Ratgeber · KNX Smart Home
Morgens fahren die Rollläden von selbst hoch, abends schließen sie pünktlich zur Dämmerung – und im Urlaub sieht dein Haus bewohnt aus, ohne dass du einen Finger rührst. Genau dafür gibt es Rollladenaktoren. Homematic IP bietet sie in mehreren Bauformen an: als Variante für Markenschalter, als Unterputz-Modul hinter dem vorhandenen Taster und als 4-fach-Aktor für die Verteilung – per Funk oder als Wired-Ausführung. Hier erfährst du, welcher Aktor zu deiner Situation passt.

Sechs Aktoren, drei Bauformen: Für einzelne Fenster gibt es die Markenschalter- und die Unterputz-Variante, jeweils als Rollladen- und als Jalousieaktor. Für die zentrale Installation stehen zwei 4-fach-Aktoren bereit – einer per Funk für Hutschienen, einer aus dem verkabelten Wired-System. Die Kanalzahlen stammen direkt aus den Produktbezeichnungen.
| Modell | Bauform | Aufgabe | Preis |
|---|---|---|---|
| HmIP-FROLL | Unterputz | Rollladen, auch für Markisen | 47,20 € |
| HmIP-FBL | Unterputz | Jalousie | 56,66 € |
| HmIP-BROLL-2 | Markenschalter | Rollladen | 66,10 € |
| HmIP-BBL-2 | Markenschalter | Jalousie | 75,54 € |
| HmIP-DRBLI4 | Hutschiene, Funk | Jalousie, 4-fach | 170,06 € |
| HmIPW-DRBL4 | Wired-System | Jalousie/Rollladen, 4-fach | 166,12 € |
Die Unterscheidung ist schnell erklärt: Ein Rollladen kennt nur eine Bewegungsrichtung pro Fahrt – hoch oder runter. Eine Jalousie oder ein Raffstore hat zusätzlich verstellbare Lamellen, mit denen du Licht und Sichtschutz fein dosierst. Ein Jalousieaktor beherrscht deshalb neben der Fahrposition auch die Lamellenverstellung.
Für den klassischen Rollladen reicht der Rollladenaktor völlig – und er ist in beiden Bauformen die günstigere Wahl: Der HmIP-FROLL kostet 47,20 € gegenüber 56,66 € für den Jalousieaktor HmIP-FBL, der HmIP-BROLL-2 66,10 € gegenüber 75,54 € für den HmIP-BBL-2. Wer dagegen Raffstores verbaut hat, braucht die Lamellenfunktion – hier führt am Jalousieaktor kein Weg vorbei.
Die Markenschalter-Variante ist der naheliegendste Weg zum smarten Rollladen im Bestand: Dort, wo heute dein Rollladen-Taster sitzt, sitzt danach der Aktor – mit Wippe zum Bedienen wie gewohnt. Der Unterschied: Zusätzlich zur Bedienung vor Ort lässt sich der Rollladen jetzt per App, Zeitplan oder Automatisierung fahren. Für Mitbewohner und Besuch ändert sich nichts, der Rollladen funktioniert weiter wie ein ganz normaler Taster.
Der Begriff „Markenschalter“ beschreibt dabei die Bauform: Der Aktor ist so gestaltet, dass er sich in die Rahmen und die Optik verbreiteter Schalterserien einfügt und das Schalterbild an der Wand einheitlich bleibt. Ob dein vorhandenes Schalterprogramm dazu passt, klärst du am besten anhand der Produktseite – oder direkt mit deinem Elektriker.
Die Unterputz-Variante ist die diskrete Lösung: Der Aktor sitzt in der Dose hinter der vorhandenen Bedienstelle, von außen ist nichts zu sehen. Das ist ideal, wenn dir deine aktuelle Schalteroptik gefällt oder wenn ein Schalterprogramm verbaut ist, zu dem es keine passende Markenschalter-Variante gibt – die Wand bleibt exakt so, wie sie ist.
Ein Extra bringt der FROLL laut Produktbezeichnung mit: Er eignet sich auch für Markisen. Wenn du also neben den Rollläden auch den Sonnenschutz auf der Terrasse automatisieren willst, deckt dieselbe Geräteklasse beide Fälle ab. Für Raffstores und Jalousien greifst du stattdessen zum HmIP-FBL mit Lamellenverstellung.
Sobald mehrere Rollläden im Spiel sind, lohnt der Blick in die Verteilung. Ein 4-fach-Aktor steuert vier Behänge aus einem Gerät – das spart gegenüber Einzelaktoren deutlich: Vier einzelne HmIP-BROLL-2 kämen zusammen auf 264,40 €, der HmIP-DRBLI4 liegt bei 170,06 €. Der Haken: Diese Rechnung geht nur auf, wenn die Motorleitungen der Rollläden auch tatsächlich bis in die Verteilung geführt sind. Im Bestand mit dezentraler Verdrahtung bleiben die Einzelaktoren am Fenster meist der praktikablere Weg.
Bleibt die Wahl zwischen Funk und Wired. Der DRBLI4 funkt und fügt sich damit in eine bestehende Homematic IP Funk-Installation ein. Der DRBL4 gehört zum Homematic IP Wired-System, bei dem die Komponenten über einen Bus fest verkabelt sind – die robuste Variante für Neubau oder Kernsanierung, wenn die Bus-Verkabelung ohnehin mitgeplant wird. Preislich liegen beide nah beieinander; die Entscheidung fällt über die Infrastruktur, nicht übers Budget.
Ein Aktor allein macht den Rollladen noch nicht smart – erst die Zentrale bringt Zeitpläne, Szenen und Automatisierungen ins Spiel. Bei Homematic IP hast du konzeptionell zwei Wege: Der Access Point ist der unkomplizierte Einstieg, bei dem du das System per App einrichtest und bedienst. Die CCU ist die Lösung für alle, die ihre Steuerung lokal betreiben und tiefer in Regeln und Verknüpfungen einsteigen wollen – etwa um Rollläden mit anderen Gewerken zu koppeln.
Für deine Rollläden heißt das konkret: Beide Wege steuern die hier vorgestellten Funk-Aktoren. Wenn du schon eine Homematic IP Installation hast, bindest du den neuen Aktor einfach dort ein. Startest du bei null, ist der Access Point der einfachste Einstieg – aufrüsten kannst du später immer noch. Nur beim Wired-System gilt: Es ist ein eigenes, verkabeltes Systemkonzept und wird als solches geplant – am besten zusammen mit dem Elektriker, der die Bus-Verkabelung ohnehin ausführt.
Weitere Jalousie- und Rollladenaktoren findest du in unserer Kategorie Jalousieaktoren.
Ein Rollladenaktor fährt den Behang hoch, runter und auf Zwischenpositionen. Ein Jalousieaktor kann zusätzlich die Lamellen einer Jalousie oder eines Raffstores verstellen. Für klassische Rollläden reicht der Rollladenaktor – er ist in beiden Bauformen auch die günstigere Variante.
Das beschreibt die Bauform: Der Aktor ersetzt den vorhandenen Taster an der Wand und ist so gestaltet, dass er sich in Rahmen und Optik verbreiteter Schalterserien einfügt. Du bekommst eine vollwertige Bedienstelle am Fenster plus Smart-Home-Steuerung – das Schalterbild an der Wand bleibt einheitlich.
Wenn deine vorhandene Bedienstelle sichtbar bleiben soll oder dein Schalterprogramm keine passende Markenschalter-Variante hat. Der HmIP-FROLL sitzt unsichtbar in der Unterputzdose hinter dem Taster – die Wand bleibt exakt so, wie sie ist. Ob der Platz in der Dose reicht, beurteilt die Elektrofachkraft vor Ort.
Ja – der Unterputz-Rollladenaktor HmIP-FROLL ist laut Produktbezeichnung auch für Markisen geeignet. Damit lässt sich neben den Rollläden auch der Sonnenschutz auf Terrasse oder Balkon in dieselbe Steuerung einbinden.
Ein 4-fach-Aktor steuert vier Behänge unabhängig voneinander aus einem Gerät. Das lohnt sich, wenn die Motorleitungen zentral in der Verteilung zusammenlaufen: Der HmIP-DRBLI4 kostet 170,06 €, während vier einzelne Markenschalter-Aktoren HmIP-BROLL-2 zusammen 264,40 € kosten würden.
Für den Einstieg reicht konzeptionell der Access Point: Einrichtung und Bedienung laufen über die App. Die CCU richtet sich an Fortgeschrittene, die ihr System lokal betreiben und weitergehende Regeln und Verknüpfungen bauen wollen. Beide Wege steuern die hier vorgestellten Funk-Aktoren.
Nein. Rollladen- und Jalousieaktoren werden in der festen Hausinstallation angeschlossen – ob in der Schalterdose oder in der Verteilung. Diese Arbeiten gehören zwingend in die Hand einer qualifizierten Elektrofachkraft. Die Einrichtung in der App danach kannst du dagegen problemlos selbst übernehmen.
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