Ratgeber · DIY-Projekt
Am Ende siehst du für jeden Raum, wie warm und wie feucht die Luft dort gerade ist, statt zu raten. Dafür brauchst du eine Zentrale für das Homematic IP System und pro Raum einen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor, wahlweise mit Display. Das Projekt kommt ohne Eingriff in die feste Elektroinstallation aus: Zentrale anschließen, Sensoren anlernen, aufstellen oder aufkleben. Sobald es um Ursachen geht, um Heizung, Lüftungstechnik, Bausubstanz oder um Arbeiten an der 230-Volt-Installation, übernimmt die passende Fachkraft.

Du hast in jedem Raum, der dir Sorgen macht, einen kleinen Funksensor. Er misst Temperatur und relative Luftfeuchte und meldet die Werte an die Zentrale. In der App siehst du alle Räume nebeneinander: Schlafzimmer, Bad, Kinderzimmer, Keller, Abstellraum hinter dem Schrank. Damit wird sichtbar, was du sonst nur ahnst, etwa dass ein Raum nach dem Duschen deutlich feuchter bleibt als der Rest der Wohnung oder dass die Nordwand-Ecke morgens spürbar kühler ist als der Flur.
Der Homematic IP Smart Home Luftfeuchtigkeits- und Temperatursensor mit Display, innen, HmIP-STHD zeigt seine Werte zusätzlich direkt am Gerät an. Das ist praktisch in Räumen, in denen jemand schnell nachsehen will, ohne erst das Handy zu suchen.
Wichtig zur Einordnung: Die Sensoren messen, sie bewerten nicht. Sie sagen dir nicht, ob in einer Wand ein Problem steckt, und sie sind kein Ersatz für eine fachliche Beurteilung. Was aus den Zahlen folgt, entscheidest du selbst, bei Verdacht auf ein Feuchteproblem zusammen mit Fachleuten, die sich die Räume ansehen.
Alles, was in diesem Projekt vorkommt, darfst du selbst erledigen. Die Zentrale wird nach der beiliegenden Anleitung angeschlossen, die Sensoren sind Funkgeräte, die du auspackst, in der App anlernst und aufstellst, aufklebst oder nach der Anleitung befestigst. Nichts davon greift in die feste Installation ein, es wird nichts geöffnet, nichts abgeklemmt und nichts neu abgesichert.
Die Grenze verläuft dort, wo es an das Haus selbst geht. Eine zusätzliche Steckdose für die Zentrale, ein fest angeschlossener Lüfter, Änderungen an Heizung oder Lüftungsanlage, das Beurteilen von Wänden, Fenstern oder Dämmung: Das gehört in die Hände der jeweiligen Fachleute, bei elektrischen Arbeiten in die einer Elektrofachkraft. Wo genau die Grenze zwischen Heimwerken und Fachbetrieb liegt, steht ausführlich im Ratgeber Elektroarbeiten selber machen: Was ist erlaubt?
| Rolle | Produkt | Preis |
|---|---|---|
| Zentrale für das Homematic IP System | Homematic IP Access Point 2 HmIP-HAP2 | 56,66 EUR |
| Sensor für den ersten Innenraum | Homematic IP Smart Home Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor – innen, HmIP-STH | 33,02 EUR |
Summe der Grundausstattung: 89,68 EUR
Ehrlich gerechnet: Die Zentrale brauchst du nur einmal, jeder weitere Raum kostet einen weiteren Sensor. Für ein zusätzliches Zimmer kommt also 33,02 EUR dazu, mit Display am Gerät 42,47 EUR. Wer die ganze Wohnung im Blick haben will, sollte vorher überlegen, welche vier oder fünf Räume wirklich interessant sind, statt jeden Raum auszustatten.
Alternativen und Ergänzungen: Wenn dir Anthrazit besser gefällt als Weiß, nimm statt der Zentrale oben den Homematic IP Access Point 2, anthrazit HmIP-HAP2-A. Für einen Raum, in dem jemand die Werte direkt ablesen soll, ist der Homematic IP Smart Home Luftfeuchtigkeits- und Temperatursensor mit Display, innen, HmIP-STHD die bessere Wahl. Für draußen, als Vergleichswert zur Innenluft, gibt es den Homematic IP Smart Home Funk-Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor HmIP-STHO, weiß, außen und in dunkler Ausführung den Homematic IP Smart Home Funk-Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor HmIP-STHO-A, anthrazit, außen. Wer den Lüftungsrhythmus mitprotokollieren möchte, ergänzt den Homematic IP Smart Home Fenster- und Türkontakt optisch, HMIP-SWDO-2 am wichtigsten Fenster.
Wenn bei dir bereits Eltako-Funk im Haus arbeitet, bleib in diesem System: Dafür gibt es den Eltako Funk-Temperatur-Feuchtesensor reinweiß glänzend FTFSB-wg und den Eltako Temperatur-Feuchtesensor mit Solarzelle FTFSB-am. Diese Sensoren arbeiten im Eltako-Funksystem zusammen. Welche Kombination aus Sensor und Gegenstelle zu deiner Anlage passt, steht im Eltako-Datenblatt. Die beiden Systeme werden nicht gemischt: Entweder du baust die Messung mit Homematic IP auf oder mit Eltako-Funk.
Die Grundausstattung aus Zentrale und einem Innensensor liegt bei 89,68 EUR, jeder weitere Raum schlägt mit dem Preis eines Sensors zu Buche. Das ist überschaubar im Vergleich zu allem, was an einer feuchten Wand später zu tun wäre, und du hast die Zentrale ohnehin nur einmal zu bezahlen.
Der Nutzen ist unspektakulär, aber real: Du diskutierst nicht mehr darüber, ob es im Schlafzimmer feuchter ist als im Wohnzimmer, sondern siehst es. Du erkennst, wie lange es nach dem Duschen dauert, bis das Bad wieder auf dem Niveau der übrigen Wohnung liegt, und ob dein Lüften daran etwas ändert. Und wenn du einen Fachbetrieb dazu holst, kommst du nicht mit einem Gefühl, sondern mit Messwerten aus mehreren Räumen über mehrere Wochen. Was die Zahlen bedeuten und welche Maßnahme richtig ist, bleibt eine Entscheidung, die du triffst, im Zweifel fachlich begleitet.
Die Geräte mit Homematic IP im Namen arbeiten im Homematic IP System. Dafür brauchst du einen Access Point oder eine Home Control Unit sowie die zugehörige App. Ohne diese Zentrale kannst du die Sensoren nicht anlernen und ihre Werte nicht in der App sehen. Der Sensor mit Display zeigt seine Werte zwar am Gerät an, gehört aber trotzdem in dasselbe System, wenn du die Räume in der App vergleichen willst.
Plan das lieber nicht so. Homematic IP arbeitet mit Access Point oder Home Control Unit und App, die Eltako-Funkkomponenten arbeiten im Eltako-Funksystem zusammen. Welche Eltako-Kombination zu deiner Anlage passt, steht im Eltako-Datenblatt. Entscheide dich für ein System und bleib dabei, sonst hast du zwei halbe Lösungen.
Fang mit den Räumen an, bei denen du ein ungutes Gefühl hast, typischerweise Schlafzimmer, Bad und ein Raum an der kalten Außenwand. Ein Sensor pro Raum genügt. Sinnvoll ist zusätzlich ein Vergleichswert aus einem unauffälligen Raum, damit du siehst, ob ein Wert wirklich aus der Reihe fällt oder ob die ganze Wohnung gerade so ist.
Nein. Die Sensoren zeigen Temperatur und relative Luftfeuchte der Raumluft, mehr nicht. Sie stellen keine Diagnose, sie beurteilen keine Wand und sie ersetzen keine fachliche Untersuchung. Was aus den Werten folgt, entscheidest du. Wenn du Spuren an Wänden, Geruch oder dauerhaft auffällige Werte siehst, hol Fachleute dazu und zeig ihnen deine Aufzeichnungen.
An eine Stelle, die für den Raum repräsentativ ist. Direkt über der Heizung, in der Sonne, im Zugluftbereich eines gekippten Fensters oder hinter einem Vorhang misst du eher die Umgebung des Sensors als den Raum. Für die ersten Tage kannst du den Sensor auch nur hinstellen und ihn erst festkleben oder festschrauben, wenn der Platz passt.
Er zeigt dir, ob und wann das Fenster offen war. In Kombination mit den Messwerten wird damit nachvollziehbar, wie sich Lüften im jeweiligen Raum auswirkt und ob im Alltag tatsächlich so gelüftet wird, wie alle glauben. Für die reine Messung ist er nicht nötig, für das Verstehen der Werte oft hilfreich.
Jedes Projekt sagt dir ehrlich, was du selbst darfst und wo die Elektrofachkraft ran muss.
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