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Kaufberatung: Systemgeräte
Systemgeräte sind die Infrastruktur des Smart Home: Spannungsversorgungen, IP-Interfaces und IP-Router, Linien- und Bereichskoppler, Zentralen, Server und Gateways. Sie schalten selbst nichts und werden von Bewohnern nie bedient – ohne sie funktioniert aber keine Anlage. Unser Sortiment umfasst rund 665 Artikel.
Die Spannungsversorgung ist das erste Gerät jedes KNX-Projekts. Sie wird nach dem Strombedarf aller Busteilnehmer einer Linie ausgelegt; gängig sind 160, 320 und 640 mA – Werte, die sich aus rund 10 mA je Teilnehmer ableiten und damit etwa 16, 32 und 64 Geräten entsprechen. Weil jedes Gerät seinen Bedarf im Datenblatt angibt, ist das eine schlichte Addition mit Reserve für spätere Erweiterungen. Ein Liniensegment fasst höchstens 64 Teilnehmer; ab etwa 52 lohnt es, das nächste Segment einzuplanen. IP-Interface und IP-Router werden häufig verwechselt: Das Interface stellt eine einzelne Verbindung für die Inbetriebnahme und Visualisierung her, der Router kann zusätzlich als Linienkoppler arbeiten und Telegramme zwischen Linien weiterleiten. Wer nur programmieren und visualisieren will, kommt mit dem Interface aus.
Preislich reicht die Spanne von 0,37 € für Kleinteile bis 2.715,70 € für Server und große Zentralen; der Median liegt bei 116,39 €. Vertreten sind unter anderem MDT, Gira, ABB, Theben, Eltako, Lingg & Janke, Homematic IP und Somfy. Die Unterscheidung Interface/Router erklärt ausführlich unser Ratgeber IP-Interface oder IP-Router.
Worauf beim Kauf achten?
- Spannungsversorgung großzügig dimensionieren: Addiere den Bedarf aller Busteilnehmer der Linie und plane Reserve. Eine 640-mA-Versorgung kostet wenig mehr als eine 320er, erspart aber den Austausch, sobald die Anlage wächst. Die Rechnung dazu steht in KNX-Spannungsversorgung dimensionieren.
- Drossel muss integriert sein: Eine KNX-Spannungsversorgung ist kein gewöhnliches 30-V-Netzteil. Sie enthält eine Drossel, die die Datenübertragung auf der Busleitung erst möglich macht. Ein gewöhnliches Netzteil an derselben Spannung unterbindet die Kommunikation.
- Interface oder Router: Für Inbetriebnahme und Visualisierung genügt ein IP-Interface. Ein IP-Router beherrscht dasselbe und kann zusätzlich Linien koppeln und Telegramme filtern – der Unterschied ist also das Routing, kein Entweder-oder.
- Anzahl der Tunnel-Verbindungen: Jede gleichzeitige Verbindung – Visualisierung, App, ETS – belegt einen Tunnel. Geräte mit nur einer Verbindung blockieren die ETS, sobald die Visualisierung läuft. Vier oder mehr Tunnel sind in der Praxis der bequemere Weg.
- KNX Secure durchgängig: Data Secure und IP Secure funktionieren nur, wenn alle beteiligten Geräte es unterstützen. Ein einzelnes älteres Gerät in der Kette hebt den Schutz an dieser Stelle auf.
- Platz im Verteiler: Spannungsversorgung, Interface und Koppler brauchen Teilungseinheiten, die bei der Verteilerplanung gern vergessen werden. Rechne sie früh mit ein.
Auswählen und bestellen kannst du selbst – anschließen und in Betrieb nehmen darf die Geräte nur eine Elektrofachkraft.
Häufige Fragen
Welche Spannungsversorgung brauche ich?
Das ergibt die Addition: Jedes KNX-Gerät gibt seinen Strombedarf in Milliampere an. Zähle alle Teilnehmer einer Linie zusammen und wähle die nächstgrößere Versorgung mit Reserve. Verbreitet sind 160, 320 und 640 mA; für ein Einfamilienhaus ist 640 mA meist die zukunftssichere Wahl.
Kann ich ein normales 30-V-Netzteil verwenden?
Nein. Eine KNX-Spannungsversorgung enthält eine Drossel, die für die Datenübertragung auf der Busleitung zwingend nötig ist. Ein gewöhnliches Netzteil derselben Spannung unterbindet die Kommunikation, auch wenn die Geräte scheinbar Strom bekommen.
Was ist der Unterschied zwischen IP-Interface und IP-Router?
Das Interface stellt eine Verbindung zwischen Netzwerk und KNX-Bus her – für Inbetriebnahme mit der ETS und für Visualisierungen. Der Router kann zusätzlich als Linienkoppler arbeiten, Telegramme zwischen Linien filtern und weiterleiten. Für eine Anlage mit einer Linie genügt das Interface.
Wozu brauche ich einen Linienkoppler?
Sobald eine Anlage mehr Teilnehmer hat, als eine Linie trägt, oder wenn Bereiche getrennt werden sollen, koppelt er die Linien und filtert dabei den Telegrammverkehr. Das hält die Buslast niedrig und macht große Anlagen erst stabil.
Brauche ich einen Server im KNX-System?
Nein. KNX arbeitet vollständig ohne Server: Taster schalten Aktoren direkt, das funktioniert auch ohne Netzwerk. Ein Server ergänzt Visualisierung, Logik, Zeitprogramme und Fernzugriff – nützlich, aber keine Voraussetzung für den Betrieb.
Was kosten Systemgeräte?
Von 0,37 € für Kleinteile bis 2.715,70 € für Server und große Zentralen; der Median liegt bei 116,39 €. Spannungsversorgungen und IP-Interfaces bewegen sich meist im unteren bis mittleren dreistelligen Bereich, Visualisierungsserver deutlich darüber.




























































