
Kurz gefasst: Die KNX-Basis besteht aus vier Bausteinen: einer Busspannungsversorgung je Linie, einem Zugang zum Bus über IP-Interface oder IP-Router, bei größeren Anlagen einem Koppler und schließlich Schnittstellen, die konventionelle Kontakte auf den Bus bringen. MDT deckt diese Ebene mit Reiheneinbaugeräten für den Verteiler und Unterputz-Schnittstellen für die Dose ab. Wer hier eine Nummer zu klein plant, merkt es erst beim ersten Ausbau — dann fehlt Platz im Verteiler oder Strom auf der Linie.
Eine KNX-Installation funktioniert auch ohne Visualisierung, Logikmodul und Server. Ohne diese Bausteine funktioniert sie nicht:
Die Auswahl und die Planung können Sie selbst machen — dafür ist dieser Text da. Der Einbau in die feste Installation und der Anschluss der Netzspannung gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Diese Seite gibt deshalb bewusst keine Klemm- oder Verdrahtungsanleitung.
Beide MDT-Versorgungen im Sortiment liefern 640 mA. Der Unterschied liegt nicht im Strom, sondern in der Geräteserie und im Preis: die Busspannungsversorgung STV-0640.02 (167,81 EUR) und die KNX Busspannungsversorgung STC-0640.01 (212,13 EUR) als 4TE-Reiheneinbaugerät.
So gehen Sie bei der Auslegung vor: Alle Busteilnehmer der Linie zusammenzählen und deren Stromaufnahme aus den jeweiligen Datenblättern addieren. Rechnen Sie eine Reserve für spätere Nachrüstungen ein — nachträglich eine zweite Versorgung einzuziehen ist teurer, als von Anfang an großzügig zu dimensionieren. Die Grenze ist dabei doppelt: Neben dem Strom begrenzt auch die zulässige Teilnehmerzahl je Linie und Segment den Ausbau.
Ebenfalls wichtig: Jede Linie bekommt ihre eigene Versorgung. Zwei Linien aus einem Gerät zu speisen, hebt die Trennung wieder auf, für die Sie den Koppler gekauft haben.
Für die klassische Ein-Linien-Anlage im Wohnhaus ist die STV-Variante die naheliegende Wahl. In den Warenkorb
Diese beiden Geräte werden am häufigsten verwechselt, weil sie äußerlich gleich aussehen — beide 2TE Reiheneinbaugerät, beide mit Data Secure.
Das IP-Interface SCN-IP000.03 (164,15 EUR) stellt den Zugang her: Sie programmieren mit der ETS über das Netzwerk und binden Visualisierungen oder App-Server an. Es bleibt dabei ein reiner Zugangspunkt, es koppelt nichts.
Der IP Router SCN-IP100.03 (264,23 EUR) kann beides: Zugang und Kopplung. Er verbindet KNX-Linien über das Netzwerk als Rückgrat und filtert dabei den Telegrammverkehr, sodass nicht jedes Telegramm überall landet.
Die Faustregel: Eine Linie, ein Verteiler, keine Ausbaupläne über das Haus hinaus — dann reicht das Interface, und Sie sparen 100,08 EUR. Sobald mehrere Verteiler oder Gebäudeteile mit eigenen Linien im Spiel sind und ohnehin Netzwerk liegt, ist der Router die saubere Lösung, weil er Zugang und Topologie in einem Gerät erledigt und keinen zusätzlichen Platz im Verteiler kostet.
IP-Interface in den Warenkorb · IP Router in den Warenkorb
Nicht jede Mehr-Linien-Anlage will oder kann über IP koppeln. Wenn kein Netzwerk zwischen den Verteilern liegt oder die Kopplung bewusst unabhängig vom Netzwerk bleiben soll, ist der Linienkoppler SCN-LK001.03 (190,78 EUR) das passende Gerät. Er koppelt über die Busleitung selbst und beherrscht ebenfalls Data Secure.
Gründe für eine zweite Linie sind fast immer die gleichen: Die Teilnehmerzahl wächst über das hinaus, was eine Linie trägt. Der Telegrammverkehr soll getrennt werden. Oder ein Gebäudeteil — Werkstatt, Einliegerwohnung, Außenanlage — soll sauber abgegrenzt sein, damit eine Störung dort nicht die ganze Anlage betrifft.
Rechnen Sie dabei ehrlich: Eine zweite Linie kostet Koppler plus zweite Spannungsversorgung — schnell über 350 EUR, bevor ein einziger Aktor dazugekommen ist. Diese Entscheidung fällt man am besten einmal in der Planung, nicht zweimal.
Vorhandene Taster, Fensterkontakte oder Meldekontakte kommen über potentialfreie Eingänge auf den Bus. Die Frage ist nur, wo Sie das tun.
Dezentral in der Dose — dorthin, wo der Kontakt sitzt: die Tasterschnittstellen BE-02 2-fach (33,08 EUR), BE-04001 4-fach (44,91 EUR) und BE-06001 6-fach (57,91 EUR). Vorteil: Sie brauchen nur die Busleitung bis zur Dose, keine Steuerleitungen zurück in den Verteiler.
Zentral im Verteiler — dorthin, wo ohnehin viele Adern auflaufen: die Binäreingänge BE-16000.02 16-fach, 8TE (241,68 EUR) und BE-32000.02 32-fach, 12TE (349,21 EUR).
Der Kanalpreis hilft bei der Entscheidung: Die 6-fach-Tasterschnittstelle liegt bei rund 9,65 EUR je Kanal, der 32-fach-Binäreingang bei rund 10,91 EUR — die 2-fach-Variante dagegen bei 16,54 EUR. Kleine Schnittstellen kauft man also für einzelne Stellen, nicht als Systemstrategie. Entscheidend bleibt trotzdem der Leitungsweg: Liegen die Kontakte verstreut im Haus, gewinnt Unterputz. Laufen sie ohnehin zentral auf, gewinnt das Reiheneinbaugerät.
Zwei Geräte erweitern die Basis, ohne dass ein Server im Haus stehen muss. Das Logikmodul SCN-LOG1.02 (131,03 EUR, 2TE) legt Verknüpfungen in ein eigenes Gerät auf der Hutschiene, statt sie über viele Aktorparameter zu verteilen. Das macht die Anlage nachvollziehbar — auch für den, der sie in zehn Jahren übernimmt.
Der Objektserver VisuControl Easy II (429,07 EUR, 2TE) bringt die Visualisierungsebene in den Verteiler — sinnvoll, wenn die Bedienoberfläche dauerhaft verfügbar sein und nicht von einem separaten Rechner abhängen soll.
| Gerät | Aufgabe | Angabe laut Typbezeichnung | Preis brutto |
|---|---|---|---|
| STV-0640.02 | Busspannung für eine Linie | 640 mA | 167,81 EUR |
| STC-0640.01 | Busspannung für eine Linie | 640 mA, 4TE REG | 212,13 EUR |
| SCN-IP000.03 | Zugang zum Bus (ETS, Visualisierung) | 2TE REG, Data Secure | 164,15 EUR |
| SCN-IP100.03 | Zugang und Kopplung über IP | 2TE REG, Data Secure | 264,23 EUR |
| SCN-LK001.03 | Linien koppeln über die Busleitung | Data Secure | 190,78 EUR |
| SCN-LOG1.02 | Logikfunktionen im eigenen Gerät | 2TE REG | 131,03 EUR |
| VC-Easy.03 | Objektserver / Visualisierung | 2TE REG | 429,07 EUR |
| BE-16000.02 | 16 potentialfreie Kontakte zentral | 8TE REG | 241,68 EUR |
| BE-32000.02 | 32 potentialfreie Kontakte zentral | 12TE REG | 349,21 EUR |
| BE-02 / BE-04001 / BE-06001 | 2, 4 oder 6 Kontakte direkt in der Dose | Unterputz, potentialfrei | 33,08 / 44,91 / 57,91 EUR |








Nur solange die Anlage aus einer Linie besteht. Jede weitere Linie bekommt ihre eigene Versorgung — sonst heben Sie die Trennung wieder auf, für die Sie den Koppler eingesetzt haben. Beide hier gelisteten MDT-Geräte liefern 640 mA; ob das für Ihre Linie ausreicht, ergibt die Summe der Stromaufnahmen aus den Datenblättern der geplanten Teilnehmer.
Für eine Anlage mit einer Linie reicht das IP-Interface SCN-IP000.03 (164,15 EUR): Es bringt ETS und Visualisierung an den Bus. Der IP Router SCN-IP100.03 (264,23 EUR) kann zusätzlich Linien über das Netzwerk koppeln und den Telegrammverkehr filtern. Wenn mehrere Linien geplant sind oder absehbar dazukommen, ist der Router der Weg, der später keine zweite Anschaffung erzwingt.
Data Secure ist die abgesicherte Kommunikation im KNX-Standard. Die drei Geräte mit diesem Zusatz — IP-Interface, IP Router und Linienkoppler — beherrschen sie. Ob und wie Sie sie einsetzen, entscheiden Sie in der ETS-Projektierung; die Geräte funktionieren auch ohne.
Das entscheidet der Leitungsweg. Sitzen die Kontakte verstreut im Haus, ist die Unterputz-Variante günstiger, weil nur die Busleitung bis zur Dose muss. Laufen viele Kontakte ohnehin zentral auf, ist das Reiheneinbaugerät sinnvoller — der 32-fach-Binäreingang liegt bei rund 10,91 EUR je Kanal. In beiden Fällen gilt: nur potentialfreie Kontakte.
Auswahl, Dimensionierung und ETS-Projektierung können Sie selbst übernehmen — dabei hilft diese Seite. Der Einbau in den Verteiler und alles, was die feste Installation betrifft, ist Sache einer eingetragenen Elektrofachkraft. Planen Sie den Platzbedarf in Teilungseinheiten vorher durch und besprechen Sie die Liste mit Ihrem Elektriker, bevor Sie bestellen.
