Ratgeber · Warmwasser & Verteilung
Ein elektronischer Durchlauferhitzer zieht beim Duschen kurzzeitig 18, 21 oder 24 kW – läuft gleichzeitig die Wärmepumpe, der zweite Durchlauferhitzer oder die Speicherheizung, wird es für Hausanschluss und Absicherung eng. Genau dafür gibt es das Lastabwurfrelais: Es erkennt, wenn der vorrangige Verbraucher Strom zieht, und schaltet den nachrangigen so lange weg. Hier erfährst du, wie diese Vorrangschaltung funktioniert, wie du den Anschlussplan liest, was hinter Öffner, Schließer und Wechsler steckt – und welches Relais zu deiner Konstellation passt.

Vierzehn Lastabwurfrelais von sechs Herstellern: die günstigen Klassiker von Doepke und Hager, das Hersteller-Zubehör von Stiebel Eltron, die kompakten ABB-Varianten sowie die Eaton-Z-LAR-Baureihe, die es in drei Strombereichen und allen drei Kontaktarten gibt. Die Angaben zu Kontaktart, Ansprechbereich und Nennspannung stammen direkt aus den Produktbezeichnungen.
| Modell | Kontakt | Ansprechbereich | Nennspannung | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Doepke RLR 1 | 1 Öffner | 3,1–5,3 A | 400 V | 15,34 € |
| Doepke RLR 2 | 1 Öffner | 3,1–5,3 A | 400 V | 19,59 € |
| ABB E451-5,7A | – | 5,7 A (laut Typ) | – | 19,17 € |
| Hager ED183 | 1 Öffner | 3,1–5,7 A | 230 V | 22,72 € |
| Stiebel Eltron LR 1-A | – | für Durchlauferhitzer bis 27 kW | – | 52,21 € |
| Eaton Z-LAR8-O | 1 Öffner | 3–8 A | 250 V AC | 120,42 € |
| Eaton Z-LAR8-S | 1 Schließer | 3–8 A | 250 V AC | 120,42 € |
| Eaton Z-LAR8-W | 1 Wechsler | 3–8 A | 250 V AC | 120,42 € |
| Eaton Z-LAR16-O | Öffner (Typ „O“) | – | – | 120,42 € |
| Eaton Z-LAR16-S | 1 Schließer | 10–16 A | 250 V AC | 120,42 € |
| Eaton Z-LAR32-O | Öffner (Typ „O“) | – | – | 120,42 € |
| Eaton Z-LAR32-S | 1 Schließer | 15–32 A | – | 120,42 € |
| ABB LCR 1S | Schließer (Typ „1S“) | 32 A | 230 V | 127,18 € |
| Legrand EMDX³ 412172 | smart, mit Stromwandler | – | 230 V AC | 136,16 € |
Stell dir die Vorrangschaltung wie eine automatische Vorfahrtsregel im Verteiler vor: Der Durchlauferhitzer hat Vorfahrt, weil du beim Duschen sofort und ohne Unterbrechung warmes Wasser willst. Sobald er Strom zieht, bekommt der nachrangige Verbraucher rot – und zwar bevor die Summe beider Lasten den Hausanschluss oder die Vorsicherung überfordert. Ist der Duschvorgang beendet, schaltet das Relais den nachrangigen Verbraucher wieder zu, ohne dass du irgendetwas tun musst.
Der Clou dabei: Das Relais schaltet nicht nach Zeitplan oder per Hand, sondern anhand des tatsächlich fließenden Stroms. Dafür wird ein Außenleiter des vorrangigen Verbrauchers durch das Relais geführt – beim Doepke RLR 1 und beim Hager ED183 ist dieser Messpfad laut Produktbezeichnung für 6,7 bis 39 A Dauerstrom ausgelegt, während das Relais bereits bei 3,1 bis 5,3 A (Doepke) bzw. 3,1 bis 5,7 A (Hager) anspricht.
Ob deine Anlage überhaupt eine Vorrangschaltung braucht – und welche Leistungsklasse zu deinem Hausanschluss passt –, behandelt ausführlich unser Grundlagen-Ratgeber „Lastabwurfrelais: wann du eins brauchst und welches passt“. Hier geht es um den Schritt danach: die Schaltung verstehen und das passende Relais auswählen.
Wer „lastabwurfrelais anschlussplan“ sucht, will meist zwei Dinge wissen: Was bedeuten die Symbole – und passt das Relais zur eigenen Anlage? Die gute Nachricht: Alle Anschlusspläne dieser Geräteklasse folgen demselben Grundmuster aus zwei getrennten Kreisen. Der Messkreis liegt in Reihe zum vorrangigen Verbraucher – durch ihn fließt dessen Betriebsstrom. Der Steuerkreis ist davon unabhängig und schaltet den nachrangigen Verbraucher. Diese Trennung ist der Grund, warum ein einziges kompaktes Reiheneinbaugerät genügt, um einen 400-V-Durchlauferhitzer und beispielsweise eine Wärmepumpe zu koordinieren.
Ein Blick auf die Zahlen im Anschlussplan lohnt sich schon vor dem Kauf: Die Angabe „3,1–5,7 A/ansp“ beim Hager ED183 bezeichnet den einstellbaren Ansprechbereich, die „230 VA AC“ die Schaltleistung des Steuerkontakts. Daran siehst du direkt: Der Steuerkontakt ist nicht dafür gedacht, einen zweiten Großverbraucher selbst zu schalten – bei größeren nachrangigen Lasten steuert er stattdessen ein Schütz an, das die eigentliche Last trägt. Genau solche Details entscheiden darüber, welche Komponenten deine Elektrofachkraft zusätzlich einplant.
Und damit sind wir beim wichtigsten Punkt: Der Anschlussplan hilft dir, die Schaltung zu verstehen und mit deinem Elektriker auf Augenhöhe zu sprechen – die Umsetzung im Verteiler, inklusive Leitungsführung und Absicherung, bleibt Sache der Fachkraft. Ein falsch eingeschleiftes Messrelais würde schlimmstenfalls gar nicht abwerfen, und dann fliegt bei gleichzeitigem Betrieb die Vorsicherung.
Die Kontaktart ist der Punkt, an dem beim Kauf am häufigsten danebengegriffen wird. Merke dir die Grundregel: Für den klassischen Fall – „Durchlauferhitzer läuft, also nachrangigen Verbraucher trennen“ – brauchst du einen Öffner. Er sitzt im Steuerstromkreis des nachrangigen Verbrauchers bzw. seines Schützes und unterbricht ihn, sobald das Relais anspricht. Deshalb sind die gängigen Modelle wie der Doepke RLR 1, der Hager ED183 oder der Eaton Z-LAR8-O als Öffner ausgeführt.
Ein Lastabwurfrelais mit Schließer brauchst du immer dann, wenn die Steuerlogik andersherum aufgebaut ist: Der Kontakt soll beim Ansprechen etwas aktivieren – zum Beispiel ein Schütz bestromen, dessen Hauptkontakte die nachrangige Last trennen, oder eine Sperre bzw. Meldung setzen. Dafür stehen der Eaton Z-LAR8-S, der Z-LAR16-S und der Z-LAR32-S bereit, ebenso der ABB LCR 1S mit 32 A Ansprechwert. Wer sich die Option offenhalten will, nimmt den Z-LAR8-W mit Wechslerkontakt – er kann beides.
Welche Kontaktart in deiner Anlage die richtige ist, ergibt sich aus der geplanten Steuerschaltung – und die legt die Elektrofachkraft fest. Als Faustregel fürs Einkaufen gilt: Ohne besonderen Grund für eine invertierte Logik ist der Öffner die richtige Wahl.
Die Suchanfrage „Lastabwurfrelais 3 Phasen“ führt oft in die Irre: Gemeint ist meist ein Relais für einen dreiphasigen 400-V-Durchlauferhitzer – und dafür braucht es kein dreiphasiges Messrelais. Ein elektronischer Durchlauferhitzer verteilt seine Leistung gleichmäßig auf alle drei Außenleiter. Es reicht daher, den Strom in einem davon zu überwachen: Fließt dort Strom oberhalb der Ansprechschwelle, läuft das Gerät – und das Relais wirft ab. Genau so sind die gängigen einpoligen Geräte wie der Doepke RLR 1 (400 V, 15,34 €) gedacht.
Für elektronische Durchlauferhitzer kommt es zusätzlich auf den Ansprechbereich an: Anders als alte hydraulische Geräte mit festen Stufen moduliert ein elektronisches Gerät seine Leistung stufenlos – bei kleiner Zapfmenge zieht es deutlich weniger als die Nennleistung. Der einstellbare Ansprechbereich von 3,1–5,3 A (Doepke) bzw. 3,1–5,7 A (Hager) liegt bewusst so niedrig, dass das Relais schon bei geringer Teillast zuverlässig anspricht und die Vorrangschaltung nicht erst bei Volllast greift.
Wer beim Hersteller des Durchlauferhitzers bleiben möchte, findet mit dem Stiebel Eltron LR 1-A (52,21 €) das passende Original-Zubehör: laut Produktbezeichnung ausgelegt für Durchlauferhitzer bis 27 kW – das deckt die gängigen Leistungsklassen 18, 21, 24 und 27 kW ab. Eine moderne Alternative für messbasierte Konzepte ist das smarte Legrand EMDX³ mit Stromwandler (136,16 €), das die Messung über einen Wandler statt über direkt durchgeführte Leiter realisiert.
Der Fall „Lastabwurfrelais für 2 Durchlauferhitzer“ ist der Klassiker der Vorrangschaltung: Der Hausanschluss würde zwei gleichzeitig laufende 21-kW-Geräte nicht verkraften – aber wie oft duscht jemand im Bad, während in der Küche exakt zeitgleich heiß gespült wird? Die Vorrangschaltung nutzt genau das aus: Beide Geräte bleiben voll nutzbar, nur eben nicht in derselben Sekunde. Zapft das Vorrang-Gerät, wird das zweite für die Dauer der Zapfung getrennt und danach automatisch wieder freigegeben. Im Alltag fällt das kaum auf – spürbar wäre nur die seltene echte Gleichzeitigkeit.
Praktisch heißt das: Das Relais überwacht den Außenleiter des Geräts, das Vorrang haben soll – im Zweifel das Bad, denn eine kalt werdende Dusche ist ärgerlicher als eine kurz wartende Spüle. Der Steuerkontakt trennt das nachrangige Gerät bzw. dessen Schütz. Für solche Konstellationen sind der Doepke RLR 1 (15,34 €) und der RLR 2 (19,59 €) die Preis-Leistungs-Empfehlung im Sortiment – beide 400-V-Geräte mit Öffnerkontakt und identischem Ansprechbereich von 3,1–5,3 A.
Übrigens funktioniert dasselbe Prinzip auch jenseits von zwei Durchlauferhitzern: Wärmepumpe, Speicherheizung oder andere planbare Großverbraucher lassen sich genauso als nachrangige Last hinter den Durchlauferhitzer setzen. Welche Kombination bei dir sinnvoll ist und ob dein Hausanschluss weitere Reserven hat, klärst du am besten mit deiner Elektrofachkraft – die Grundlagen dazu findest du im Ratgeber „Lastabwurfrelais: wann du eins brauchst und welches passt“.
Alle Anschlusspläne dieser Geräteklasse zeigen zwei getrennte Kreise: den Messkreis, durch den ein Außenleiter des vorrangigen Verbrauchers geführt wird, und den Steuerkontakt (Öffner, Schließer oder Wechsler), der den nachrangigen Verbraucher bzw. dessen Schütz schaltet. Dazu kommen der einstellbare Ansprechstrom und die Schaltleistung des Kontakts. Der Plan hilft dir beim Verstehen und Auswählen – die Verdrahtung im Verteiler übernimmt die Elektrofachkraft.
In der Regel nicht. Ein elektronischer Durchlauferhitzer belastet alle drei Außenleiter gleichmäßig – es genügt daher ein einpoliges Relais, das den Strom in einem Außenleiter überwacht. Läuft das Gerät, spricht das Relais an und wirft die nachrangige Last ab. Einpolige 400-V-Geräte wie der Doepke RLR 1 sind genau dafür gedacht; welche Phase gemessen wird, legt die Elektrofachkraft fest.
Wichtig ist ein niedriger, einstellbarer Ansprechbereich, damit das Relais auch bei kleiner Zapfmenge sicher anspricht – elektronische Geräte modulieren ihre Leistung stufenlos. Der Doepke RLR 1 (3,1–5,3 A) und der Hager ED183 (3,1–5,7 A) erfüllen das; als Original-Zubehör gibt es das Stiebel Eltron LR 1-A für Durchlauferhitzer bis 27 kW.
Das Relais überwacht den Strom des Vorrang-Geräts (sinnvollerweise das Bad). Zapft es, trennt der Steuerkontakt das zweite Gerät bzw. dessen Schütz – nach Ende der Zapfung wird es automatisch wieder freigegeben. Beide Geräte bleiben voll nutzbar, nur nicht in derselben Sekunde; im Alltag fällt das kaum auf. Der Hausanschluss wird so nie mit beiden Volllasten gleichzeitig belastet.
Der Standardfall ist der Öffner: Kontakt öffnet beim Ansprechen, nachrangige Last wird getrennt. Ein Schließer schließt beim Ansprechen und wird gebraucht, wenn die Steuerlogik invertiert aufgebaut ist – etwa um ein Schütz gezielt zu bestromen oder ein Sperrsignal zu setzen. Im Sortiment: Eaton Z-LAR8-S, Z-LAR16-S, Z-LAR32-S und ABB LCR 1S. Der Eaton Z-LAR8-W bietet als Wechsler beide Funktionen.
Nein. Das Relais wird im Verteiler in die feste Installation eingebunden – im Messkreis liegt der Betriebsstrom des Durchlauferhitzers, dazu kommen Steuerkreis und Absicherung. Diese Arbeiten gehören zwingend in die Hand einer qualifizierten Elektrofachkraft. Was du selbst tun kannst: die Schaltung verstehen, das passende Relais auswählen und dem Elektriker Fotos von Verteiler und Typenschildern mitbringen.
Ein Lastabwurfrelais ist ein kleines Bauteil mit großer Wirkung: Für 15 bis 55 € koordiniert es Durchlauferhitzer und Wärmepumpe, Speicherheizung oder einen zweiten Durchlauferhitzer so, dass dein Hausanschluss nie überlastet wird – vollautomatisch und im Alltag praktisch unsichtbar. Für den Standardfall greifst du zur Öffner-Variante wie dem Doepke RLR 1 oder dem Hager ED183, für invertierte Steuerlogik zu den Schließer-Varianten von Eaton und ABB, und wer beim Gerätehersteller bleiben will, nimmt das Stiebel Eltron LR 1-A. Die Auswahl triffst du – den Einbau im Verteiler übernimmt deine Elektrofachkraft. Mehr Kaufberatung rund um Warmwasser und Elektroinstallation findest du in unserem Ratgeber-Bereich.
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