Ratgeber · KNX Smart Home
Dein Stromzähler weiß ganz genau, was in deinem Haus gerade passiert – nur erzählt er es dir nicht. Genau hier setzt das Eltako ZGW16WL-IP an: Das Gateway liest Stromzähler mit Modbus-Schnittstelle aus und stellt die Messwerte per MQTT in deinem Netzwerk bereit, wo dein Smart-Home-System sie abonnieren kann. Hier erfährst du, was hinter Modbus, MQTT und der IP-Anbindung steckt, wie du damit ein Energiemonitoring aufbaust und welche weiteren Eltako-Gateways dein System ergänzen.

Die meisten Stromzähler führen ein stilles Leben im Zählerschrank: Sie messen präzise, aber die Daten bleiben dort, wo sie entstehen. Ein Modbus-Zähler kann seine Messwerte zwar digital ausgeben – nur spricht ein typisches Smart-Home-System kein Modbus, und dein WLAN-Router erst recht nicht. Das ZGW16WL-IP schließt genau diese Lücke: Es holt die Werte vom Zähler ab und übersetzt sie in ein Format, das im Heimnetz zuhause ist.
Das Schöne an diesem Ansatz: MQTT ist ein offener Standard, der von vielen Smart-Home-Plattformen unterstützt wird. Du bist also nicht an eine bestimmte Hersteller-App gebunden, sondern entscheidest selbst, welche Software die Zählerdaten weiterverarbeitet – ob Visualisierung, Langzeit-Aufzeichnung oder Automation.
Stell dir MQTT wie ein schwarzes Brett vor: Das Gateway hängt in regelmäßigen Abständen Zettel mit aktuellen Messwerten an dieses Brett – sortiert nach Themen. Jede Software in deinem Netzwerk, die sich für ein Thema interessiert, schaut dort nach und bekommt automatisch jeden neuen Zettel zugestellt. Vermittelt wird das Ganze über einen sogenannten MQTT-Broker, eine kleine Serversoftware, die auf einer Smart-Home-Zentrale oder einem Mini-Rechner laufen kann.
Der Charme dieses Prinzips: Sender und Empfänger müssen sich nicht kennen. Das Gateway veröffentlicht stur seine Werte – ob eine, zwei oder fünf Anwendungen mitlesen, spielt keine Rolle. Du kannst also klein anfangen (nur eine Verbrauchsanzeige) und später ausbauen (Langzeit-Statistik, Automationen), ohne an der Zähler-Anbindung etwas zu ändern.
Modbus wiederum ist auf der Zählerseite der Standard-Weg, um Messwerte strukturiert auszulesen. Welcher Zähler konkret zu deiner Anlage passt und wie er angebunden wird, klärst du mit deiner Elektrofachkraft – die Details zum Gateway findest du auf der Produktseite des ZGW16WL-IP.
Energiemonitoring beginnt mit einer simplen Frage: Was verbraucht mein Haus eigentlich gerade? Wer diese Zahl live sieht, entwickelt schnell ein Gefühl dafür, was normal ist – und was nicht. Die nachts durchlaufende Grundlast, der Verbrauchssprung beim Kochen, der alte Gefrierschrank im Keller: Mit einem Live-Wert im Dashboard wird aus abstrakten Kilowattstunden ein konkretes Bild deines Haushalts.
Richtig spannend wird es, wenn die Daten nicht nur angezeigt, sondern aufgezeichnet werden. Dann kannst du Wochen und Monate vergleichen, den Effekt neuer Geräte prüfen oder die Einspeisung einer PV-Anlage neben den Bezug legen. Und weil die Werte per MQTT ohnehin im System liegen, sind Automationen nur noch einen Schritt entfernt – etwa eine Push-Nachricht, wenn der Verbrauch zu ungewöhnlicher Zeit ansteigt.
Die Hardware-Seite dafür ist überschaubar: ein Zähler mit Modbus-Schnittstelle, das ZGW16WL-IP als Übersetzer und ein System in deinem Netzwerk, das MQTT versteht. Die Montage im Zählerschrank übernimmt die Elektrofachkraft, die Software-Einrichtung – Broker, Topics, Dashboard – kannst du anschließend bequem vom Schreibtisch aus erledigen.
Eltako fährt bei der Zähler-Anbindung zweigleisig, und das ist eine gute Nachricht: Wer sein Smart Home um eine MQTT-fähige Plattform herum aufbaut, nimmt das ZGW16WL-IP und bekommt die Daten direkt ins Netzwerk. Wer dagegen bereits eine Eltako-Businstallation der Serie 14 im Verteiler betreibt, bleibt im System und bindet die Zählerdaten mit dem FSDG14 an den RS485-Bus an – dort stehen sie dann den Buskomponenten zur Verfügung.
Beide Wege schließen sich übrigens nicht grundsätzlich aus: Größere Installationen kombinieren häufig eine klassische Businstallation im Verteiler mit einer IP-basierten Zentrale fürs Dashboard. Welche Architektur für dein Haus sinnvoll ist, besprichst du am besten mit deinem Elektriker – die Preisfrage ist mit 42,63 € fürs FSDG14 und 91,90 € fürs ZGW16WL-IP jedenfalls kein Drama.
Das Zähler-Gateway ist nur ein Baustein aus Eltakos Gateway-Sortiment. Je nachdem, welche Systeme du verbinden willst, findest du hier weitere Übersetzer – vom RS485-Bus-Zugang bis zur EnOcean-KNX-Brücke. Alle Produkte findest du auch gesammelt in der Kategorie Gateways.
| Modell | Aufgabe laut Bezeichnung | Preis |
|---|---|---|
| ZGW16WL-IP | Modbus-Stromzähler-MQTT-Gateway | 91,90 € |
| FSDG14 | Stromzähler-Datengateway für den RS485-Bus | 42,63 € |
| FGW14 | Bus-Gateway RS485 | 48,99 € |
| FGW14-USB | RS485-Bus-Gateway mit USB-Anschluss | 46,42 € |
| BGW14 | Bus-Gateway | 46,42 € |
| FTS14TG | Taster-Gateway für FTS14-Systeme | 79,44 € |
| FWG14MS | Wetterdaten-Gateway für den RS485-Bus | 44,20 € |
| FDG14 | DALI-Gateway | 68,38 € |
| FPLG14 | Funk-Powerline-Gateway für Tragschiene | 71,51 € |
| FPLT14 | Funk-Powerline-Tunnelgateway | 71,51 € |
| KNX ENO 626 | EnOcean-KNX-Gateway | 231,63 € |
| KNX ENO 636 | EnOcean-KNX-Gateway | 456,61 € |
Ein paar Einordnungen für die Praxis: Die Gateways mit der 14 im Namen gehören zur Eltako-Serie 14 für den Verteilereinbau – das FGW14 und das FGW14-USB stellen den Zugang zum RS485-Bus her, letzteres praktischerweise per USB, etwa zur Konfiguration am Rechner. Das FTS14TG bindet Taster in FTS14-Systeme ein, das FWG14MS bringt Wetterdaten auf den Bus – nützlich für Beschattungs- und Wetterlogik. Fürs Licht übersetzt das FDG14 in Richtung DALI-Beleuchtungssteuerung.
Eine Sonderstellung nehmen die beiden EnOcean-KNX-Gateways KNX ENO 626 und KNX ENO 636 ein: Sie verbinden batterielose EnOcean-Funksensorik mit einer KNX-Installation – interessant für alle, die ihr KNX-System um Funktaster oder -sensoren erweitern wollen, ohne neue Leitungen zu ziehen. Welches der beiden Modelle zu deinem Projekt passt, entnimmst du dem Funktionsumfang auf der jeweiligen Produktseite.



Es ist laut Produktbezeichnung ein Modbus-Stromzähler-MQTT-Gateway: Auf der einen Seite liest es Stromzähler mit Modbus-Schnittstelle aus, auf der anderen Seite veröffentlicht es die Messwerte als MQTT-Nachrichten in deinem IP-Netzwerk. Smart-Home-Systeme, die MQTT unterstützen, können diese Werte abonnieren und für Anzeige, Aufzeichnung oder Automationen nutzen.
MQTT ist ein leichtgewichtiges Nachrichtenprotokoll nach dem Publish/Subscribe-Prinzip: Geräte veröffentlichen Nachrichten zu Themen, andere abonnieren sie – vermittelt über einen MQTT-Broker in deinem Netzwerk. Der Vorteil: Sender und Empfänger müssen sich nicht kennen. Du kannst beliebig viele Anwendungen mitlesen lassen, ohne an der Zähler-Anbindung etwas zu ändern.
Das Gateway ist laut Bezeichnung für Stromzähler mit Modbus-Schnittstelle ausgelegt. Welche Zähler konkret in Frage kommen und wie sie angebunden werden, entnimmst du der Produktseite und der Beratung durch deine Elektrofachkraft – sie kennt auch die Vorgaben deines Zählerplatzes.
Die Software-Seite – MQTT-Broker, Topics, Dashboard – kannst du selbst einrichten. Die Hardware-Montage gehört dagegen in die Hand einer Elektrofachkraft: Zähler und Gateway sitzen im Zählerschrank, dort liegen berührungsgefährliche Spannungen an und Teile des Zählerplatzes sind plombiert.
Beide bringen Stromzähler-Daten ins System – aber auf unterschiedlichen Wegen. Das ZGW16WL-IP veröffentlicht die Werte per MQTT im IP-Netzwerk und passt damit zu netzwerkbasierten Smart-Home-Plattformen. Das FSDG14 ist ein Stromzähler-Datengateway für den RS485-Bus und richtet sich an Installationen mit Eltako-Bussystem der Serie 14 im Verteiler.
MQTT ist ein offener Standard: Grundsätzlich kann jede Software, die MQTT unterstützt, die veröffentlichten Nachrichten abonnieren. Ob und wie deine konkrete Plattform MQTT-Daten einbindet, prüfst du am besten in deren Dokumentation – die Einbindung selbst läuft dann über den MQTT-Broker in deinem Netzwerk.
Die Modelle KNX ENO 626 und KNX ENO 636 verbinden EnOcean-Funk mit einer KNX-Installation. Damit lassen sich batterielose Funktaster und -sensoren in ein KNX-System einbinden, ohne neue Leitungen zu ziehen – praktisch bei Nachrüstungen und überall dort, wo Leitungswege fehlen. Den genauen Funktionsumfang der beiden Modelle findest du auf den jeweiligen Produktseiten.
Noch mehr Fachwissen, Kaufhilfen und Praxis-Tipps aus der Elektro-Welt:
