Ratgeber · Schutz & Verteilung
Wallbox, Photovoltaik, Frequenzumrichter: Moderne Leistungselektronik kann Fehlerströme erzeugen, die ein klassischer FI-Schalter schlicht nicht „sieht“. Genau hier kommen allstromsensitive FI-Schalter vom Typ B ins Spiel. In diesem Ratgeber erfährst du, was hinter den Typen A, F und B steckt, wann der Standard-FI an seine Grenzen kommt – und welcher Schneider-FI aus der Acti 9 iID-Reihe zu deinem Vorhaben passt.

Alle hier vorgestellten FI-Schalter stammen aus der Schneider-Reihe Acti 9 iID. Die Typ-B-Modelle sind laut Produktbezeichnung allstromsensitiv und vierpolig ausgeführt, die Typ-A-Modelle decken als Standard-FI die klassischen Stromkreise ab. Alle Angaben zu Ampere, Auslösestrom und Polzahl stammen direkt aus den Produktbezeichnungen.
| Modell | Typ | Ausführung | Preis |
|---|---|---|---|
| A9Z61440 | Typ B-SI | 4P, 40A, 30mA | 210,31 € |
| A9Z61463 | Typ B-SI | 4P, 63A, 30mA | 260,22 € |
| A9Z61425 | Typ B-SI | 4P, 25A, 30mA | 894,20 € |
| A9Z51440 | Typ B-EV | 4P, 40A, 30mA, Elektroladestation | 235,19 € |
| A9Z64440 | Typ B-SI | 4P, 40A, 300mA | 256,64 € |
| A9Z64463 | Typ B-SI | 4P, 63A, 300mA | 295,33 € |
| A9Z31240 | Typ A SI | 2-polig, 40A, 30mA | 178,68 € |
| A9Z20216 | Typ A | 2-polig, 16A, 10mA | 52,51 € |
| A9Z21225 | Typ A | 2-polig, 25A, 30mA | 24,18 € |
| A9Z21240 | Typ A | 2-polig, 40A, 30mA | 24,60 € |
| A9Z21263 | Typ A | 2-polig, 63A, 30mA | 293,19 € |
| A9Z24225 | Typ A | 2-polig, 25A, 300mA | 111,67 € |
| A9Z21425 | Typ A | 4-polig, 25A, 30mA | 28,06 € |
| A9Z21440 | Typ A | 4-polig, 40A, 30mA | 28,05 € |
Die Kurzfassung des Konzepts: Ein FI-Schalter vergleicht den Strom, der in einen Stromkreis hineinfließt, mit dem, der zurückkommt. Stimmt die Bilanz nicht, fließt ein Teil des Stroms einen falschen Weg – im schlimmsten Fall durch einen Menschen – und der FI schaltet ab. Der Haken: Nicht jede Fehlerstromform lässt sich mit derselben Messtechnik erfassen. Moderne Leistungselektronik – Gleichrichter, Wechselrichter, Frequenzumrichter – kann Fehlerströme erzeugen, die kaum noch etwas mit der klassischen Wechselstromwelle zu tun haben.
Genau dort verläuft die Grenze zwischen den Typen: Typ A beherrscht die klassischen Formen, Typ F zusätzlich Mischfrequenzen, und Typ B als allstromsensitiver FI auch glatte Gleichfehlerströme. Besonders tückisch: Ein glatter Gleichfehlerstrom löst einen Standard-FI nicht nur nicht aus – er kann dessen Messwandler regelrecht „blind“ machen, sodass auch andere Fehler unbemerkt bleiben könnten. Deshalb gehört die Frage „Welcher FI-Typ?“ immer an den Anfang der Planung, nicht ans Ende.
Wie die Typen im Detail zusammenspielen und wie du die Symbole auf dem Gerät liest, haben wir im Ratgeber Typ A, F oder B – welcher RCD passt? ausführlich aufgeschrieben. Hier konzentrieren wir uns auf die Praxisfrage: Wann brauchst du Typ B – und welcher Schneider passt dann?
Der gemeinsame Nenner aller drei Einsatzfälle: Zwischen Netz und Verbraucher sitzt Leistungselektronik, die Ströme umformt. Damit können im Fehlerfall Stromformen auftreten, für die der Standard-FI nie gedacht war. Bei der Wallbox kommt hinzu, dass das Fahrzeug oft stundenlang unbeaufsichtigt am Kabel hängt – ein Schutzkonzept, das sich auf den falschen FI-Typ stützt, fällt hier besonders unangenehm auf.
Für die Ladeinfrastruktur hat Schneider mit dem A9Z51440 Typ B-EV (235,19 €) eine eigene Variante im Programm: laut Produktbezeichnung ein vierpoliger FI-Schalter mit 40A und 30mA, ausgewiesen für Elektroladestationen. Wichtig zu wissen: Manche Wallboxen haben eine Gleichfehlerstrom-Überwachung bereits eingebaut – ob deine dazugehört und welcher FI-Typ dann vorgeschaltet wird, steht in deren Unterlagen und beurteilt die Elektrofachkraft.
Der A9Z61440 deckt mit seiner Kombination aus vier Polen, 40A Bemessungsstrom und 30mA Auslösestrom das Anforderungsprofil ab, das bei dreiphasigen Anwendungen mit Leistungselektronik im Wohn- und Gewerbebereich typischerweise auf dem Tisch liegt. Die SI-Ausführung ist dabei ein praktischer Nebeneffekt: Gerade in Umgebungen mit viel Elektronik will niemand einen FI, der bei jeder Kleinigkeit fällt.
Die Auswahl innerhalb der Baureihe folgt dann zwei einfachen Fragen: Wie viel Bemessungsstrom braucht der abgesicherte Bereich – 25A, 40A oder 63A? Und welcher Auslösestrom ist gefordert – 30mA oder 300mA? Als Faustregel aus der Praxis: 30mA ist der Wert, der beim Schutz von Personen im Vordergrund steht, während 300mA-Geräte eher dem Schutz der Anlage dienen, etwa als vorgelagerte Stufe. Welche Kombination in deinem Verteiler landet, ergibt sich aus der Planung der Elektrofachkraft – nicht aus dem Bauchgefühl.
Typ B ist kein „besserer FI für alle Fälle“, sondern die Antwort auf eine bestimmte Fehlerstromform. Für Steckdosen-, Licht- und die meisten Gerätestromkreise im Haushalt bleibt Typ A die richtige und deutlich preisgünstigere Wahl – die zweipoligen iID-Modelle starten hier bei 24,18 €. Wer einen Stromkreis besonders empfindlich absichern möchte, findet mit dem A9Z20216 eine Variante mit 10mA Auslösestrom. Und für Umgebungen, in denen Fehlauslösungen besonders stören, gibt es Typ A auch als SI-Ausführung. Das komplette Sortiment findest du in der Kategorie RCDs und FI/LS-Schalter.
Ein allstromsensitiver FI-Schalter (Typ B) erkennt neben Wechsel- und pulsierenden Gleichfehlerströmen auch glatte Gleichfehlerströme – also die Fehlerstromform, die Standard-FIs nicht erfassen. Solche Fehlerströme können überall dort entstehen, wo Leistungselektronik Ströme umformt, etwa an Ladestationen, Wechselrichtern oder Frequenzumrichtern.
Das hängt von der Wallbox ab: Manche Ladestationen bringen eine eigene Gleichfehlerstrom-Überwachung mit, andere setzen einen allstromsensitiven FI in der Zuleitung voraus. Maßgeblich sind die Unterlagen des Herstellers – und die Bewertung durch deine Elektrofachkraft. Für den Fall, dass ein Typ B gefordert ist, gibt es mit dem A9Z51440 Typ B-EV eine Variante, die laut Produktbezeichnung für Elektroladestationen ausgewiesen ist.
Beide sind laut Produktbezeichnung allstromsensitive FI-Schalter vom Typ B aus der Acti 9 iID-Reihe. Der Zusatz SI kennzeichnet bei Schneider eine besonders störfeste Ausführung gegen unerwünschte Auslösungen, der Zusatz EV weist die Variante für Elektroladestationen aus. Welche Ausführung zu deinem Einsatzfall passt, klärst du am besten mit deiner Elektrofachkraft anhand der Produktseite.
Die Angabe bezeichnet den Bemessungs-Auslösestrom, also die Fehlerstromgröße, bei der der FI abschaltet. Geräte mit 30mA stehen für den empfindlichen Schutz, wie er beim Schutz von Personen im Vordergrund steht; 300mA-Ausführungen dienen eher dem Anlagenschutz, etwa als vorgelagerte Stufe. Welche Werte an welcher Stelle deiner Anlage gefordert sind, legt die Elektrofachkraft fest.
Typ F deckt zusätzlich zu den Fähigkeiten des Typ A Fehlerströme mit Mischfrequenzen ab, wie sie einphasige Geräte mit Frequenzumrichter erzeugen können. Typ B geht darüber hinaus und erkennt auch glatte Gleichfehlerströme. Welche Stufe dein Gerät verlangt, steht in dessen Dokumentation – die Grundlagen zu allen Typen findest du in unserem Ratgeber Typ A, F oder B – welcher RCD passt?
Die hier vorgestellten Typ-B-Modelle sind laut Produktbezeichnung mit 4P ausgeführt und damit für Drehstromkreise gedacht – also für Anwendungen wie dreiphasig angeschlossene Ladestationen oder Umrichter. Für einphasige Standardstromkreise gibt es die zweipoligen Typ-A-Modelle der iID-Reihe.
Nein. Der FI-Schalter sitzt in der festen Installation im Verteiler, und schon die Auswahl des richtigen Typs setzt die Bewertung der angeschlossenen Geräte und des Schutzkonzepts voraus. Beides gehört zwingend in die Hand einer qualifizierten Elektrofachkraft – ein falsch gewählter FI schützt im Ernstfall nicht.
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