
„Kann ich mein KNX-System selbst aufbauen?“ Die Antwort ist ein klares Jein – und das ist eine gute Nachricht. Denn anders als bei fast allen anderen Heimwerkerthemen liegt bei KNX der spannendste Teil auf der erlaubten Seite: Planung und Programmierung darfst du komplett selbst übernehmen.
Rechtlich ist das eindeutig: Elektrische Anlagen hinter der Messeinrichtung dürfen nach § 13 Abs. 2 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) nur von einem Installationsunternehmen errichtet, erweitert oder geändert werden, das im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Das ist keine Formalie – kommt es zu einem Schaden und wurde nicht fachgerecht gearbeitet, kann die Versicherung Leistungen kürzen oder ganz verweigern.
Die ETS ist die offizielle KNX-Software. In ihr entsteht dein Projekt: Du siehst alle Geräte, verbindest Taster mit Aktorkanälen über sogenannte Gruppenadressen und stellst ein, wie sich jedes Gerät verhalten soll.
Ein Detail solltest du kennen: Damit ein Gerät seine Adresse bekommt, muss beim ersten Laden einmal kurz die Programmiertaste am Gerät gedrückt werden. Bei Aktoren im Verteilerschrank übernimmt das die Elektrofachkraft – am besten gemeinsam mit dir bei der Inbetriebnahme. Danach läuft alles über den Bus, und du parametrierst vom Laptop aus, ohne den Verteiler zu öffnen.
Die ETS-Arbeit selbst ist Fleißarbeit am Rechner und braucht keine elektrotechnische Ausbildung – wohl aber Geduld und Systematik. Wer sich in Excel oder in Router-Einstellungen zurechtfindet, schafft auch die ETS. Und der Vorteil ist enorm: Wer sein Projekt selbst parametriert, bleibt unabhängig. Jede spätere Änderung, jede neue Szene, jeder umbelegte Taster kostet dich dann keinen Servicetermin.
Wie das Laden und Parametrieren der Geräte in der ETS praktisch abläuft, zeigt dir Schritt für Schritt unsere ETS-Erstinbetriebnahme mit MDT-Geräten.
Das Modell, das sich in der Praxis bewährt hat, heißt: Du planst und programmierst, dein Elektriker baut und nimmt in Betrieb. Damit das reibungslos läuft, hilft eine saubere Übergabe.
Sprich früh mit deinem Betrieb – am besten, bevor du Geräte kaufst. Zwei Fragen entscheiden über den Projektverlauf: Hat der Betrieb KNX-Erfahrung? Und ist er damit einverstanden, dass du die Parametrierung übernimmst? Viele Elektriker finden das gut, weil ihnen die zeitintensive Softwarearbeit erspart bleibt. Andere arbeiten lieber komplett selbst – dann weißt du es rechtzeitig.
Kläre außerdem, wer die Geräte beschafft. Wenn du selbst kaufst, sag das vorher: Der Betrieb kalkuliert sonst mit eigenem Materialaufschlag.
Wenn die Rollenverteilung klar ist, geht es an die Planung: Raum für Raum aufschreiben, was passieren soll, und daraus die Kanalliste bauen – genau die, die dein Elektriker später braucht. Wie das geht, steht in Dein KNX-Projekt planen.
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