Ratgeber · Heizung & Regelung
Ein Raumtemperaturregler misst die Temperatur dort, wo du sie spürst – im Raum, nicht am Heizkörper – und sagt der Heizung, wann sie arbeiten soll. Klingt simpel, aber das Angebot reicht vom 20-Euro-Aufputzregler bis zum Funk-Systemregler für über 500 Euro. Hier erfährst du, welche Reglerarten und Bauformen es gibt, worauf du bei Fußbodenheizung und Fühlern achten musst und welches Modell zu deiner Heizung passt.
Dreizehn Raumtemperaturregler, sechs Marken, vier völlig unterschiedliche Einsatzfelder: einfache Aufputz-Regler von Theben, Funk-Modelle von Danfoss und Vaillant, Systemregler für Vaillant-Heizgeräte mit eBUS, Reiheneinbaugeräte von DEVI für den Verteiler und Fan-Coil-Regler von ABB. Die Angaben zu Bauform und Schnittstelle stammen direkt aus den Produktbezeichnungen.
| Modell | Bauform / Schnittstelle | Besonderheit | Preis |
|---|---|---|---|
| Theben RAMSES 701 S | Aufputz | weiß matt, Vor-Ort-Bedienung | 20,62 € |
| Theben RAMSES 708 S | Aufputz | weiß matt, Vor-Ort-Bedienung | 30,04 € |
| Danfoss 014G2420 | Funk | reinweiß matt | 83,85 € |
| Theben LUXORliving R718 | Smart-Home-System | Teil des LUXORliving-Systems | 108,59 € |
| Stiebel Eltron RTU-TC | 16 A / 230 V | hohe Schaltleistung | 181,26 € |
| ABB 6138/11-84-500 | Aufputz | Fan Coil, mit Display | 246,19 € |
| ABB 6138/11-83-500 | Aufputz | Fan Coil, Display, alu/silber | 247,23 € |
| Vaillant VRT 332 | Vaillant-System | klassischer Vaillant-Regler | 270,52 € |
| Vaillant calorMATIC 350 | eBUS | Systemregler für Vaillant-Heizgeräte | 280,59 € |
| Vaillant sensoHOME VRT 380/2 | eBUS | aktuelle sensoHOME-Generation | 323,97 € |
| DEVI DEVIreg Hotwater | Reiheneinbau | schwarz matt, Vor-Ort-Bedienung | 442,88 € |
| DEVI DEVIreg Multi | Reiheneinbau, CANopen | Verteiler-Montage | 483,14 € |
| Vaillant sensoHOME VRT 380f/2 | Funk, eBUS | kabellose Raumaufstellung | 507,30 € |
Die Grundfrage beim Kauf ist nicht die Marke, sondern die Aufgabe. Ein klassischer Raumtemperaturregler arbeitet als Schalter: Ist es kälter als eingestellt, schließt er den Kontakt – die Heizung, der Stellantrieb oder die elektrische Heizmatte bekommt Strom. Dafür reichen einfache Geräte wie der Theben RAMSES 701 S (20,62 €) oder sein Schwestermodell RAMSES 708 S (30,04 €) völlig aus – beide Aufputz in Weiß matt, beide mit Bedienung direkt am Gerät. Welche Ausstattungsdetails die beiden unterscheiden, entnimmst du am besten den Produktseiten.
Systemregler gehen einen Schritt weiter: Sie schalten nicht nur, sondern kommunizieren mit dem Wärmeerzeuger über eine Datenschnittstelle – bei Vaillant heißt sie eBUS. Der Regler meldet der Heizung, wie weit Wunsch- und Ist-Temperatur auseinanderliegen, und die Anlage kann ihre Leistung darauf abstimmen, statt nur an- und auszugehen. Smart-Home-Regler wie der Theben LUXORliving R718 (108,59 €) wiederum sind Teil eines Hausautomations-Systems – hier übernimmt die Systemzentrale Zeitpläne und Fernzugriff.
Unterputz-Raumtemperaturregler sind der Klassiker im Neubau: Der Einsatz verschwindet in der Schalterdose, obenauf kommt eine Abdeckung passend zum Schalterprogramm – der Regler fügt sich optisch nahtlos in die Schalterleiste ein. Beim Austausch eines vorhandenen UP-Reglers lohnt der Blick auf den Fühleranschluss: Gerade bei Fußbodenheizungen hängt oft ein Bodenfühler am Einsatz, und der neue Regler muss dazu passen.
Zum Nachrüsten ist Aufputz meist der pragmatischere Weg: Die beiden Theben-RAMSES-Modelle und die ABB-Fan-Coil-Regler werden auf die Wand gesetzt. Noch flexibler sind Funklösungen wie der Danfoss 014G2420 (83,85 €) oder der Vaillant sensoHOME VRT 380f/2 (507,30 €): Das Bedienteil steht oder hängt dort, wo die Temperatur wirklich interessiert – ganz ohne Stemmarbeiten. Reiheneinbaugeräte wie die DEVIreg-Modelle von DEVI schließlich sitzen im Verteiler – hier misst ein externer Fühler im Raum oder im Boden, während die Reglerelektronik zentral auf der Hutschiene wohnt.
Wer eine Vaillant-Therme oder -Wärmepumpe im Keller hat, sollte nicht zum Universalregler greifen, sondern zum Systemregler des Herstellers. Der Grund ist die eBUS-Schnittstelle, die in den Produktbezeichnungen von calorMATIC 350 und den beiden sensoHOME-Modellen ausdrücklich genannt wird: Statt die Heizung nur ein- und auszuschalten, tauscht der Regler Daten mit dem Wärmeerzeuger aus – die Anlage weiß dadurch, was im Wohnraum tatsächlich gebraucht wird.
Die Wahl zwischen den Modellen ist vor allem eine Frage von Generation und Montage: Der calorMATIC 350 ist der bewährte eBUS-Regler, der sensoHOME VRT 380/2 die aktuelle Gerätegeneration in der kabelgebundenen Ausführung. Wenn keine Leitung vom Heizgerät in den Wohnraum liegt, löst die Funkvariante VRT 380f/2 das Problem ohne Schlitzefräsen. Die Einbindung ans Heizgerät gehört in die Hand des Fachbetriebs – der prüft auch gleich, ob dein Gerät mit dem Wunschregler harmoniert.
Bei der Fußbodenheizung entscheidet die Bauart der Heizung über den Regler. Die wasserführende Variante wird raumweise über Stellantriebe geregelt, die der Raumtemperaturregler ansteuert – hier genügen moderate Schaltströme. Anders bei elektrischen Heizmatten und Direktheizungen: Dort fließt der Heizstrom häufig direkt über den Reglerkontakt, und ein zu schwach dimensionierter Regler ist schnell überfordert. Der Stiebel Eltron RTU-TC (181,26 €) bringt laut Typbezeichnung 16 A bei 230 V mit – ob er zu deiner Anlage passt, klärst du anhand der Produktseite mit deiner Fachkraft.
Das zweite große Thema ist der Fühler. Ein reiner Raumfühler misst die Luft, ein Bodenfühler die Temperatur im Estrich – und gerade bei Parkett oder Vinyl ist die Bodentemperatur-Begrenzung der entscheidende Schutz. Beim Reglertausch muss der neue Regler mit dem vorhandenen Fühlertyp zurechtkommen, sonst stimmen die Messwerte nicht. Welche Fühlerarten es gibt und wie du einen vorhandenen Fühler identifizierst, liest du im Ratgeber Anlegefühler & PT1000-Temperaturfühler für die Heizung.
Eine Sonderrolle spielen die DEVI-Reiheneinbaugeräte: Der DEVIreg Multi bringt laut Bezeichnung eine CANopen-Schnittstelle mit und regelt zentral aus dem Verteiler heraus, der DEVIreg Hotwater ist die Reiheneinbau-Variante mit Bedienung am Gerät. Beides sind Geräte für geplante Anlagen – hier legt der Fachplaner fest, welcher Regler mit welchem Fühler an welcher Stelle sitzt.
Wenn du dein Zuhause ohnehin mit einem Smart-Home-System ausstattest, sollte auch die Raumtemperatur darüber laufen. Für Thebens LUXORliving ist der R718 (108,59 €) der passende Baustein: Er liefert die Raumtemperatur ins System, Zeitprogramme und Übersteuerung übernimmt die LUXORliving-Zentrale. Wichtig zu wissen: Ein solcher Systemregler ergibt nur Sinn, wenn das zugehörige System vorhanden ist oder geplant wird.
Die beiden ABB-Regler bedienen einen Spezialfall, der immer häufiger wird: Gebläsekonvektoren (Fan Coils), wie sie etwa in Kombination mit Wärmepumpen zum Heizen und Kühlen eingesetzt werden. Ein Fan-Coil-Regler steuert dabei nicht nur die Temperatur, sondern auch das Gebläse des Konvektors. Beide ABB-Modelle sind laut Bezeichnung Aufputz-Geräte mit Display – die Variante 6138/11-83-500 kommt im Alu/Silber-Look.

Ein klassisches Heizkörperthermostat sitzt direkt am Heizkörper und regelt rein mechanisch dessen Ventil; daneben gibt es auch elektronische Heizkörperthermostate mit Batterie. Ein Raumtemperaturregler dagegen misst die Temperatur an der Wand oder frei im Raum und steuert elektrisch: die Heizung selbst, Stellantriebe am Heizkreisverteiler oder eine elektrische Flächenheizung. Er sieht damit das ganze Raumklima, nicht nur die Luft direkt am Heizkörper.
Das hängt von der Heizung ab. Wo nur ein Kontakt geschaltet werden muss – etwa Stellantriebe oder eine elektrische Heizmatte – reicht ein einfacher Regler wie der Theben RAMSES 701 S. Bei modernen Wärmeerzeugern lohnt der Systemregler des Herstellers: Er kommuniziert über die Datenschnittstelle mit dem Gerät, statt es nur ein- und auszuschalten – bei Vaillant über eBUS.
eBUS ist die Datenschnittstelle, über die Vaillant-Regler wie calorMATIC 350 und sensoHOME VRT 380/2 mit dem Vaillant-Heizgerät kommunizieren. Der Regler meldet nicht nur „zu kalt“ oder „warm genug“, sondern tauscht laufend Daten mit der Anlage aus. Diese Regler sind für Vaillant-Geräte gedacht – ob dein Heizgerät den jeweiligen Regler unterstützt, klärt der Fachbetrieb.
Bei der wasserführenden Fußbodenheizung steuert der Regler Stellantriebe am Heizkreisverteiler – das können viele Standardregler. Bei elektrischen Flächenheizungen fließt der Heizstrom oft direkt über den Regler, dann zählt die Schaltleistung: Der Stiebel Eltron RTU-TC ist laut Bezeichnung für 16 A bei 230 V ausgelegt. Wichtig ist außerdem der passende Bodenfühler – mehr dazu im Ratgeber Anlegefühler & PT1000-Temperaturfühler.
Fan Coils sind Gebläsekonvektoren – Heiz- oder Kühlgeräte mit eingebautem Ventilator, wie sie häufig zusammen mit Wärmepumpen eingesetzt werden. Ein Fan-Coil-Regler wie die beiden ABB-Modelle 6138/11 steuert neben der Temperatur auch das Gebläse. Beide Varianten im Sortiment sind laut Bezeichnung Aufputz-Geräte mit Display.
Nein. Raumtemperaturregler werden in aller Regel fest an die 230-V-Installation angeschlossen – in der Unterputzdose, am Aufputzsockel oder im Verteiler. Diese Arbeiten gehören in die Hand einer qualifizierten Elektrofachkraft. Bei Funkmodellen darfst du das batteriebetriebene Bedienteil selbst platzieren – die Einbindung ans Heizgerät und den Anschluss der Empfangsseite übernimmt aber ebenfalls der Profi.
Für die einfache Schaltaufgabe brauchst du keinen teuren Regler: Die beiden Theben-RAMSES-Modelle ab 20,62 € erledigen sie zuverlässig in Aufputz-Montage. Sobald ein System im Spiel ist, gilt: zum Regler des Systems greifen – der LUXORliving R718 für Thebens Smart Home, die sensoHOME- und calorMATIC-Regler für Vaillant-Heizungen. Bei elektrischer Fußbodenheizung achtest du auf Schaltleistung und Bodenfühler – hier ist der Stiebel Eltron RTU-TC mit 16 A eine solide Basis. Und egal welches Modell es wird: Den Anschluss an die feste Installation übernimmt deine Elektrofachkraft – mit den zwei Fotos aus dem Praxis-Tipp bist du fürs Gespräch bestens vorbereitet.
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