
Die Planung ist der Teil, den du komplett selbst machen darfst – und der über Erfolg oder Frust deines Projekts entscheidet. Gute Nachricht: Du brauchst dafür keine Software und keine Elektrokenntnisse, sondern eine Tabelle und einen ruhigen Abend. Am Ende steht die Kanalliste, das wichtigste Dokument deines KNX-Projekts.
Nimm dir eine Tabelle und lege für jeden Raum eine Zeile an. Geh dann gedanklich durch den Tag und notiere spaltenweise, was du dort steuern willst:
Sei dabei konkret. „Wohnzimmer: Licht“ hilft nicht weiter. „Wohnzimmer: Deckenlicht dimmbar, Stehlampe schaltbar über Steckdose, 2 Rollläden, Fußbodenheizung, Taster an der Tür mit 4 Funktionen“ ist eine planbare Aussage.
Jetzt übersetzt du deine Wünsche in Aktorkanäle. Die Regeln sind einfach:
Zähle alles zusammen. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus landet erfahrungsgemäß bei 20 bis 40 Schaltkanälen, 8 bis 16 Jalousiekanälen und 8 bis 12 Heizkreisen – aber verlass dich auf deine eigene Liste, nicht auf Durchschnitte.
Plane 20 bis 30 Prozent mehr Kanäle ein, als du heute brauchst. Der Grund ist banal: Ein zusätzlicher Aktorkanal kostet wenige Euro, wenn der Aktor ohnehin gekauft wird – ein nachträglich ergänzter Aktor kostet Gerät, Hutschienenplatz und einen Elektrikertermin. Wer beim Kanal spart, zahlt später doppelt.
Denselben Gedanken solltest du auch auf die Leitungen anwenden: Lass mehr Leitungen legen, als du sofort belegst. Eine unbenutzte Leitung im Rohbau kostet ein paar Euro, eine fehlende später eine Stemmarbeit.
Jetzt suchst du zu deinen Kanälen die passenden Geräte. Faustregeln:
Bei der Auswahl helfen dir unsere Rechner: Der KNX-Netzteil-Rechner ermittelt aus deiner Gerätezahl die passende Busspannungsversorgung, und der Jalousieaktor-Rechner findet die günstigste Kanal-Kombination für deine Behänge. Alle Werkzeuge findest du im Rechner-Bereich.
Zum Schluss bringst du alles in eine Tabelle, die dein Elektriker versteht. Eine Zeile je Kanal, mit diesen Spalten:
Diese Liste ist Gold wert: Dein Elektriker weiß damit genau, was wohin geklemmt wird, und du hast später beim Parametrieren in der ETS deinen Bauplan direkt zur Hand. Ergänze sie um eine Skizze des Verteilerschranks und eine Liste der Bedienstellen mit Position.
Steht deine Kanalliste, folgt die Einkaufsliste. In Die KNX-Einkaufsliste zeigen wir dir, welche Geräte du für den Start wirklich brauchst – inklusive fertigem Starter-Paket.
Noch mehr Fachwissen, Kaufhilfen und Praxis-Tipps aus der Elektro-Welt:









