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MDT KNX Schaltaktor AKS-0416.03 auf dem Schreibtisch

MDT KNX Schaltaktor AKS-0416.03 auf dem Schreibtisch
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Dein KNX-Projekt planen: Räume, Funktionen, Kanalliste

Die Planung ist der Teil, den du komplett selbst machen darfst – und der über Erfolg oder Frust deines Projekts entscheidet. Gute Nachricht: Du brauchst dafür keine Software und keine Elektrokenntnisse, sondern eine Tabelle und einen ruhigen Abend. Am Ende steht die Kanalliste, das wichtigste Dokument deines KNX-Projekts.

Schritt 1: Das Raumbuch

Nimm dir eine Tabelle und lege für jeden Raum eine Zeile an. Geh dann gedanklich durch den Tag und notiere spaltenweise, was du dort steuern willst:

  • Licht: Wie viele getrennte Lichtkreise? Soll gedimmt werden?
  • Beschattung: Wie viele Rollläden oder Jalousien? Mit Lamellenverstellung?
  • Heizung: Einzelraumregelung? Fußbodenheizung oder Heizkörper?
  • Steckdosen: Sollen einzelne schaltbar sein (Weihnachtsbeleuchtung, Bügeleisen-Abschaltung)?
  • Sensorik: Präsenzmelder, Fensterkontakte, Temperaturmessung?
  • Bedienung: Wo soll ein Taster hängen, und wie viele Funktionen soll er haben?

Sei dabei konkret. „Wohnzimmer: Licht“ hilft nicht weiter. „Wohnzimmer: Deckenlicht dimmbar, Stehlampe schaltbar über Steckdose, 2 Rollläden, Fußbodenheizung, Taster an der Tür mit 4 Funktionen“ ist eine planbare Aussage.

Schritt 2: Aus Funktionen werden Kanäle

Jetzt übersetzt du deine Wünsche in Aktorkanäle. Die Regeln sind einfach:

  • 1 Lichtkreis schalten = 1 Schaltkanal
  • 1 Lichtkreis dimmen = 1 Dimmkanal (nicht am Schaltaktor!)
  • 1 Rollladen oder 1 Jalousie = 1 Jalousiekanal (das sind intern zwei Schaltkontakte für Auf und Ab)
  • 1 Heizkreis = 1 Heizungskanal am Heizungsaktor
  • 1 schaltbare Steckdose = 1 Schaltkanal

Zähle alles zusammen. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus landet erfahrungsgemäß bei 20 bis 40 Schaltkanälen, 8 bis 16 Jalousiekanälen und 8 bis 12 Heizkreisen – aber verlass dich auf deine eigene Liste, nicht auf Durchschnitte.

Der wichtigste Tipp: Reserve einplanen

Plane 20 bis 30 Prozent mehr Kanäle ein, als du heute brauchst. Der Grund ist banal: Ein zusätzlicher Aktorkanal kostet wenige Euro, wenn der Aktor ohnehin gekauft wird – ein nachträglich ergänzter Aktor kostet Gerät, Hutschienenplatz und einen Elektrikertermin. Wer beim Kanal spart, zahlt später doppelt.

Denselben Gedanken solltest du auch auf die Leitungen anwenden: Lass mehr Leitungen legen, als du sofort belegst. Eine unbenutzte Leitung im Rohbau kostet ein paar Euro, eine fehlende später eine Stemmarbeit.

Schritt 3: Geräte auswählen

Jetzt suchst du zu deinen Kanälen die passenden Geräte. Faustregeln:

  • Aktoren mit mehr Kanälen sind pro Kanal günstiger – ein 16-fach-Schaltaktor kostet weniger als zwei 8-fach-Aktoren und braucht weniger Platz.
  • Universalaktoren (schalten, Jalousie oder Heizung – eine Jalousie belegt dabei immer zwei Kanäle) sind ideal, wenn die endgültige Nutzung noch nicht feststeht.
  • Achte auf Teilungseinheiten (TE): Dein Verteilerschrank hat begrenzten Platz. Zähl die TE deiner geplanten Geräte zusammen und vergleiche mit dem, was im Schrank frei ist.

Bei der Auswahl helfen dir unsere Rechner: Der KNX-Netzteil-Rechner ermittelt aus deiner Gerätezahl die passende Busspannungsversorgung, und der Jalousieaktor-Rechner findet die günstigste Kanal-Kombination für deine Behänge. Alle Werkzeuge findest du im Rechner-Bereich.

Schritt 4: Die Kanalliste – dein Übergabedokument

Zum Schluss bringst du alles in eine Tabelle, die dein Elektriker versteht. Eine Zeile je Kanal, mit diesen Spalten:

  • Raum
  • Verbraucher („Deckenlicht“, „Rollladen Süd“)
  • Funktion (schalten / dimmen / Jalousie / Heizung)
  • Gerät und Kanalnummer („Schaltaktor 1, Kanal 3“)
  • Bemerkung (Lastart, Besonderheiten)

Diese Liste ist Gold wert: Dein Elektriker weiß damit genau, was wohin geklemmt wird, und du hast später beim Parametrieren in der ETS deinen Bauplan direkt zur Hand. Ergänze sie um eine Skizze des Verteilerschranks und eine Liste der Bedienstellen mit Position.

Häufige Planungsfehler

  • Zu wenig Bedienstellen: Jeder Raum braucht mindestens eine Bedienmöglichkeit an der Tür. App-Steuerung allein nervt im Alltag – und Gäste kommen damit nicht klar.
  • Dimmen vergessen: Nachträglich von Schalt- auf Dimmkanal umzustellen heißt: anderer Aktor, neuer Termin.
  • Verteiler zu klein: Der häufigste Engpass. Lieber ein Feld mehr einplanen.
  • Zu kompliziert gedacht: Fang mit Licht, Beschattung und Heizung an. Alles andere lässt sich später in der Software ergänzen – ohne neue Hardware.

Weiter geht's

Steht deine Kanalliste, folgt die Einkaufsliste. In Die KNX-Einkaufsliste zeigen wir dir, welche Geräte du für den Start wirklich brauchst – inklusive fertigem Starter-Paket.

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