oder IP-basierte Anlagen, die über das Netzwerk laufen und Anrufe direkt auf das Smartphone bringen. Zweite Entscheidung ist die Montageart: Aufputz ist einfach nachzurüsten, Unterputz sitzt bündig in der Wand und wirkt hochwertiger, verlangt aber Vorbereitung im Mauerwerk. Dazu kommt die Zahl der Klingeltasten – bei Mehrfamilienhäusern der bestimmende Faktor.

Preislich reicht die Spanne von 8,73 € für Zubehör und Namensschilder bis 11.177,57 € für große Mehrparteienanlagen; der Median liegt bei 835,33 €. Vertreten sind unter anderem Siedle, DoorBird, TCS, Comelit, Gira, Busch-Jaeger und Legrand. Die Systementscheidung erklärt unser Ratgeber 2-Draht oder IP-Türsprechanlage.

Worauf beim Kauf achten?

  • System vor Design wählen: Außen- und Innenstation müssen aus demselben System stammen. Die Entscheidung 2-Draht oder IP fällt vor der Auswahl des Designs – ein Wechsel später bedeutet, die ganze Anlage zu tauschen.
  • Schutzart und Schlagfestigkeit: Unter einem Vordach genügt IP44. Frei stehend an einer Mauer oder in einer Stele ohne Wetterschutz sollte es IP54 oder mehr sein; die Angabe muss für die eingebaute Station gelten, nicht nur für das Modul. Wo Vandalismus ein Thema ist – Mehrparteienhäuser, öffentlich zugängliche Eingänge –, kommt die Schlagfestigkeit nach IK-Grad dazu.
  • Kamera und Blickwinkel: Bei Videostationen entscheidet der Erfassungswinkel, ob eine Person auf dem Bild vollständig zu sehen ist. Weitwinkel ist bei geringem Abstand zur Tür wichtiger als eine hohe Auflösung.
  • Gegenlicht bedenken: Eine Kamera, die nach Süden oder gegen eine helle Hauswand blickt, liefert Gegenlichtaufnahmen mit dunklen Gesichtern. Wenn die Position frei wählbar ist, richte die Station eher nach Norden aus.
  • Namensschilder und Beschriftung: Bei Mehrfamilienhäusern lohnt eine Ausführung mit von vorn wechselbaren Schildern – sonst muss bei jedem Mieterwechsel die Station geöffnet werden.
  • Datenschutz bei Video: Die Kamera darf nur den eigenen Eingangsbereich erfassen, nicht den öffentlichen Gehweg oder das Nachbargrundstück. In Mehrparteienhäusern ist außerdem eine Regelung mit den Bewohnern nötig.
Praxis-Tipp: Miss die Einbauhöhe vor der Bestellung – und plane sie für Menschen, nicht für den Katalog. Die Kamera einer Videostation sollte auf etwa 1,55 bis 1,60 m Höhe sitzen, damit Erwachsene mittig im Bild sind. Zu hoch montiert filmt sie Scheitel, zu tief den Bauch. Bei Unterputzmontage ist diese Entscheidung endgültig.

Häufige Fragen

2-Draht oder IP – was ist besser?

2-Draht ist bewährt, unabhängig vom Netzwerk und in der Regel günstiger. IP-Anlagen arbeiten ebenfalls lokal weiter, wenn das Internet ausfällt – nur der Ruf auf das Smartphone und der Fernzugriff setzen eine Verbindung nach außen voraus; dafür liegt bei IP mehr Technik dazwischen, die ausfallen kann: Switch, PoE-Versorgung, Netzteil. IP-Systeme bringen den Ruf auf das Smartphone, lassen sich in die Gebäudetechnik einbinden und sind flexibler erweiterbar. Für den Neubau mit vorhandener Netzwerkverkabelung spricht viel für IP, im Bestand oft für 2-Draht.

Welche Schutzart braucht die Außenstation?

Unter einem Vordach genügt IP44. Steht die Station frei im Wetter, sind IP54 oder höher angebracht. Wichtig ist, dass sich die Angabe auf die fertig eingebaute Station mit Dichtung bezieht – ein Modul mit hoher Schutzart in einem undichten Rahmen nützt nichts.

Kann ich Außen- und Innenstation verschiedener Hersteller kombinieren?

In der Regel nicht. Auch innerhalb der 2-Draht-Welt sind die Bussysteme herstellerspezifisch. Bei IP-Anlagen gibt es über SIP mehr Spielraum, aber auch dort ist die Kombination nur mit Geräten möglich, die den offenen Standard ausdrücklich unterstützen.

Wie hoch wird die Außenstation montiert?

Für die Kamera hat sich eine Höhe von etwa 1,55 bis 1,60 m über dem Boden bewährt – dann sind Erwachsene mittig im Bild. Stationen mit sehr weitem Blickwinkel erlauben auch deutlich niedrigere Montage. Bei reinen Audiostationen liegt die Klingeltaste üblicherweise auf 1,20 bis 1,40 m; barrierefrei geplant sind es nach DIN 18040 rund 0,85 m. Bei Unterputzmontage sollte das vor dem Setzen des Einbaugehäuses feststehen.

Was ist bei einer Kamera datenschutzrechtlich zu beachten?

Die Kamera darf nur den eigenen Eingangsbereich erfassen. Öffentliche Wege und Nachbargrundstücke müssen außerhalb des Blickfelds liegen. In Mehrparteienhäusern braucht es zusätzlich eine Abstimmung mit den Bewohnern; Dauerbetrieb mit Aufzeichnung ist enger geregelt als eine Aufnahme, die nur beim Klingeln startet.

Was kosten Außenstationen?

Von 8,73 € für Zubehör und Namensschilder bis 11.177,57 € für große Mehrparteienanlagen; der Median liegt bei 835,33 €. Eine Videostation für ein Einfamilienhaus bewegt sich meist im mittleren dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich.

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