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Netzwerktechnik

Netzwerkkabel Cat 5e, 6A oder 7 richtig wählen

Netzwerkkabel: Cat 5e, Cat 6A oder Cat 7 verlegen?

Cat 5e, Cat 6A oder Cat 7 – beim Netzwerkkabel entscheidet die Kategorie über Tempo und Zukunftssicherheit. Für das Eigenheim ist Cat 6A der sinnvolle Standard: Es trägt zuverlässig das heutige Gigabit-Netz und bleibt für 10-Gigabit-Ethernet offen. Dieser Ratgeber erklärt die Kategorien, die Schirmung, den Unterschied zwischen Verlege- und Patchkabel und wie Sie mit Keystone-Buchsen sauber in die Netzwerkdose anschließen.

Kurz & knapp

  • Cat 6A ist fürs Eigenheim der sinnvolle Standard – genug Reserve, um auch 10-Gigabit-Ethernet zu tragen.
  • „Cat 7“ beschreibt vor allem die Kabelrohware; am RJ45-Anschluss endet die Praxis ohnehin bei Cat 6A.
  • Verlegekabel (starr, massiv) kommt fest in die Wand, flexibles Patchkabel (litzig) verbindet Gerät und Dose.
  • Angeschlossen wird über Keystone- bzw. Modular-Buchsen in einer Netzwerkdose.
  • Datenverkabelung dürfen Sie selbst verlegen – nur Arbeiten an der 230-V-Installation gehören in die Hand einer Elektrofachkraft.

Die Kategorien verstehen: Cat 5e bis Cat 7

Die „Kategorie“ (Cat) gibt an, für welche Übertragungsklasse ein Netzwerkkabel ausgelegt ist – vereinfacht: wie viel Bandbreite und damit Tempo es sicher trägt. Höhere Kategorien arbeiten mit höherer Betriebsfrequenz und sind strenger geprüft. Für den Alltag im Haus lässt sich das auf wenige Faustregeln eindampfen.

Cat 5e reicht für klassisches Gigabit-Ethernet und damit für Internet, Streaming und normale Heimnetze aus. Cat 6 ist ein Zwischenschritt mit etwas mehr Reserve. Cat 6A ist so ausgelegt, dass es über die im Wohnhaus üblichen Verlegelängen auch 10-Gigabit-Ethernet tragen kann – das macht es zum vernünftigen Ziel für eine neue Festverkabelung.

Cat 7 (und Cat 7A) sind vor allem Kabel- bzw. Streckenklassen und immer vollständig geschirmt. Wichtig zu wissen: Für den vertrauten RJ45-Stecker gibt es keine höhere praxisübliche Klasse als Cat 6A. Ein „Cat 7 Verlegekabel“ wird an der Dose in aller Regel auf Cat-6A-Buchsen mit RJ45 aufgelegt – die nutzbare Leistung am Anschluss entspricht dann Cat 6A. Wer also RJ45 nutzt, gewinnt mit Cat-7-Rohware am Ende meist keine höhere Anschlussklasse als mit einer sauberen Cat-6A-Verkabelung.

Kategorie Typische Datenrate Eignung fürs Haus Bemerkung
Cat 5e bis 1 Gbit/s (Gigabit) ausreichend für Standard-Heimnetz wenig Reserve, ideal für bestehende Anlagen
Cat 6 1 Gbit/s, kurze Strecken mehr solider Übergang besser als 5e, aber kein voller 10G-Standard
Cat 6A bis 10 Gbit/s über Hausverlegelängen empfohlener Neubau-Standard zukunftssicher, mit RJ45 kompatibel
Cat 7 / 7A Kabelklasse, stets geschirmt als Verlegerohware nutzbar am RJ45 endet die Praxis bei Cat 6A

Schirmung: U/UTP vs. S/FTP

Neben der Kategorie beschreibt der Schirmungscode, wie ein Kabel gegen Störeinflüsse geschützt ist. Die Kennzeichnung folgt dem Muster [Gesamtschirm]/[Aderpaar-Schirm]TP: Der erste Buchstabe steht für den Schirm um alle Adernpaare, der zweite für den Schirm um das einzelne, verdrillte Paar (TP = Twisted Pair).

  • U = ungeschirmt (unshielded)
  • F = Folienschirm (foil)
  • S = Geflechtschirm (screen/braid)

Daraus ergeben sich die gängigen Kürzel: U/UTP ist komplett ungeschirmt, F/FTP hat Gesamt- und Paarfolie, und S/FTP kombiniert einen Geflecht-Gesamtschirm mit Folie je Paar – der übliche, robuste Aufbau für hochwertige Cat-6A-Leitungen. Ein gut geschirmtes Kabel ist unempfindlicher gegenüber elektromagnetischen Störungen, etwa bei paralleler Führung nahe Stromleitungen. Entscheidend ist dabei, dass der Schirm durchgängig aufgelegt und korrekt geerdet wird – ein unterbrochener Schirm bringt keinen Vorteil.

Fürs Eigenheim ist eine geschirmte Cat-6A-Leitung (häufig S/FTP) eine gute, verträgliche Wahl. Wichtig ist, Schirmungskonzept und passende Komponenten – Kabel, Buchse, Dose – aufeinander abzustimmen.

Verlegekabel vs. Patchkabel

Der wohl wichtigste Praxis-Unterschied ist der zwischen Verlege- und Patchkabel – beide sind keine Alternativen, sondern erfüllen verschiedene Aufgaben.

Verlegekabel hat massive, starre Einzeladern (Volldraht) und ist als Meterware gedacht, die fest in Wand, Kanal oder Leerrohr gezogen und dauerhaft verlegt wird. Der Volldraht überträgt über die feste Strecke sehr sauber, verträgt aber kein ständiges Biegen – deshalb kommt er nicht an bewegte Geräte, sondern endet in der Netzwerkdose.

Patchkabel besteht aus vielen feinen Litzen und ist damit flexibel und knickfreudiger. Es verbindet das Endgerät (PC, Fernseher, Access Point, Switch) mit der Netzwerkdose bzw. dem Patchfeld. Konfektioniert kommt es fertig mit RJ45-Steckern an beiden Enden. Beispiele aus unserem Sortiment sind das Bachmann Patchkabel Cat6A 1 m grau S/FTP (9,97 EUR) für kurze Wege oder das Bachmann Patchkabel Cat6A 5 m grau S/FTP (19,99 EUR) für größere Abstände.

Hinweis zur Rohware: Passendes Cat-6A-Verlegekabel als Meterware finden Sie in der Shop-Kategorie Netzwerktechnik. Für die feste Strecke gehört immer echtes Verlegekabel – kein Patchkabel in die Wand.

Anschluss über Keystone & Netzwerkdose

Damit aus dem Verlegekabel an der Wand ein normaler Netzwerkanschluss wird, braucht es einen Übergang von Volldraht auf RJ45. Das übernehmen Keystone-Module bzw. Modular-Buchsen: Die einzelnen Adern des Verlegekabels werden dort aufgelegt (bei feldkonfektionierbaren Buchsen ohne Löten, häufig per Schneid-Klemm-Technik/LSA), vorne steckt man dann das Patchkabel mit RJ45 ein. Das Modul sitzt in einer Netzwerkdose – als Aufputz-Variante oder eingebaut in Ihr Schalterprogramm.

Für eine zukunftsfähige Verkabelung wählen Sie die Buchse in derselben (oder höheren) Kategorie wie das Kabel – bei einer Cat-6A-Strecke also eine Cat-6A-Buchse. Aus unserem Sortiment eignen sich zum Beispiel:

Achten Sie beim Auflegen auf möglichst geringe Aufdrehlänge der Paare und eine durchgängige Schirmauflage – das erhält die Leistung, für die Sie das Kabel gekauft haben.

Ehrliche Empfehlung: Cat 6A fürs Eigenheim

Unsere klare Empfehlung für eine neue Festverkabelung im Eigenheim lautet Cat 6A. Der Grund ist die gute Balance: Cat 6A trägt heutiges Gigabit-Netz mühelos und lässt zugleich Reserve für 10-Gigabit-Ethernet – ohne dass Sie in eine Klasse investieren, die am RJ45-Anschluss ohnehin nicht ankommt. Kabel, Cat-6A-Buchsen und passende Patchkabel bilden hier ein stimmiges, langlebiges System.

Für die Verbindung Dose–Gerät greifen Sie zu konfektionierten Cat-6A-Patchkabeln in der benötigten Länge, etwa dem Bachmann Patchkabel Cat6A 3 m schwarz S/FTP (14,76 EUR) oder – für mehr Abstand – dem Bachmann Patchkabel Cat6A 5 m schwarz (46,95 EUR).

Und wann reicht Cat 5e? Wenn Sie eine bestehende Cat-5e-Anlage ergänzen oder schlicht ein Gerät mit Gigabit anbinden, ist eine Cat-5e-Strippe völlig in Ordnung. Ein solides Beispiel ist das geschirmte HAGER Patchkabel Cat5E F/FTP 1,5 m (14,88 EUR). Für einfache Cat-5-Verbindungen führen wir außerdem das Phoenix Contact Netzwerkkabel CAT5 (40,67 EUR). Neu fest verlegen sollten Sie jedoch in Cat 6A – der Aufpreis ist überschaubar, der Zeitgewinn beim späteren „Nie-wieder-aufreißen“ groß.

Rechtlicher Rahmen: Datenverkabelung dürfen Sie als Laie selbst verlegen und anschließen – Netzwerkkabel führen keine gefährliche Netzspannung. Halten Sie Datenleitungen dennoch sauber getrennt von der 230-V-Installation und mischen Sie beide nicht ungetrennt im selben Rohr. Sobald Arbeiten an der festen 230-V-Elektroinstallation (Steckdosen, Stromkreise) ins Spiel kommen, gehören diese in die Hand einer eingetragenen Elektrofachkraft.

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Häufige Fragen

Welche Netzwerkkabel-Kategorie soll ich fürs Haus nehmen?

Für eine neue Festverkabelung im Eigenheim ist Cat 6A der sinnvolle Standard. Es trägt heutiges Gigabit-Netz zuverlässig und hält Reserve für 10-Gigabit-Ethernet – ideal, damit Sie die Wand so schnell nicht wieder öffnen müssen.

Ist Cat 7 besser als Cat 6A?

Als Kabelrohware ist Cat 7 höher spezifiziert und immer geschirmt. Für den üblichen RJ45-Anschluss gibt es aber keine höhere praxisübliche Klasse als Cat 6A: Ein Cat-7-Kabel wird an der Dose in der Regel auf eine Cat-6A-Buchse aufgelegt, sodass am Anschluss Cat-6A-Leistung ankommt.

Was ist der Unterschied zwischen Verlegekabel und Patchkabel?

Verlegekabel hat starre Volldraht-Adern und wird fest in Wand oder Rohr verlegt. Patchkabel besteht aus flexiblen Litzen und verbindet Endgeräte mit der Netzwerkdose. Volldraht darf nicht dauernd bewegt werden, Patchkabel gehört nicht fest in die Wand.

Was bedeuten U/UTP und S/FTP?

Der Code beschreibt die Schirmung nach dem Muster Gesamtschirm/Paarschirm-TP: U = ungeschirmt, F = Folie, S = Geflecht. U/UTP ist komplett ungeschirmt, S/FTP hat einen Geflecht-Gesamtschirm plus Folie je Aderpaar – ein robuster Aufbau für hochwertige Cat-6A-Leitungen.

Darf ich Netzwerkkabel selbst verlegen?

Ja. Datenverkabelung führt keine gefährliche Netzspannung und darf von Laien verlegt und angeschlossen werden. Halten Sie Datenleitungen aber getrennt von der 230-V-Installation. Arbeiten an der festen Strominstallation gehören zur Elektrofachkraft.

Reicht Cat 5e heute noch aus?

Für klassisches Gigabit-Ethernet – also Internet, Streaming und normale Heimnetze – reicht Cat 5e aus. Für eine neue Festverkabelung lohnt sich dennoch Cat 6A, weil der Aufpreis gering und der Reservegewinn groß ist.

Was ist ein Keystone bzw. eine Modular-Buchse?

Das ist das Modul, das den Übergang vom starren Verlegekabel auf den RJ45-Anschluss herstellt. Die Adern werden aufgelegt (bei feldkonfektionierbaren Buchsen oft ohne Löten), das Modul sitzt in einer Netzwerkdose, vorne stecken Sie das Patchkabel ein.

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