Ratgeber · DIY-Projekt
Am Ende schaltet eine Leuchte selbsttätig ein, sobald jemand den Raum betritt oder auf das Grundstück kommt, und nach einer eingestellten Zeit wieder aus. Dafür braucht es drei Bausteine: eine Zentrale (Access Point plus App), einen Bewegungsmelder und etwas, das die Leuchte schaltet. Solange die Leuchte einen Stecker hat, bleibt das komplette Projekt in deiner Hand – Zentrale einstecken, Melder anbringen, Schaltsteckdose dazwischen, in der App verknüpfen. Sobald eine fest installierte Decken- oder Außenleuchte geschaltet werden soll, gehört der Aktor in die Installation und damit in die Hand einer Elektrofachkraft.

Du kommst abends mit vollen Händen nach Hause. Im Flur geht das Licht an, bevor du den Schalter suchst. Nach einer Weile ohne Bewegung geht es von selbst wieder aus – niemand muss daran denken. Tagsüber passiert nichts, weil der Melder einen Dämmerungssensor hat und du in der App festlegst, ab welcher Helligkeit er überhaupt reagieren soll.
Das Gleiche funktioniert im Keller, in der Waschküche, im Hauswirtschaftsraum oder auf dem Dachboden – überall dort, wo man mit beiden Händen voll ist und der Schalter ungünstig sitzt. Draußen übernimmt ein Melder für den Außenbereich denselben Job für Einfahrt, Hauseingang oder Terrasse.
Was du zusätzlich bekommst: Die Leuchte lässt sich weiterhin von Hand über die App schalten, und du kannst den Melder später anderen Zwecken zuordnen, ohne neue Hardware zu kaufen. Was du nicht bekommst: einen Ersatz für den vorhandenen Lichtschalter. Der bleibt, wo er ist, und behält seine Funktion.
Die Trennlinie verläuft in diesem Projekt genau an der Steckdose. Alles, was du einsteckst, aufklebst, anschraubst oder in einer App einrichtest, darfst du als Laie selbst tun: den Access Point in eine Steckdose stecken und ins Heimnetz bringen, den funkbetriebenen Bewegungsmelder an Wand oder Decke befestigen, die Schaltsteckdose in eine vorhandene Steckdose stecken und eine Steh-, Tisch- oder Wandleuchte mit Stecker daran betreiben, Geräte anlernen und Verknüpfungen sowie Zeitregeln anlegen.
Alles, was in die feste 230-Volt-Installation eingreift, darfst du nicht: Das betrifft jeden Unterputz-Aktor, der hinter eine Schalterdose oder in eine Deckendose kommt, und damit jede fest angeschlossene Deckenleuchte und jede fest angeschlossene Außenleuchte. Diese Arbeiten sind nach § 13 NAV einem eingetragenen Elektroinstallationsbetrieb vorbehalten – unabhängig davon, ob du dir das zutraust. Wenn du wissen willst, wo die Grenze im Detail liegt, lies Elektroarbeiten selber machen: Was ist erlaubt?
Praktisch heißt das: Plane das Projekt zunächst mit Leuchten, die einen Stecker haben. Damit läuft die Automatik, und du siehst, ob Melderposition und Einstellungen passen. Wenn danach feststeht, dass auch die Deckenleuchte im Flur mitmachen soll, hol die Fachkraft für diesen einen Punkt – das ist ein kurzer Termin und keine Baustelle.
| Rolle | Produkt | Preis |
|---|---|---|
| Zentrale | Homematic IP Access Point 2 HmIP-HAP2 | 56,66 EUR |
| Bewegungsmelder innen | Homematic IP Smart Home Bewegungsmelder mit Dämmerungssensor – innen, HmIP-SMI | 47,20 EUR |
| Leuchte schalten, ohne Eingriff in die Installation | Homematic IP Smart Home Schaltsteckdose, HmIP-PS-2 | 37,75 EUR |
Die Grundausstattung für einen Raum kostet zusammen 141,61 EUR. Das ist der Einstieg, nicht das Endergebnis: Jeder weitere Raum braucht einen eigenen Melder, und jede weitere Leuchte, die unabhängig schalten soll, ein eigenes Schaltgerät. Für einen zweiten Raum kommen also 84,95 EUR dazu – die Zentrale bleibt dieselbe und wird nicht doppelt gekauft. Wer Flur, Keller und Außenbereich abdecken will, rechnet entsprechend mit drei Meldern und drei Schaltgeräten – draußen mit dem teureren Außenmelder und, wenn die Leuchte dort fest angeschlossen ist, mit einem Unterputz-Aktor samt Fachkraft anstelle der Schaltsteckdose.
Alternativen bei der Zentrale und beim Melder. Den Access Point gibt es auch in Anthrazit als Homematic IP Access Point 2, anthrazit HmIP-HAP2-A (56,66 EUR) – funktional dieselbe Rolle, andere Farbe. Beim Melder hast du die Wahl zwischen der eigenständigen Bauform aus der Tabelle und einer Variante, die in einen vorhandenen 55er Schalterrahmen eingesetzt wird: Homematic IP Smart Home Bewegungsmelder für 55er Rahmen – innen, HmIP-SMI55-2 (56,66 EUR) oder in Anthrazit Homematic IP Smart Home Bewegungsmelder für 55er-Rahmen, HmIP-SMI55-A, innen, anthrazit (66,10 EUR). Die 55er-Variante fügt sich optisch in eine bestehende Schalterreihe ein und kostet mehr. Sie ist aber kein Eins-zu-eins-Ersatz für den Melder aus der Tabelle: Ob sie zu deinem Rahmenprogramm passt und ob sie einen Dämmerungssensor mitbringt – die Grundlage für die Tag-Nacht-Unterscheidung in diesem Projekt –, steht im Datenblatt. Und wenn dafür eine vorhandene Schalterkombination geöffnet werden muss, gehört dieser Schritt zur Elektrofachkraft und nicht zu dir.
Für draußen. Im Außenbereich gehören Melder hin, die dafür gebaut sind: Homematic IP Smart Home Bewegungsmelder mit Dämmerungssensor – außen, weiß, HmIP-SMO-2 (75,54 EUR) oder in Anthrazit Homematic IP Smart Home Bewegungsmelder mit Dämmerungssensor – außen, anthrazit, HmIP-SMO-A-2 (75,54 EUR). Den Melder selbst bringst du an. Die Leuchte, die er schalten soll, ist draußen aber meist fest angeschlossen – dann ist die Fachkraft am Zug.
Wenn du den Verbrauch mitsehen willst, nimm statt der einfachen Schaltsteckdose die Homematic IP Smart Home Schalt-Mess-Steckdose (mit Strommessung), HmIP-PSM-2 (47,20 EUR). Sie schaltet genauso und misst zusätzlich mit.
Für fest installierte Leuchten (Montage durch die Fachkraft). Soll die Deckenleuchte selbst geschaltet werden, kommt ein Unterputz-Aktor in die Installation. Zur Auswahl stehen der Homematic IP Smart Home Schalt-Mess-Aktor 5 A, Unterputz, HmIP-FSM (47,20 EUR), der Homematic IP Smart Home Schalt-Mess-Aktor 16A - Unterputz, HmIP-FSM16 (56,66 EUR) und der Homematic IP Smart Home Schalt-Mess-Aktor für Markenschalter, HmIP-BSM (56,66 EUR), der in ein vorhandenes Schalterprogramm eingesetzt wird. Welcher davon zu deiner Leuchte, deiner Dose und deinem Schalterprogramm passt, entscheidet die Fachkraft vor Ort anhand des Datenblatts – dieses Teil kaufst du sinnvollerweise erst nach diesem Gespräch.
Für einen Raum liegst du bei 141,61 EUR. Der größte Einzelposten davon ist die Zentrale – die zahlst du einmal, unabhängig davon, wie viele Räume später dazukommen. Ab dem zweiten Raum kostet die Erweiterung nur noch 84,95 EUR, bei der Variante mit Strommessung entsprechend mehr. Ein Unterputz-Aktor für eine fest installierte Leuchte kommt mit 47,20 EUR beziehungsweise 56,66 EUR oder 56,66 EUR dazu, plus dem Aufwand der Fachkraft.
Der Nutzen liegt weniger im Sparen als im Alltag: Licht ist da, wenn man es braucht, und ist weg, wenn niemand mehr im Raum ist. Das betrifft vor allem Wege, an denen man selten die Hand frei hat – Flur, Kellertreppe, Waschküche, Hauseingang. Dass Licht, das sich selbst ausschaltet, im Schnitt weniger brennt als Licht, das jemand vergisst, liegt auf der Hand; wie viel das bei dir ausmacht, hängt an deinen Leuchten und deinen Gewohnheiten, und dazu kann dir niemand seriös eine Zahl nennen.
Zweiter, oft unterschätzter Punkt: Du kaufst dir mit dieser Grundausstattung eine Basis. Der Access Point trägt später auch andere Geräte desselben Systems; die Schaltsteckdose lässt sich jederzeit an eine andere Leuchte umziehen. Falls das Projekt sich nicht bewährt, bleibt am Ende nichts Verbautes zurück – du ziehst alles wieder ab.
Er wird gebraucht. Geräte mit „Homematic IP“ im Namen arbeiten über eine Zentrale und die zugehörige App zusammen – ohne diese Zentrale gibt es keine Verknüpfung zwischen Melder und Schaltsteckdose und auch keine Einstellmöglichkeiten. In dieser Stückliste übernimmt das der Homematic IP Access Point 2 HmIP-HAP2. Du kaufst ihn einmal; alle weiteren Räume hängen sich daran.
Der hier beschriebene Weg ja: Access Point und Schaltsteckdose werden nur eingesteckt, der Melder wird an Wand oder Decke befestigt. Beim Befestigen entscheidet die Art der Montage, ob du Spuren hinterlässt – kläre das im Zweifel vorher mit dem Vermieter. Sobald ein Unterputz-Aktor in die feste Installation soll, brauchst du das Einverständnis des Vermieters und eine Elektrofachkraft. Beides ist ohne die andere Seite nicht zu haben.
Nicht ohne Eingriff in die Installation. Eine fest angeschlossene Deckenleuchte hat keinen Stecker, den man in eine Schaltsteckdose stecken könnte – dafür ist ein Unterputz-Aktor nötig, dessen Einbau der Elektrofachkraft vorbehalten ist. Wenn du das Projekt zunächst ohne Termin ausprobieren willst, starte mit einer Steh- oder Tischleuchte an der Schaltsteckdose. Die Automatik ist dieselbe, nur die geschaltete Leuchte ist eine andere.
Access Point und Schaltsteckdose beziehen ihre Energie aus dem Netz; ohne Strom schaltet nichts und die Automatik ruht. Deine Einstellungen sind davon nicht betroffen – die stecken in der Konfiguration, nicht im laufenden Betrieb. Wie sich Schaltsteckdose und Aktoren beim Wiederkehren der Spannung genau verhalten und ob sich dieses Verhalten einstellen lässt, ist geräteabhängig und steht im jeweiligen Datenblatt. Prüfe das, wenn es bei dir eine Rolle spielt, etwa bei Geräten, die nicht unangekündigt wieder anlaufen sollen.
Nein. Geräte mit Kürzeln wie HM-LC-… gehören zur älteren Homematic-Generation und sind nicht dasselbe System wie Homematic IP. Deshalb stehen solche Geräte in dieser Stückliste bewusst nicht drin. Plane das Projekt vollständig mit Homematic IP, und lass den Altbestand entweder unangetastet weiterlaufen oder ersetze ihn schrittweise.
In der Bauform und im Montageort – und der Funktionsumfang kann sich zusätzlich unterscheiden. Der Bewegungsmelder mit Dämmerungssensor – innen, HmIP-SMI ist ein eigenständiges Gerät, das du frei platzierst – gut, wenn es an der Stelle keinen Schalter gibt. Der HmIP-SMI55-2 setzt einen passenden 55er Rahmen voraus und ordnet sich optisch in eine vorhandene Schalterreihe ein; ob dein Rahmenprogramm geeignet ist und welche Sensorik das Gerät mitbringt, entnimmst du dem Datenblatt. Die Stückliste dieses Projekts geht vom HmIP-SMI aus.
Jedes Projekt sagt dir ehrlich, was du selbst darfst und wo die Elektrofachkraft ran muss.
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