Ratgeber · DIY-Projekt
Am Ende schalten Lampen und Geräte, die an einer Steckdose hängen, zu den Zeiten, die du vorher in der App festgelegt hast – auch wenn niemand zu Hause ist. Dafür brauchst du eine Zentrale des Systems Homematic IP, mindestens eine Funk-Schaltsteckdose und die zugehörige App. Alle Teile dieser Stückliste werden eingesteckt, geklebt oder geschraubt; an der festen 230-Volt-Installation ändert sich nichts. Eine Elektrofachkraft brauchst du erst, wenn fest angeschlossene Leuchten oder vorhandene Wandschalter mitschalten sollen.

Du fährst in den Urlaub, und die Wohnung wirkt von außen bewohnt. Die Stehleuchte im Wohnzimmer geht abends an und später wieder aus, das Radio in der Küche läuft für eine Stunde, die Leuchte im Flur schaltet zu einer anderen Uhrzeit. Du legst für jede Steckdose eigene Zeiten fest, statt alles gleichzeitig laufen zu lassen.
Vom Urlaubsort aus siehst du in der App, welche Steckdose gerade eingeschaltet ist, und kannst von Hand nachsteuern, wenn du etwas ändern willst. Wenn du zurück bist, nutzt du dieselben Steckdosen weiter im Alltag: Kaffeemaschine morgens an, Verstärker nachts aus.
Wer eine Schaltsteckdose mit Strommessung einsetzt, sieht zusätzlich, ob an dieser Steckdose gerade etwas Strom zieht – also ob das angeschlossene Gerät tatsächlich läuft und nicht nur die Steckdose geschaltet hat.
Dieses Projekt ist bewusst so aufgebaut, dass du es vollständig selbst umsetzen darfst. Die Zentrale und die Schaltsteckdosen werden in vorhandene Schutzkontakt-Steckdosen gesteckt, die Lampe oder das Gerät kommt in die Schaltsteckdose. Fenster- und Türkontakt sowie Bewegungsmelder sind Funkkomponenten, die aufgeklebt oder aufgeschraubt werden. Du öffnest kein Gerät, du löst keine Klemme, du greifst nicht in die feste Installation ein.
Die Grenze verläuft dort, wo eine Leuchte keinen Stecker hat: Deckenleuchten, Außenstrahler oder ein vorhandener Wandschalter gehören zur festen 230-Volt-Installation. Sobald du diese in die Urlaubsschaltung einbeziehen willst, ist ein Aktor nötig, der in die Installation eingebaut wird – und das ist Sache einer Elektrofachkraft, nicht deine. Dasselbe gilt für alles, was im Verteiler passiert. Was Laien in der eigenen Wohnung tun dürfen und was nicht, steht kompakt in unserem Ratgeber Elektroarbeiten selber machen: Was ist erlaubt?.
| Rolle | Produkt | Preis |
|---|---|---|
| Zentrale | Homematic IP Access Point 2 HmIP-HAP2 | 56,66 EUR |
| Schaltsteckdose für Leuchte oder Gerät | Homematic IP Smart Home Schaltsteckdose, HmIP-PS-2 | 37,75 EUR |
| Zweite Steckdose, zusätzlich mit Strommessung | Homematic IP Smart Home Schalt-Mess-Steckdose (mit Strommessung), HmIP-PSM-2 | 47,20 EUR |
Diese Grundausstattung – Zentrale, eine Schaltsteckdose und eine Schalt-Mess-Steckdose – kostet zusammen 141,61 EUR. Ehrlich gerechnet: Die Zentrale zahlst du einmal, jede weitere geschaltete Lampe oder jedes weitere Gerät kostet eine zusätzliche Steckdose. Für zwei Räume reicht die Grundausstattung, für Wohnzimmer, Küche, Flur und Schlafzimmer planst du entsprechend vier Steckdosen ein. Willst du zusätzlich Fenster oder Bewegung erfassen, kommt pro Fenster ein Kontakt und pro Raum ein Melder dazu.
Alternativen und Ergänzungen. Alle drei Basisgeräte gibt es auch in Anthrazit, wenn dir Weiß in der Wohnung zu auffällig ist: Homematic IP Access Point 2, anthrazit HmIP-HAP2-A (56,66 EUR), Homematic IP Schaltsteckdose, anthrazit HmIP-PS-2-A (42,47 EUR) und Homematic IP Schalt-Mess-Steckdose anthrazit HmIP-PSM-2-A (56,66 EUR). Wer die Urlaubsschaltung nicht nur nach Uhrzeit, sondern auch nach Ereignissen laufen lassen will, ergänzt den Homematic IP Smart Home Fenster- und Türkontakt optisch, HMIP-SWDO-2 (33,02 EUR) oder den Homematic IP Smart Home Bewegungsmelder mit Dämmerungssensor – innen, HmIP-SMI (47,20 EUR). Beide werden ebenfalls ohne Eingriff in die Installation montiert.
Die Grundausstattung liegt bei 141,61 EUR. Jede weitere geschaltete Lampe kostet eine zusätzliche Schaltsteckdose ab 37,75 EUR, die Variante mit Strommessung 47,20 EUR. Die Zentrale fällt nur einmal an, unabhängig davon, wie viele Steckdosen später dazukommen.
Der Nutzen liegt weniger in eingesparter Energie als in zwei anderen Punkten. Erstens wirkt eine Wohnung, in der abends unterschiedlich lange Licht brennt, von außen bewohnt – anders als eine, die zwei Wochen komplett dunkel bleibt. Zweitens bleibt die Ausstattung nach dem Urlaub nutzbar: Dieselben Steckdosen schalten im Alltag Geräte nach Zeit, und mit der Schalt-Mess-Steckdose siehst du, was ein einzelnes Gerät an dieser Steckdose tatsächlich zieht. Versprechen über Einbruchszahlen oder Stromkosten machen wir hier bewusst nicht.
Die Zentrale gehört dazu. Geräte mit „Homematic IP“ im Namen arbeiten im System Homematic IP und benötigen einen Access Point oder eine Home Control Unit sowie die zugehörige App. Ohne diese Zentrale kannst du die Schaltsteckdosen weder anlernen noch Zeitprogramme darauf hinterlegen.
Nein, das ist nicht dasselbe System. Geräte mit Kürzeln wie HM-LC-… gehören zur älteren Homematic-Generation, die Geräte in dieser Stückliste zum System Homematic IP. Deshalb steht in dieser Stückliste bewusst kein Gerät der älteren Generation. Wenn du beide Welten kombinieren willst, klärst du das vorab anhand der Herstellerunterlagen zur jeweiligen Zentrale.
Ja. Zentrale und Schaltsteckdosen werden in vorhandene Steckdosen gesteckt, Fenster- und Türkontakt sowie Bewegungsmelder werden aufgeklebt oder aufgeschraubt. An der festen Installation ändert sich nichts, und beim Auszug nimmst du alles wieder mit. Ob geklebte Teile am Fensterrahmen Spuren hinterlassen, hängt vom Untergrund ab – hier lohnt ein Blick in die Montagehinweise des Geräts.
Nur, wenn die Leuchte einen Stecker hat. Eine Schaltsteckdose schaltet ausschließlich das, was in ihr steckt. Fest angeschlossene Deckenleuchten laufen über die feste Installation; sie in die Urlaubsschaltung einzubinden erfordert einen Aktor in der Installation und damit eine Elektrofachkraft. Für die Anwesenheitssimulation reichen in der Praxis Steh- und Tischleuchten, weil von außen ohnehin nur das Lichtmuster sichtbar ist.
Während des Ausfalls schaltet nichts, weil sowohl Zentrale als auch Steckdosen Netzspannung brauchen. Wie sich ein einzelnes Gerät verhält, wenn die Spannung zurückkommt, und ob die hinterlegten Zeitprogramme erhalten bleiben, steht in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts. Wir geben dazu bewusst keine pauschale Auskunft.
Das hängt von der Wohnung ab und lässt sich nicht allgemein beziffern. Als Orientierung: eine Steckdose pro Raum, der von außen einsehbar ist. Zwei Räume mit versetzten Zeiten wirken plausibler als ein einzelner Raum, der jeden Abend zur selben Minute hell wird. Da die Zentrale nur einmal anfällt, kostet jeder weitere Raum lediglich eine zusätzliche Schaltsteckdose ab 37,75 EUR.
Jedes Projekt sagt dir ehrlich, was du selbst darfst und wo die Elektrofachkraft ran muss.
Noch mehr Fachwissen, Kaufhilfen und Praxis-Tipps aus der Elektro-Welt:
