Ratgeber · DIY-Projekt
Am Ende fährt der Rollladen zu festen Zeiten oder auf Knopfdruck in der App, ohne dass jemand am Schalter stehen muss. Dafür brauchst du einen Rollladen- oder Jalousieaktor von Homematic IP, eine Zentrale als Gegenstelle für den Funk und optional einen Fenster- und Türkontakt, der den Zustand des Fensters meldet. Der Aktor sitzt in der festen 230-Volt-Installation und gehört deshalb in die Hände einer Elektrofachkraft. Alles danach – Zentrale anschließen, App einrichten, Geräte anlernen, Zeitprogramme anlegen, Fensterkontakt anbringen – machst du selbst.

Morgens sind die Rollläden bereits oben, wenn du in die Küche kommst. Abends fahren sie zu, ohne dass jemand durch die Wohnung geht und Fenster für Fenster bedient. An heißen Tagen lässt du die Süd- und Westseite tagsüber halb geschlossen, damit die Räume nicht aufheizen; dieselbe Position stellst du im Winter nicht ein, weil dort die Sonne willkommen ist.
Die Bedienung an der Wand soll erhalten bleiben – der Aktor ergänzt sie, statt sie zu ersetzen. Ob dabei dein vorhandener Rollladenschalter weiterverwendet werden kann oder gegen ein passendes Bedienelement getauscht werden muss, hängt vom Aktortyp, vom Schalter und vom Antrieb ab; das klärt die Elektrofachkraft vor dem Einbau anhand des Datenblatts. Wer keine App bedienen will oder kann, drückt weiterhin an der Wand. Vom Sofa, vom Bahnsteig oder aus dem Urlaub geht es zusätzlich über das Smartphone. Und wenn ein Fenster gekippt oder geöffnet ist, weißt du das über den Fenster- und Türkontakt, bevor der Rollladen zufährt.
Wichtig für die Erwartungshaltung: Das Projekt automatisiert die Bedienung eines vorhandenen elektrischen Rollladens. Einen handbetriebenen Gurtwickler macht es nicht elektrisch.
Die Grenze verläuft bei diesem Projekt sehr klar an einer Stelle: am Aktor. Ein Rollladen- oder Jalousieaktor wird in die feste Installation eingebunden – in die Schalterdose hinter dem vorhandenen Rollladenschalter oder, bei der Hutschienenvariante, in den Verteiler. Das ist Arbeit an der festen 230-Volt-Anlage und damit Sache einer eingetragenen Elektrofachkraft. Wir beschreiben diesen Schritt hier bewusst nicht, auch nicht in Andeutungen. Bestelle das Gerät, lege es der Fachkraft hin, lass es einbauen.
Alles andere darfst und sollst du selbst machen: die Zentrale mit Strom versorgen und ins Heimnetz bringen, die App installieren, Geräte anlernen, Räume und Zeitprogramme anlegen, den batteriebetriebenen Fenster- und Türkontakt am Fensterrahmen anbringen. Diese Arbeiten darfst du als Laie selbst erledigen, weil sie die feste Installation nicht berühren. Was in Deutschland sonst noch innerhalb und außerhalb dieser Linie liegt, steht ausführlich im Ratgeber Elektroarbeiten selber machen: Was ist erlaubt?.
Praktischer Hinweis für die Terminplanung: Kaufe zuerst Zentrale und Aktor, lass den Aktor einbauen und richte erst danach die App ein. Ein eingebauter Aktor ohne Zentrale lässt sich nicht anlernen, und ein Aktor, der noch in der Verpackung liegt, taucht in keiner App auf.
| Rolle | Produkt | Preis |
|---|---|---|
| Zentrale für das System | Homematic IP Access Point 2 HmIP-HAP2 | 56,66 EUR |
| Rollladenaktor (Einbau durch Fachkraft) | Homematic IP Smart Home Rollladenaktor - Unterputz, auch für Markisen geeignet, HmIP-FROLL | 47,20 EUR |
| Fensterzustand für die Automatik | Homematic IP Smart Home Fenster- und Türkontakt optisch, HMIP-SWDO-2 | 33,02 EUR |
Diese drei Positionen zusammen kosten 136,88 EUR. Das ist der Preis für ein automatisiertes Fenster. Die Zentrale brauchst du nur einmal für die ganze Wohnung – jeder weitere Rollladen kostet einen weiteren Aktor, jedes weitere Fenster, dessen Zustand du berücksichtigen willst, einen weiteren Kontakt. Bei vier Fenstern im Erdgeschoss reden wir also über vier Aktoren und, wenn du überall den Fensterzustand willst, vier Kontakte. Rechne das durch, bevor du bestellst; die Kosten für den Einbau durch die Fachkraft kommen zusätzlich dazu und stehen nicht in diesem Shop.
Alternativen und Varianten. Wenn dir Weiß nicht passt, gibt es die Zentrale auch als Homematic IP Access Point 2, anthrazit HmIP-HAP2-A (56,66 EUR). Beim Aktor entscheidet die Bauform: Der Homematic IP Smart Home Rollladenaktor für Markenschalter, HmIP-BROLL-2 (66,10 EUR) ist für den Einsatz mit Markenschalterprogrammen gedacht, die Unterputzvariante aus der Tabelle für den Einbau in die Schalterdose. Hast du statt Rollläden Jalousien oder Raffstores mit verstellbaren Lamellen, nimm den Homematic IP Smart Home Jalousieaktor – Unterputz, HmIP-FBL (56,66 EUR) oder den Homematic IP Smart Home Jalousieaktor für Markenschalter, HmIP-BBL-2 (75,54 EUR). Wer gleich mehrere Antriebe zentral aus dem Verteiler ansteuern lassen will, statt hinter jedem Schalter ein Gerät zu haben, sieht sich den Homematic IP Smart Home Funk-Jalousieaktor für Hutschienen HmIP-DRBLI4, 4-fach (170,06 EUR) an – das ist die teurere, aber bei mehreren Fenstern oft aufgeräumtere Lösung. Welche Variante zu deinem Antrieb und deiner Dosensituation passt, klärst du mit der Fachkraft und anhand des jeweiligen Datenblatts.
Für ein Fenster liegst du mit Zentrale, Aktor und Fensterkontakt bei 136,88 EUR, für jedes weitere Fenster kommt der Aktor mit 47,20 EUR dazu, bei Bedarf plus Kontakt mit 33,02 EUR. Der Arbeitslohn der Elektrofachkraft für den Einbau kommt obendrauf und hängt davon ab, wie viele Aktoren in einem Termin gesetzt werden – ein Grund, nicht Fenster für Fenster über Monate zu verteilen.
Der Nutzen ist im Alltag zuerst Bequemlichkeit: Du läufst abends nicht mehr durch die Räume. Dazu kommt Verschattung, die tatsächlich stattfindet – von Hand geschlossen wird tagsüber meist gar nichts, weil niemand zu Hause ist; ein Zeitprogramm hält sich daran. Wie stark sich das im Sommer auf die Raumtemperatur und im Winter auf den Wärmeverlust auswirkt, hängt von Fenster, Ausrichtung und Gebäude ab; seriöse Zahlen dazu können wir dir nicht nennen und erfinden sie auch nicht. Und drittens sieht ein Haus mit bewegten Rollläden bewohnt aus, auch wenn niemand da ist.
Ehrlich bleiben muss man beim Aufwand: Der Einbau durch die Fachkraft ist der teuerste und terminlich unangenehmste Teil. Wer das Projekt nur wegen einer Zeitschaltung startet und nur ein einziges Fenster hat, sollte zweimal rechnen. Ab drei, vier Fenstern kippt die Rechnung deutlich Richtung Sinnhaftigkeit.
Die Geräte in dieser Stückliste tragen alle „Homematic IP" im Namen und gehören damit zum System Homematic IP. Dieses System braucht eine Zentrale – einen Access Point oder eine Home Control Unit – plus die zugehörige App, damit du Geräte anlernen und Zeitprogramme anlegen kannst. Ohne Zentrale bleibt der Aktor ein Gerät, das nur von Hand an der Wand bedient wird. Die Zentrale brauchst du aber nur einmal, nicht pro Fenster.
Nein, nicht ohne Weiteres. Kürzel wie HM-LC-… gehören zur älteren Homematic-Generation, die nicht dasselbe System ist wie Homematic IP. Deshalb steht in dieser Stückliste bewusst kein Gerät dieser Generation. Wenn du bereits einen älteren Bestand hast, kläre vor dem Kauf anhand der Herstellerunterlagen, wie deine vorhandene Zentrale damit umgeht – wir raten hier nicht ins Blaue.
Der Access Point und der Fenster- und Türkontakt sind unkritisch: Der eine wird eingesteckt, der andere am Fensterrahmen befestigt und lässt sich rückstandsarm wieder entfernen. Kritisch ist der Aktor, denn er greift in die feste Installation der Wohnung ein. Das ist eine bauliche Veränderung an fremdem Eigentum – hole dir vorher die Zustimmung des Vermieters, schriftlich, samt Regelung, ob beim Auszug zurückgebaut werden muss. Ohne diese Zustimmung würden wir das Projekt in einer Mietwohnung nicht starten.
Das ist der übliche Sinn der Unterputz- und Markenschalter-Varianten: Der Aktor ergänzt die vorhandene Bedienung, statt sie zu ersetzen. Wie das im konkreten Fall aussieht, hängt vom Aktortyp, vom vorhandenen Schalter und vom Antrieb ab. Welche Bedienelemente sich mit dem jeweiligen Gerät kombinieren lassen, steht im Datenblatt des Aktors – lass das die Elektrofachkraft vor dem Einbau kurz prüfen.
Ohne Strom bewegt sich kein elektrischer Rollladenantrieb, und auch Zentrale und Aktor sind ohne Versorgung außer Betrieb. Zeitprogramme laufen in dieser Zeit nicht. Wie sich der Aktor nach der Rückkehr der Spannung verhält – ob er die zuletzt bekannte Position kennt oder eine Referenzfahrt braucht –, steht im Datenblatt des jeweiligen Geräts; das ist typabhängig und wir raten hier nicht. Der Fenster- und Türkontakt arbeitet batteriebetrieben und ist vom Netzausfall nicht betroffen.
Für Behänge mit verstellbaren Lamellen sind die Jalousieaktoren gedacht, also der HmIP-FBL für den Einbau in die Dose oder der HmIP-BBL-2 für Markenschalter; für mehrere Antriebe aus dem Verteiler gibt es den HmIP-DRBLI4 als Vierfach-Gerät. Der HmIP-FROLL ist laut Produktbezeichnung ein Rollladenaktor und auch für Markisen geeignet. Welcher Aktor zu deinem konkreten Antrieb passt, entscheidest du anhand des Datenblatts und gemeinsam mit der Fachkraft, die einbaut.
Jedes Projekt sagt dir ehrlich, was du selbst darfst und wo die Elektrofachkraft ran muss.
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